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Testbericht

Klipsch Palladium P-17 B

Testergebnis
91.0 Punkte
4000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

26. Januar 2009

Auch beim Hornpionier Klipsch gab es 2007 eine komplett neue Treibergeneration zu bestaunen: die Palladium-Serie. Obwohl das legendäre Klipschorn (siehe AUDIO 7/06) noch unverändert gebaut wird, sind seine Breite, seine starren Aufstellungszwänge und der nicht ganz verfärbungsfreie Klang für viele Fans nicht mehr zeitgemäß. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Klipsch nun ein Gegenkonzept in Form der zierlichen Palladium P-17 B herausbringt.

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Dieses Produkt wurde auch getestet von:

Kaum größer als konventionelle Zweiwege-Boxen, spielt in ihr das gleiche Duo aus Mittel- und Hochtonhorn wie in der Palladium P 39 F, der teuersten je gebauten Klipsch (AUDIO 1/09). Die organisch geformte, aus Rundungen wie schrägen Flächen bestehende Trichterform mit kurzem Schallweg hat nichts mehr mit dem 60 Jahre alten Klipschorn-Treiber gemein; stehende Wellen innerhalb des Horns und damit trötige Verzerrungen sollen hier ebensowenig eine Chance haben wie plötzliche Veränderungen des Abstrahlwinkels.

Als Mitteltontreiber greifen die Klipsch-Ingenieure auf einen ungewöhnlich großen 13-Zentimeter-Konus zurück und nicht wie früher auf eine PA-typische Inverskalotte. So kann die Druckkammer zum Horn hin relativ weit geöffnet werden, was Kompressionen und Strömungsgeräusche verringert, aber ebenso den Wirkungsgrad. Der spielt freilich in einer klassischen HiFi-Box keine große Rolle, besonders, wenn sie so klein ist. Ist doch der auf Tiefgang getrimmte, mit 17 Zentimetern vergleichsweise winzige Bass der limitierende Faktor für die Effektivität der Gesamtkonstruktion. Optisch bleibt die P- 17 B auf Linie: Das „Zebrawood" genannte Schichtfurnier, die zulaufende Bootsform und die schlichte Abdeckung machen die Box zum Eyecatcher.

Eine unglaublich reife Vorstellung gab die kleine Palladium dann im AUDIO-Hörraum. Sie vernachlässigte keineswegs die untersten Basstöne. Tonal orientierte sie sich an der ausgewogenen B & W 805 S, doch welch ein Unterschied im Charakter! Luftig, weiträumig und seidig, aber auch diffus und distanziert kam die „Fledermaus“-Ouverture via B  &  W (J. Strauss, Jurowski, Opus Arte) zu Gehör, während die Klipsch die Weiträumigkeit zugunsten von Präzision, anspringendem Timing und geradezu sprudelnder Energie aufgab. Setzten dann noch die Solisten ein, geschah etwas Magisches: „Ich kann den Sänger genau spüren, ich kann ihn förmlich pflücken“, bemerkte Kollege Rietschel angesichts der holographisch genauen Projektion der P-17 B.

Bei Santanas „Adouma" („Shaman“, Arista) bewies die Klipsch überdies ihre rhythmischen Talente: trocken, tief und knackig ihr Bass. Da musste sich die etwas gemütliche B & W arg strecken, und selbst die JBL Array konnte nur noch mit schierer Tieftongewalt und Dynamik dagegenhalten. Denn ewig laut kann die P-17 B nicht. Für eine Kompakte klingt sie dennoch sehr erstaunlich. Zumal sie bis zum Anschlagen ihres Konustöners sauber bleibt und die dynamischen Schattierungen hält wie eine wahrhaft große High-End-Box.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 23,4 x 50,6 x 34,3 cm
Gewicht 13,6
Oberflächen
Farbe
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 3
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. ja
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 100 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 57 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 46 Hz
Nennimpedanz (Audio) 2 Ohm
Bewertung  
ja Neutral, super präzise, trockene Bässe und holographisch exakte Projektion
nein Pegel kennt Grenzen, Raumabbildung flach und sehr nah
Bassqualität 85
Basstiefe (Bassfundament) 75
Detailtreue (Präzision) 100
Feindynamik 95
Maximalpegel (Lebendigkeit) 75
Neutralität 100
Ortbarkeit 105
Räumlichkeit (Luftigkeit) 75
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil überragend 91
getestet in Ausgabe: 2/09

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