Testbericht Lautsprecher Dynaudio Focus 360
- Datenblatt
- stereoplay
Dynaudio Focus 360
- Hersteller
- Dynaudio
- UVP
- 5500 €
- Wertung
- 60.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
- Bewertung
-
- Tester
-
© Julian Bauer
Einen schwerwiegenden Beweis für diese Aussage brachte Ehrenholz gleich mit: die neue Focus 360 für 5500 Euro. Die stattliche Dreiwege-Konstruktion sieht aus, wie man es von einer Dynaudio dieser Preisklasse seit 30 Jahren nicht anders gewohnt ist. Das Gehäuse ist solide aufgebaut, edel furniert (Ahorn, Kirsche, Palisander oder Esche schwarz) und mit einer feinen Lackschicht überzogen. Raffinierte Wölbungen der Seitenwände oder BiColor-Lackierungen, wie sie gerade im Trend liegen, sucht man – natürlich – vergebens. Wie immer eben.
© Julian Bauer
Und doch steckt hinter der scheinbar albewährt-altbackenen Fassade jede Menge Hightech. Das Gehäuse wurde mit Schwingungsaufnehmern genauestens analysiert und mit entsprechend gesetzten Versteifungen elegant ruhiggestellt. Apropos Analyse: Auch bei Dynaudio hat die einmalig gute (und sehr teure) Analyse- und Entwicklungs-Software von Klippel Einzug ins Labor gehalten; ohne die wäre der gewaltige Entwicklungsschub der Lautsprechertechnik der letzten zwei, drei Jahre gar nicht denkbar gewesen.
© Julian Bauer
Ein kleiner Hinweis auf die Güte der neuen Chassis könnte der gar nicht so schlechte Wirkungsgrad von 84,5 Dezibel sein; da hatten wir schon viel leisere Dynaudios im Labor. Oder die beeindruckende untere Grenzfrequenz von 28 Hertz. In jedem Fall aber das sensationell schnelle Ausschwingen: Da zeigt sich über den gesamten Frequenzgang keine Resonanz.
© Julian Bauer
Wir haben die 360 allerdings nur an analogen (Transistor-)Verstärkern gehört: am Naim SuperNait (9/07), am GamuT INT 150 (4/08) und an der Referenz-Vor/End-Kombination Thorens TEP 3800 / TEM 3200. An diesen drei Referenzen zeigte die Dynaudio sofort, was sie an jeder Klasse-Elektronik zeigen wird: Dass sie ein klanglicher Hammer ist. Ein „kompletter" Lautsprecher, der die Unterschiede zwischen den Verstärkern mühelos offenbarte und eindrucksvoll belegte, was auf guten Aufnahmen auch unterhalb 50 Hertz noch los ist.
© Julian Bauer
Recht hat er. Dabei ist die neue Focus keineswegs nur etwas für Kuschler. Denn es gibt auch die andere, die „böse" Seite der Dynaudio. Die erwacht immer dann, wenn ihre beiden hochbelastbaren 20er-Tieftöner bei höherem Pegel gefordert werden. Wenn es gilt, krachlederne Kodo-Drums oder E-Bassgewitter auf das Zwerchfell zu hämmern: Die Hiebe kommen zwar nicht immer bis ins Letzte hart und unerbittlich, aber satt, druckvoll und sehr souverän.
Die Focus 360 ist einer der universellsten Lautsprecher dieser Tage. Wer von der Musik alles erfahren will, der sollte tunlichst bald einen Hörtermin beim Dynaudio-Fachhändler vereinbaren.
Alle Daten und Testergebnisse zum Dynaudio Focus 360
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