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Testbericht

Krell Evo 302

Testergebnis
125.0 Punkte
12000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Joachim Pfeiffer

10. Dezember 2007

Die kleinste Schwester aus der Evolution-Familie überzeugt mit Leichtfüßigkeit und tollem Klang.

Auch die Krell Evo 302 weist das typische Markenzeichen aller Evos auf: die ungewöhnlich leistungsstarke Stromversorgung der Amps. Ebenso findet sich hier die von Krell entwickelte „Active Cascode Topology" – eine Schaltung, die darauf ausgelegt ist, die negative Über-Alles-Gegenkopplung auszumerzen. Doch wie die größere Schwester kann auch die 302 nicht ganz auf Gegenkopplung verzichten; sie lässt sie aber ebenfalls nur in geschlossenen Verstärkerstufen zu.


Bild vergrößern 937 603 http://img4.magnus.de/image-r937x602-C-30e78371-25332824.jpg Die Rückseite

Die Rückseite

Cast, die clevere Idee

Bliebe noch „Cast" als Anschlussvariante neben den obligatorischen Cinch- und XLR-Eingängen. Seit über sieben Jahren vertraut Krell auf diesen Verbindungspfad, der sich als Welt-Standard allerdings nicht durchsetzen konnte. Bei „Cast" (Current Audio Signal Transmission) überträgt Strom und nicht wie üblich Spannung die Signale von CD-Playern zum Vorverstärker und von diesem zu den Endstufen. Vom Prinzip her eine klasse Erfindung, da die Spannung über die gesamte Strippendistanz konstant bei Null bleibt und die sonst üblichen Umladungsverluste erst gar nicht auftreten können. Weshalb sich diese Technik nicht allgemein etablieren konnte, steht in den Sternen. Freuen dürften sich darüber eigentlich nur Hersteller teurer klassischer symmetrischer und unsymmetrischer Kleinsignalverbinder: Denn „Cast" funktioniert auch über extreme Längen von bis zu 65 Metern mit sogenannten Baumarkt-Kabeln einwandfrei.

Hörtest

Was die 302 im Hörraum an Klangfarbenfülle, Durchzeichnung und Autorität brachte, überzeugte. Gerade mit solch komplexen Werken, wie sie auf allen „pure music“-CDs von AUDIO zu finden sind, zeigte auch diese Krell, wo im Endstufenbau der Hammer hängt. Ausgesprochen leise Passagen dröselte sie mit einer selbstverständlichen Finesse auf – und blieb sich auch dann noch treu, wenn es das große Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin im Tutti zu organisieren galt. Die Evo 302 bewahrte einfach diesen unglaublich packenden Reiz der Einspielungen. So die Dynamik-Spannbreite von satten 60 dB – ohne dass man auf den Gedanken kam, am Lautstärkeregler des Preamps die ultraleisen Passagen anzuheben oder die brachiallauten abzusenken. Das gelang ihr schon deshalb so zwingend, weil sie die Aufnahmestätten wie die Berliner Philharmonie oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt glaubwürdig erhalten konnte – auch dies bei jedem Pegel. Mit einer klitzekleinen Einschränkung, die für eine verschwindende Minderheit sehr wichtig, für alle anderen aber völlig unwichtig sein dürfte: Das wunderbare Spiel der 302 geht, grob geschätzt, „nur" an 99 Prozent aller Lautsprecher auf. Beispielsweise an der fantastischen KEF Reference 207/2. Ein nahezu idealer Schallwandler ohne Schwächen – aber mit Charakter. Diese Ausnahmebox profitierte nachhaltig von der 302. Wer an der Reference unbedingt etwas kritisieren will, könnte den Bass als einen Hauch zu weich und nachgiebig beschreiben. Das aber kompensierte die Evo prächtig. Straffer sollte man auch die KEF nicht an die akustische Leine legen, sonst leidet die Musikalität. So war es gerade richtig.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Maße: je B: 46,4 x H: 24,8 x T: 56,0 cm
Gewicht: je 40,0 kg
Features  
Mono-Betrieb ja
Endstufen-Musiksignal-Einschaltautomatik nein
Pegelregler nein
Pegelschalter nein
Pegelanzeige ja
Anschlüsse  
Endstufen-Eingänge asymmetrisch ja
Endstufen-Eingänge symmetrisch ja
Anzahl Lautsprecheranschlüsse 1
Messwerte  
Sinusleistung Stereo an 8 Ohm/4 Ohm 365,0 W/650,0 W
Musikleistung 8 Ohm/ 4 Ohm 390,0 W/693,0 W
Dämpfungsfaktor 100 Hz / 10 kHz
Rauschabstand 105,0 dB(A)
Standby-Verbrauch 130,0 W
Bewertung  
ja leichtfüßig wie ihre größeren Schwestern mit etwas weniger Leistung
nein ... 12000 Euro ....
Klang Cinch 125
Klang XLR 125
Gesamtklang 125
Verarbeitung überragend
Bedienung überragend
Ausstattung sehr gut
Klangurteil überragend 125
getestet in Ausgabe: 12/07


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