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Testbericht Im Test: Subwoofer Teufel S 8000 SW THX Ultra 2

Die Berliner Heimkino-Spezialisten Teufel gehören zu den letzten Mohikanern im Business, die noch an einer THX-Zertifizierung festhalten. Und so prangt auch auf ihrem neuen Woofer-Flaggschiff, dem S8000SW (1700 Euro), das THX-Ultra-2-Siegel, dass höchste Leistungen fürs Home­Cinema garantieren soll.

Teufel S 8000 SW

Hersteller
Teufel
UVP
1700.00 €
Wertung
89.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Auszeichnung
Subwoofer 5/2011, Empfehlung Heimkino

Der Woofer ist Teil des ebenso zertifizierten Komplettsets Teufel System 8 und zur Zeit nur im Bundle mit diesem Set erhältlich. Künftig soll er aber auch wieder einzeln vertrieben werden und somit auch Besitzer von anderen Sets und Fremdboxen heimkinotechnisch beglücken.

Größe ist dabei relativ: In der Beschreibung auf der Teufel-Website bekundet man besonderen Stolz ob der kompakten Maße des Woofers – immerhin 80 Liter, was für die HiFi-Konkurrenz wohl eher mit „XXL“ bezeichnet werden dürfte. Dabei ist die Form­gebung des Teufel noch relativ unauffällig – der Wooferschrank baut eben sehr weit (70 Zentimeter) in die Tiefe und soll dabei auch mit Kinos bis 100 Quadrat­metern zurechtkommen. Das ist ein Wort.

tiefgang: Das 30er-Chassis arbeitet im Downfire-Prinzip nach unten, Spikes verleihen ihm einen sicheren Stand. Die ungewöhnliche Ansicht zeigt auch, wie stark der S8000 SW in die Tiefe baut.
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© Archiv
tiefgang: Das 30er-Chassis arbeitet im Downfire-Prinzip nach unten, Spikes verleihen ihm einen sicheren Stand. Die ungewöhnliche Ansicht zeigt auch, wie stark der S8000 SW in die Tiefe baut.

Eines, das man der schwarzen Kiste allerdings durchaus zutraut. Das 30-Zentimeter-Chassis mit beschichteter Papiermembran und extremer Langhub-Spule arbeitet dabei konsequent im Downfire-Prinzip nach unten, vier Spike-Kegel sorgen für sicheren Stand und eine definierte Ankopplung an den Boden, ohne selbigen durch allzu stark angespitzte Enden gleich zu zerkratzen oder gar zu zerstören. Nur im alleruntersten Tiefbass­bereich unter 30 Hz klinkt sich ein breiter Bassreflexschlitz dazu, der oben auf der Rückseite des Gehäuses angebracht ist, was Strömungsgeräusche verringern und möglichst vom Hörer fernhalten soll. Eine derart tiefe Tuningfrequenz hat den Vorteil, dass ein Großteil des fürs subjektive Timing wichtigen Bass- und Oberbassbereiches frei von Gruppen-Laufzeitverzerrungen gehalten werden kann.

Fernsteuerung: Für die wichtigsten Einstellungen wie Phase oder Lautstärke, kann auch die Fernbedienung zur rate gezogen werden.
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© Archiv
Fernsteuerung: Für die wichtigsten Einstellungen wie Phase oder Lautstärke, kann auch die Fernbedienung zur rate gezogen werden.

Nicht weniger als 500 Watt Sinus befeuern das Chassis, trotz bekundetem hohen Wirkungsgrad. Doch damit genug der Superlative. Auch bassqualitativ soll der Teufel S 8000 hoch hinaus kommen; verlässt sich bei Filterung und Ansteuerung allerdings auf einen gut ausgestatteten AV-Receiver. Dem Wohlklang dienen soll besonders die Fernbedienung, die schlauerweise neben dem Pegel auch die Phasenlage des Woofers beeinflusst – doch leider nicht die Trennfrequenz der Filterung, die über einen analogen Poti-Regler auf der Rückseite des Woofers angepasst werden muss.

Den im Labor aufgestellten Pegel- und Tiefgangrekord für ein Zwölfzoll-Chassis toppte der Teufel im Hörraum noch: Was die schwarze Hochglanzkommode an Druckwellen freisetzen kann, ist schlicht phänomenal.  Bei Stanley ClarkesJus­tice Grooves“ schien eine ganze Armada von Tiefbass-Spezialisten auf einmal auf den Hörer zuzustürmen, wobei der S 8000 THX Ultra 2 völlig unabhängig von Frequenz und Tonlage unendlich satt und druckvoll tönte. Dass er nicht der präziseste Woofer seiner Klasse war, ließ sich bei Rock und Pop gut verkraften, hier kommen Freunde fetter und raumfüllender Bässe voll auf ihre Kosten.

Nicht herausragend schlug er sich allerdings bei Jazz und Klassik: Bei Berlioz’ Symphonie fantastique“ (Nezet-Seguin) schob er statt fein dosierter Paukenschläge ein halbes Gewitter in den Hörraum und brachte damit das feindynamische Interpretations-Konzept etwas aus dem Gleichgewicht. Bei vertrackten Funkrhythmen wie auf JamiroquaisRock Dust Light Star“ fehlte es ihm schlicht an Trockenheit, um mit den schnellen und fein dosierten Schlägen und Tönen von Bassdrum und Bass mitzuhalten. Auch konnte er einen gewissen Hang zum Aufweichen von Noten nicht verhehlen.

Frequenzgang

Doch das war kein ernstes Hindernis auf dem Weg an die Spitze in der Wertung „Heimkino“ – wenn es um Action, knallige Sounds und Explo­sionen geht, bleibt der Teufel ungeschlagen. Neben geradezu unglaublichem Gewittergrollen und dumpfen Einschlägen bei „Master And Commander“ war es vor allem seine Fähigkeit, den Hörraum komplett unter Bassdruck zu setzen, die jeden Thriller und Horrorfilm erst so richtig zum Angstmacher mutieren ließ.

Pegel- und Klirrverlauf

Messlabor

Tiefgang und hoher Maximalpegel sind für gewöhnlich konkurrierende Ziele bei der Sub-Entwicklung. Nicht so bei Teufel: Trotz sensationellen 18 Hz unterer Grenzfrequenz erreicht er einen unverzerrten Maximalpegel von nicht weniger als 113,5 Dezibel. Diese Fabelwerte kann ein einzelnes Chassis selbstredend nur im entsprechend großen Gehäuse und mit Bassreflexunterstützung erreichen. Die Klirrwerte bleiben dabei trotz dessen tiefer Abstimmung durchgehend im hervorragenden Bereich.

Alle Daten und Testergebnisse zum Teufel S 8000 SW

 
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