pearl.de Bestseller NEU Beratungsvideo Schnäppchen Ausgezeichnet bewertet Pressestimmen Günstig beiwww.pearl.de onlne einkaufen
Testbericht

Kopfhörer Sennheiser HD 800

Testergebnis
95.0 Punkte
1000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Bernhard Rietschel

11. Mai 2009

Einen direkten Gegenpol zum jahrelangen Reifeprozess des Grado bildet der Sennheiser HD-800. Dessen Leben begann in der deutschen Wedemark mit dem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier.

Dieses Produkt wurde auch getestet von:

Chefentwickler Axel Grell – dessen Name keinesfalls zu voreiligen Schlüssen über den Klangcharakter seiner Kopfhörer-Kreationen verleiten sollte – begab sich auf die Suche nach einem möglichst resonanzarmen, zugleich pegel- und bassfähigen Treiber, der alle bisherigen dynamischen Sennheisers weit in den Schatten stellen sollte. Das Resultat ist eine für Kopfhörerverhältnisse riesige 56-Millimeter-Membran, die durch eine nicht minder überdimensionierte 40-Millimeter-Schwing­spule angetrieben wird und effektiv als Ring­radiator arbeitet. Eingebettet ist der Monstertreiber in eine ebenfalls neukons­truierte Muschel mit Kunststoff-Rahmen. Das zwischen den Streben sichtbare, an silbernes Nylon erinnernde Gewebe besteht tatsächlich aus hauchdünnen Edelstahlfäden und besitzt eine präzise definierte akustische Filterwirkung.

Edel auch das wie samtiges Wildleder wirkende Material der Ohrpolster, der Edelstahl-Federbügel mit eingelaserter Seriennummer und die präzisen Steckkontakte für das Kabel, die bei starkem Zug ausrasten und der Leitung dadurch das Überleben sichern. Als Kopfhörer-Arbeiter, der sich, etwa beim Justieren von Plattenspielern, mit fast „Dinner for One“-artiger Regelmäßigkeit im eigenen Kabel verfängt, kann der Autor derartige Praxisnähe gar nicht genug loben.


Bild vergrößern 716 1000 http://img4.magnus.de/image-r716x1000-C-3a3a96b6-35385663.jpg Das Kabel ist mit satt rastenden Steckverbindern befestigt . © H.Härle. J.Bauer, Hersteller
© H.Härle. J.Bauer, Hersteller

Das Kabel ist mit satt rastenden Steckverbindern befestigt .

Die Gefahr, sich den mit 360 Gramm relativ schweren Hörer vom Kopf reißen, wäre hingegen auch bei fest angebrachtem Kabel gering, da der HD-800 bombenfest sitzt. Ohne zu drücken, versteht sich, aber mit nachdrücklichem, sattem Abschluss rund ums Ohr.

Obwohl die Treiberrückseiten nach außen offen sind und auch Umgebungsschall weitgehend ungehindert nach innen dringt, stellt sich beim Aufsetzen des Hörers ein interessanter Effekt ein, der sich noch verstärkt, sobald die ersten Takte Musik erklingen: Die gefühlte Akustik ist staubtrocken, „erinnert an eine schalltote Studiokabine“, wie Kollege Malte Ruhnke treffend bemerkte.

Was nicht heißen soll, dass der HD-800 dumpf klingt – im Gegenteil: Die vollbesetzte Bigband, die Joni Mitchell begleitet, ließ sich bis in die hintersten Reihen, bis ins letzte Ausklingen der Schagzeugbecken bestaunen, und zwar ohne – im übertragenen Sinne – zusammengekniffene Augen. Vom eingangs erwähnten Geistertenor über entfernt vorbeiheulende Polizeisirenen bei „The Wolves" von Bon Iver (schon deshalb merkwürdig, weil die Platte in einer Blockhütte in der kanadischen Wildnis aufgenommen sein soll), bis hin zu den schemenhaften Spuren von Stéphane Grappellis Geigennoten, die im Lauf der Produktion von „Wish You Were Here" vermeintlich vollständig im Synthesizer-Wind untergingen – die Informationen waren einfach da und fielen dem HD-800-Träger ohne jede Anstrengung zu.


Bild vergrößern 937 657 http://img4.magnus.de/image-r937x657-C-c125e7e6-35385660.jpg Der Ringradiator verbindet große Membranfläche mit optimaler Kontrolle. Ein starker Neodym-Magnetring dient als Antrieb. © H.Härle, J.Bauer, Hersteller
© H.Härle, J.Bauer, Hersteller

Der Ringradiator verbindet große Membranfläche mit optimaler Kontrolle. Ein starker Neodym-Magnetring dient als Antrieb.

Natürlich kann man mit dem Sennheiser auch jenseits pophistorischer Spurensicherung einfach hervorragend Musik hören. Im Bass tiefreichend und präzise, unbestechlich neutral, perfekt durchhörbar ohne aufdringlich zu wirken, ist der HD-800 die perfekte Kreuzung aus Studio-Akustiklupe und Wohzimmer-Genussmittel. Wobei das Raumgefühl klar vom Monitorcharakter geprägt ist: Die Instrumente sind zwar sehr sauber gestaffelt und präzise in ihren Konturen, die virtuelle Bühne baut sich aber im Kopf auf – nicht davor, und nicht ringsherum.

Noch ein wichtiger Tipp: Beide Hörer sollten für optimalen Klang an einem möglichst hochwertigen Kopfhörerverstärker betrieben werden. AUDIO hat beide Hörer ausgiebig mit vier dieser Spezialisten probiert. Trotz der elektrisch sehr unterschiedlichen Antriebe  der beiden Hörer fielen die unten beschriebenen Präferenzen in beiden Fällen gleich aus.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Bauweise Offen
Funktionsprinzip dynamisch
Gewicht 360,0
Zubehör
Anschlussstecker Klinkenstecker 6,3 mm
Messwerte
Impedanz 347,0 Ohm
Wirkungsgrad 93,5 dB
Bewertung  
ja Absolut neutral, pegelfest und unaufdringlich. Hohe Auflösung.
nein Die sehr großflächig anliegenden Muscheln mag nicht jeder.
Bewertung Klang 95
Ausstattung gut
Bedienung sehr gut
Verarbeitung überragend
Klangurteil 95
getestet in 5/09


Verwandte Themen

Günstig bei www.pearl.de online einkaufen
Finden Sie Ihr Produkt

Schnellfinder

Sie wollen schnell einen Überblick gewinnen? Mit wenigen Klicks zum passenden Gerät!

Hier auswählen:

Handy-Tariffinder

Handyrechnung zu hoch? Hier finden Sie Ihren perfekten Handytarif.

Zum Tarifvergleich

Kleines Spiel für zwischendurch

Meistgelesen
1. HP Officejet 6700 im Test

Das "Office" im Namen dieses Multis streichen Sie gedanklich mal weg. Dieses Multifunktionsgerät druckt Fotos in äußerst ansprechender Qualität.

2. Kino-Kritik: Kill Me Please

Als Suizidwillige mit dem Tod konfrontiert werden, sinnen sie plötzlich nicht mehr auf das Ableben.

3. DECT-Telefon Peaq PDO250 im Test

Mit dem DECT-Telefon Peaq PDP250 schickt die Media-Saturn-Holding das erste Schnurlostelefon Marke Eigenbau ins Rennen. Im Test überzeugt das Peaq PDP250…

4. Kino-Kritik: Marley

So ausführlich wie oberflächlich präsentiert sich "Marley", die 144 Minuten lange Dokumentation über Reggae und Rastafari.