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Testbericht

KEF Reference 207 / 2

Testergebnis
103.0 Punkte
20000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

4. Januar 2008

Die perfekte Box zeigt super Messwerte und musikalischen Klang

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Von Anzahl und Größe der Töner auf der Schallwand sollte man sich nicht täuschen lassen: Das Kopfteil der KEF Reference 207/2, ihr Koaxialchassis, ist der wichtigste Player. Es übernimmt zwei Drittel des hörbaren Tonumfangs und ist damit für  Klangfarben, Detaildarstellung und Abbildung quasi aus einem Punkt alleinverantwortlich. Das war bei KEF nicht immer so – noch das Vorgängermodell 207 besaß einen abgesetzten Superhochtöner. Damit war das Prinzip der Punktschallquelle ad absurdum geführt, was letztendlich die Ingenieure auch zu einer Neukonstruktion motivierte.

Alte Rundungen, neue Technik

Der von KEF „UniQ" genannte Doppelwandler basiert auf einem einfachen Prinzip: Mittel- und Hochtöner haben eine gemeinsame Achse und sind „ineinander verbaut“, was einer punktgenauen Ortung dienlich sein soll. Damit ist die Trichtermembran zugleich die Schallführung für den Hochton. Und genau da lag bei weniger ausgereiften Konstruktionen das Problem: Nicht immer wurde die Formgebung dieser Hybridfunktion gerecht, unkontrollierte akustische Effekte sorgten mal für einen muffigen, mal für einen etwas trötigen Ton im Übergangsbereich. Der Reference-UniQ vermeidet solche Probleme durch seine Formgebung und die kantenlose Bauweise – das AUDIO-Messlabor attestierte der KEF völliges Fehlen von typischen Welligkeiten im Frequenzgang.  

Auch die Schwerarbeit von Tief- und Grundton wird zwischen den restlichen drei Chassis noch einmal aufgeteilt: Das obere ist Spezialist für den Grundton, die beiden unteren übernehmen lediglich die tiefen Bässe. Den Zusammenhalt des Klangbildes übernimmt eine aufwendige Frequenzweiche. Diese trennt nicht bloß, sondern passt Pegelverhältnisse, Phasengänge und Übernahmebereiche der Töner perfekt einander an.

Die Rundungen und Versteifungen der alten 207 wurden quasi unverändert übernommen. Die Verbesserungen sieht man am Detail: Die Lackqualität der nach wie vor komplett in England gefertigten Rundungen hat sich deutlich verbessert, Einfräsungen und Verarbeitung sind nun auf dem Niveau der imageträchtigeren Konkurrenz von B&W angekommen. 


Bild vergrößern 603 1000 http://img1.magnus.de/image-r603x1000-C-dcbbffea-25339029.jpg Per Schraubstecker lassen sich Hochton- und Tieftonpegel anpassen. © H.Härle
© H.Härle

Per Schraubstecker lassen sich Hochton- und Tieftonpegel anpassen.

Hörtest

Buchstäblich vom ersten Takt an baute die KEF Reference 207/2 ein plausibel großes und völlig homogenes Modell des Berliners Konzerthauses in den akustisch beinahe unsichtbaren Hörraum. Die dort aufgenommenen Stücke der CD AUDIO „pure music 3" (Bose) zeichnen sich durch ihren intimen, altmodischen Raumklang aus, die Streicher überspannen die Stereobasis fast ein wenig. Das meißelte die KEF ebenso unverwechselbar genau in ihr klingendes Gesamtkunstwerk ein wie alle kleinen Nebengeräusche, das Husten der Zuschauer und das Atmen des Raumes.

In der Redaktion herrschte eine erstaunliche Einigkeit: Die KEF kommt dem Ideal nahe, sie zeigte charakterlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit der deutlich kleiner dimensionierten ME Geithain ME-150 .

Die KEF vereinte scheinbare Gegensätze: dynamisch anspringend und völlig sauber zugleich, neutral und im Tiefbass minimal schlanker, ohne je Rhythmus und Tempo zu vernachlässigen. Dazu gesellte sich eine Raumdarstellung, die jeden Operngänger begeistern wird – ein hochauflösendes, dreidimensionales, dennoch nie künstliches Panorama. Die KEF ist der Lautsprecher gewordene Beweis, dass sich Kopf und Herz, technische Perfektion und Musikalität nicht ausschließen. Und sie lässt fast keine Wünsche offen, sieht man einmal ab von den letzten Hertz Tiefgang oder der immer ehrlichen, weniger seidig-schönfärberischen Hochton-Wiedergabe.

Fazit

Mit 103 Punkten stößt die KEF weit in die höchste AUDIO-Klasse vor. Nomen est omen – als Arbeitsreferenz wird die Reference der Redaktion fortan auch zur Einstufung von Verstärkern und CD-Spielern dienen. Dafür empfahl sie sich nicht nur durch Ehrlichkeit und Detailreichtum. Beim Quercheck mit diversen Amps, auch preiswerten, leistungsschwachen Röhren, erwies sie sich ebenfalls als unkomplizierter Partner ohne spezielle Ansprüche an Leistung und Stabilität.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T)
Gewicht
Oberflächen
Farbe
Technische Merkmale  
Bassprinzip
Anzahl der Wege
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz.
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert
untere Grenzfrequenz (-3dB)
Untere Grenzfrequenz (-6 dB)
Nennimpedanz (Audio)
Bewertung  
ja Vollendete Symbiose aus Neutralität, Raumdarstellung, Dynamik und Präzision
nein Gnadenlos ehrlich, Bass könnte tiefer gehen
Bassqualität 95
Basstiefe (Bassfundament) 90
Detailtreue (Präzision) 105
Feindynamik 105
Maximalpegel (Lebendigkeit) 100
Neutralität 105
Ortbarkeit 110
Räumlichkeit (Luftigkeit) 105
Verarbeitung überragend
Klangurteil überragend 103
getestet in Ausgabe: 9/07


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