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Testbericht Im Test: Monitor Audio GX 300

Früher glänzten die Monitor-Audio-Modelle mit goldenen Hochtonkalotten. Die GX 300 (ab 3880 Euro pro Paar), Flaggschiff der Gold-Linie, überzeugt in fast allen Bereichen.

Monitor Audio GX 300

Hersteller
Monitor Audio
UVP
3880.00 €
Wertung
56.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Ob Mo Iqbal sich den aktuellen Boom wohl hätte träumen lassen? Der charismatische Boxenbauer und Gründer von Monitor Audio hob die Marke vor 40 Jahren aus der Taufe und feierte auch in Deutschland große Erfolge. Er gönnte sich sogar einen langen Rechtsstreit mit B&W um die ganz und gar skurrile Frage, wer denn nun goldene Metallkalotten als Markenzeichen nutzen dürfe... Iqbal verlor den Streit nicht, warf aber 1997 trotzdem das Handtuch; er verkaufte die Firma, weil er die Zukunft von Monitor Audio zu düster sah.

Andere nicht. Eine britische Investoren-Gruppe erkannte das Potenzial des Unternehmens und baute es bis heute konsequent aus. Immer eingedenk der Iqbal’schen Ideale von transparentem Klang und exzellentem Gehäuse-Finish. Seit 2007 dienen sogar wieder die Hochtöner als Erkennungszeichen. Für die große Platinum-Serie führten die Briten ein waschechtes Bändchen ein – welches nun in kleinerer Version auch in der deutlich preiswerteren GX-­Serie zum Einsatz kommt.

Freundliche Übernahme

Beim Hochtöner hört der Technologie-Transfer nicht auf. Alle Chassis wie auch ihr raffiniert-stabiler Einbau (siehe rechts) entspringen mehr oder minder den Erkenntnissen aus der deutlich teureren Platinum-Reihe. Ebenso das Gehäuse. Laminierte MDF-Platten (wie sie auch Audio Physic oder Isophon verwenden) ermöglichen die eleganten Rundungen und ­erhöhen die Stabilität.

Weit über der Messgrenze

Monitor Audio propagiert die Vorzüge des Hochtöners zu Recht. Das Bändchen läuft bis weit über die Messgrenze von 40 kHz hinaus. Allerdings klirrt’s bei 5 kHz auffällig. Darüber hinaus ist die GX 300 eine messtechnisch im besten Sinne unauffällige Box: 108 Dezibel Maximalpegel sind ordentlich, und die Impedanz liegt so stabil um 4 Ohm, dass die GX 300 durchaus Röhren-fähig ist.

Große Homogenität

Das haben wir natürlich ausprobiert. Der Hörtest begann mit den Röhren-Monos Vulcan II von Ayon (Test 2/12). Ein musi­kalisch hinreißendes Erlebnis, allerdings zeigte sich, dass die GX 300 doch etwas mehr Kraft und Kontrolle in Bass und Grundton braucht, als die Trioden liefern können. Mit den kräftigen Transistor-Monos Ayre MX-R kam ein völlig neuer Zug in die Sache; das Klangbild wurde plötzlich offener, präziser.

Gerade was Feinzeichnung und Detaildarstellung betrifft, kann die GX 300 mehr als die meisten ihrer Mitbewerber. Auf der Test-CD von Manger („Musik von einem anderen Stern“) hört man zu Beginn das Geläut der ­Gütersloher Glocken. Mit der Monitor Audio klang’s absolut überzeugend. Nichts ragte raus, alles fügte sich in ein körperhaftes, homogenes, dabei sehr offenes Klangbild – vielleicht wegen der kompletten Metallmembran-Bestückung. Die GX 300 erreicht aber nie die Natürlichkeit der großen Platinum-Modelle: Sie klingt manchmal etwas gekünstelt und verliert bei höheren Pegeln im Grundton die vorher gute Übersicht.

Den Briten gelang mit der GX 300 ein Lautsprecher, der fraglos mehrheitsfähig ist. Hardcore-High-Endern dürfte das Golden Girl vielleicht etwas zu glatt und wohlgefällig klingen.

Monitor Audio GX 300
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Monitor Audio GX 300

Die GX 300  ist komplett mit Metallmembran- (Alu/Magne­sium-)Chassis bestückt. Das bürgt für hohe klangliche Homogenität. Der neue Bändchenhochtöner reicht bis weit über die ­stereoplay-Messgrenze von 40 Kilohertz hinaus und sitzt mit dem Mitteltöner in einem separaten Gehäuse. Der Mitteltöner ist mit 4 Zoll Durchmesser recht klein, muss aber auch erst ab 800 Hertz übernehmen. Und bereits bei 2300 Hertz übergibt er an den Hochtöner.

Alle Daten und Testergebnisse zum Monitor Audio GX 300

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