Menü

Testbericht Im Test: Standlautsprecher Cabasse Majorca

  • Testbericht
Die Cabasse Majorca 410 (1900 Euro pro Paar) ist eine sehr zupackende, homogene Box mit hervorragendem Raum und schier unglaublichen Dynamikreserven.

Cabasse Majorca MC 40

Hersteller
Cabasse
UVP
1900.00 €

Schaumstoffmembran und starker Antrieb bringen den Konus zu Höchstleistungen – auch im Mittelton. Der Ringstrahler des Koax-Systems setzt erst bei 900 Hz ein. © MPS
Schaumstoffmembran und starker Antrieb bringen den Konus zu Höchstleistungen – auch im Mittelton. Der Ringstrahler des Koax-Systems setzt erst bei 900 Hz ein.

Zu den Lautsprecherchassis, deren Herkunft man auf den ersten Blick errät, gehören mittlerweile auch jene des französischen Spezialisten Cabasse.

Das hat zwei Gründe: Zum einen die spezielle Koaxialtechnologie, bei denen die Mittel­töner ringförmig um den Hochtöner samt einer Schallführung herumgruppiert werden. Bei den hochwertigen Serien kommen noch Grundtonringe hinzu, was den Punktschallquellen die charakteristische Kugelform gibt.

Etwa 20 Grad am Hörer vorbei richten, auf Koax-Ebene hören. Unter 3m Hörabstand etwas zu präsent, wandnah eher fett. © AUDIO
Etwa 20 Grad am Hörer vorbei richten, auf Koax-Ebene hören. Unter 3m Hörabstand etwas zu präsent, wandnah eher fett.

Die Majorca ist mit einem 10 Zentimeter messenden Zweiwege-Koax ausgestattet, bei dem die ringförmige Mitteltonmembran außen fest eingespannt wird, um Partialschwingungen zu vermeiden. Er strahlt alle Frequenzen über 900Hz aus einem Punkt ab.

Zweites Charakteristikum: ­Cabasse verwendet konsequent weiße Membranen, die aus einem besonders leichten, aber durch ein spezielles Verfahren ausgehärteten Schaumstoff besteht. Aus diesem sind auch die beiden imposanten 20cm-Bässe der Majorca gefertigt, die äußerst geringes bewegtes Gewicht mit einem kraftvollen Antrieb paaren. Diese Kombi nebst den großzügigen Reflexrohren sichert der Majorca einen Spitzenplatz bei den Labormessungen.

Rock Around the Clock

Sehr hoher Wirkungsgrad, ­enorm tief, ausgewogen, nur auf Achse schmalbandig wellig. © AUDIO
Sehr hoher Wirkungsgrad, ­enorm tief, ausgewogen, nur auf Achse schmalbandig wellig.

Wer noch irgendwelche Fragen zur Definition von „Dynamik“ hat, schicke bitte eine Scheibe wie Deep Purples ­„Machine Head“ an die Cabasse und drehe den Regler auf: Das Rockkonzert, das sie entfesselt, ist schier unglaublich. Nicht nur, dass sie mit sattem Bass und fetziger Feindynamik loslegen kann, nein, selbst bei absolut ­gehörschädlichen Pegeln bleibt ihr Klangbild stets ­homogen und vermeidet den bei Beschallungs­anlagen bekannten subjektiven „Druck auf den Ohren“.

Impedanz unkritisch, aber etwas schwankend; AK 48 © AUDIO
Impedanz unkritisch, aber etwas schwankend; AK 48

Doch damit nicht genug der Überraschungen: Mit klassischen Werken überragte sie die Konkurrenz zwar nicht in punkto Präzision – ihr Chor geriet eher homogen-historisch als fein aufgelöst –, dafür baute sie bei Brahms „Deutschem Requiem“ (Janowski) ein verblüffend plausibles Abbild der ­Berliner Philharmonie in den eigentlich sehr trocke­nen AUDIO-Hörraum.

Die Freude über ihre tolle Musikalität hielt jedoch nur über die lauten Passagen an – in Flüsterlautstärken verliert die Majorca viel von ihrem Charme. Den bewies sie dagegen bei Junior Wells „Satisfaction“ (AUDIO-CD 50 Jahre KEF;  1/11), wo sie mit intimem Raum und Gefühl für ­Timing wie Stimmen auch Freunde von audiophilen Tönen zu begeistern wusste.

Alle Daten und Testergebnisse zum Cabasse Majorca MC 40

 
x