Testbericht Kompaktbox PSB Imagine Mini
- Datenblatt
- stereoplay
PSB Imagine Mini
- Hersteller
- PSB
- UVP
- 800 €
- Wertung
- 43.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
- Tester
-
Während Digitalkameras längst in jede Hemdentasche passen, sind HiFi-Lautsprecher in den letzten 20 Jahren kaum kleiner geworden. Zwar werden im Massenmarkt Unmengen von Microanlagen angeboten, doch davon sollten sich Klangbewusste nicht täuschen lassen. Boxen, klein wie Espressotassen, klingen nun mal nicht wirklich erwachsen.
© Archiv
© stereoplay
Wenige Liter Volumen
Die zum Chassis-Format passenden Boxengehäuse benötigen keine zehn Liter Volumen und sind meist ähnlich proportioniert wie ein menschlicher Kopf. Diese geometrische Parallele trägt dazu bei, dass Boxen dieses Formats häufig besonders homogen und natürlich klingen; speziell bei Gesang, der vielfach die musikalischen Inhalte dominiert und als besonders wichtig empfunden wird.
© stereoplay
Davon abgesehen ist die PSB Imagine Mini ein moderner Allrounder, der seine historischen Vorbilder in Sachen Linearität, Rundstrahlverhalten und Belastbarkeit deutlich übertrifft. Satte 97 Dezibel ließ sich die kaum 24 Zentimeter große Box im Messlabor bezogen auf 1 Meter Entfernung entlocken – fast so viel wie manche Standbox mit einem Mehrfachen an Membranfläche und Gehäusevolumen.
© stereoplay
Weniger euphorisch geriet die Reaktion auf die Messung der Basseckfrequenz, die mit 75 Hertz ermittelt wurde: 20 Hz oberhalb der Herstellerangabe. Fachkundige wissen, was das bedeutet: Tiefbasshoffnungen streichen oder Subwoofer dazupacken; das Schicksal praktisch aller Passivboxen dieses Volumens.
© stereoplay
Die Mini ist das kleinste Modell der noblen Imagine-Baureihe und profitiert so von einigen Merkmalen, die man in dieser Preisklasse normalerweise nicht erwarten würde. So stehen drei feine Echtholzfurniere zur Wahl, gegen Zuzahlung von 100 Euro pro Paar auch schwarzer oder weißer Hochglanzlack.
Die Chassis verfügen über hochlineare Antriebe mit platzsparenden und dennoch starken Neodym-Magneten. Speziell der Tiefmitteltöner will damit kraftvoller und facettenreicher klingen als in der Größenklasse gewohnt.
Im direkten Vergleich mit großen Standboxen blendet die kleine PSB tiefe Bässe weitgehend aus. Doch nach kurzer Eingewöhnung interpoliert das Gehör die fehlenden Anteile und lenkt die Konzentration auf die Bereiche, die kleine Boxen traditionell am besten beherrschen: Natürlichkeit im Stimmbereich und Offenheit allgemein.
Auf der CD, die stereoplay 11/2011 beilag, spielt der Gitarrist Hans Theessink ein gefühlvolles „No Expectations“. Die PSB meistert das eher ruhige Stück mit großer Stimmkraft und angenehm leuchtenden Klangfarben. Für gerade mal 800 Euro eine sehr gute Leistung.
Alle Daten und Testergebnisse zum PSB Imagine Mini