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Testbericht

Kompaktlautsprecher German Maestro Linea S B-One

Testergebnis
78.0 Punkte
800 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke | Profil | Kontakt

10. September 2010

Die schmale Form mit der eleganten Verrundung erinnert an eine alte Bekannte: die MB Quart Alexxa (AUDIO 3/07). Zu Recht – die Linea S von German Maestro ist die offizielle Nachfolge­serie.

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Doch nicht nur der Firmenname hat sich geändert, sondern auch die ­Abstimmung. So bekam die kompakte B-One einen komplett neuen Hochtöner. Statt einer konventionellen Kalotte arbeitet hier jetzt eine Inverskalotte, die nach dem vom Hersteller „ultrasphere“ genannten Konzept ein deutlich homo­generes Rundstrahlverhalten bieten soll. An der umgekehrten Anordnung der ­Töner – Kalotte unten, Polyprop-Konus oben – hat man dagegen festgehalten, um die Signale beider Töner beim Hörer möglichst gleichzeitig eintreffen zu ­lassen: Das soll Interferenzen im Übergangsbereich vermeiden. Der liegt mit 1900 Hz übrigens auffällig niedrig. Dass der Hochtöner dennoch nicht nennenswert klirrt, deutet auf eine extrem gute Auslegung der Weiche und auf einen sehr hohen Standard bei der Konstruk­tion der Chassis hin.

German Maestro Linea S B-One
Bild vergrößern 621 1169 http://img3.magnus.de/German-Maestro-Linea-S-B-One-r621x1169-C-6055f832-37801325.jpg Andersrum: Die Kalotte der German Maestro ist invers, was den Abstrahlwinkel vergrößern soll. Ihre flache Sicke ermöglicht zudem größere Hübe ohne Klirr.

Andersrum: Die Kalotte der German Maestro ist invers, was den Abstrahlwinkel vergrößern soll. Ihre flache Sicke ermöglicht zudem größere Hübe ohne Klirr.

Auch am Bassreflex gab es nur wenig zu verbessern: Ein breiter, gerundeter Schlitz anstelle eines Rohres soll nun die Strömungsgeräusche mindern. Besonders formschön geriet das auf Wunsch echtholz-furnierte Gehäuse mit der futuristisch gebogenen Schallwand: Deren Taillierung soll das Abstrahlverhalten rund um den Hochtöner verbessern und Kantenreflexionen keine Chance geben.

Ein Hort der Wärme

Anders als die voranstürmende Dali ließ es die German Maestro ruhig angehen: Bachs meditative Kantate „Ich habe genug“ (Montreal Baroque, Atma Classique) tönte minimal voluminöser, dafür noch wärmer und weltentrückter als über die schon sehr schön spielende Heco Celan XT 301.

German Maestro Linea S B-One
Bild vergrößern 637 449 http://img4.magnus.de/German-Maestro-Linea-S-B-One-r637x449-C-3adaeee5-37801329.jpg Sauber gemacht: Die Weiche sorgt nicht nur für guten Übergang, sondern entzerrt gerade den Konustöner und passt die Kennschalldrücke aneinander an.

Sauber gemacht: Die Weiche sorgt nicht nur für guten Übergang, sondern entzerrt gerade den Konustöner und passt die Kennschalldrücke aneinander an.

Umso schöner, dass bei aller Wärme im Klangbild die B-One nie langweilig oder muffig agierte, sondern orchestrale Details im passenden Schlusschor „Ehrt Eure deutschen Meister“ (Wagner Meistersinger, Sawallisch) quasi selbstverständlich und eher hintergründig darstellte. Die Abstimmung war immer dann von Vorteil, wenn die Aufnahmen eher schwierig waren (wie die anspruchsvollen Zischlaute auf Katie Meluas „Shy Boy“). Umgekehrt, bei allzu dunklen Abmischungen (etwa Dvo­ráks 9. Sinfonie; Järvi, Telarc), verwischte ihre Darbietung rhythmisch leicht und verlor sich doch etwas zu stark in wohliger Wärme und tiefem Raum, anstatt die einzelnen Instrumente aus ihrer Umgebung herauszuarbeiten. Jazzrockiges  wie Jeff Becks „Guitar Shop“ spielte sie zwar entspannt, aber auch etwas temperamentlos. Ein Lautsprecher, der zwar aufs erste Hören eher unspektakulär klingt, aber bei längeren Sessions ob seiner Ermüdungsfreiheit und seiner stoischen Ruhe viele Fans finden dürfte.

+ Warm bis natürlich abgestimmt, angenehm, weiträumig und ungemein langhörtauglich.

Etwas mehr Tiefbass und Temperament täten gut.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 19,5 x 37,0 x 30,0 cm
Gewicht 9,0
Oberflächen Furnier, Lack
Farbe Ahorn, Kirsche, Zebrano, Hochglanz schwarz/weiß
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse single Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz.
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 103 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 59 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 51 Hz
Nennimpedanz (Audio) 6 Ohm
Bewertung  
ja Warm bis natürlich abgestimmt, angenehm, weiträumig und langzeittauglich
nein Etwas mehr Tiefbass und Temperament täten gut
Bassqualität 60
Basstiefe (Bassfundament) 55
Detailtreue (Präzision) 85
Feindynamik 75
Maximalpegel (Lebendigkeit) 55
Neutralität 90
Ortbarkeit 85
Räumlichkeit (Luftigkeit) 95
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil sehr gut 78
getestet in Ausgabe: 7/10

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