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Testbericht

Im Test: Kopfhörerverstärker Fostex HP-P1

Testergebnis
85.0 Punkte
500 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Christine Tantschinez | Profil | Kontakt

13. Juli 2011

Am Strand genauso Musik genießen wie daheim an der Anlage? Mit einem mobilen Kopfhörerverstärker wie dem Fostex HP-P1 kein Problem!

Wer den Fostex HP-P1 aus ­seiner Jackettasche zieht, könnte leicht einen ersten ­falschen Eindruck erwecken. Der kleine Kopfhörerverstärker erinnert in Form, Größe und mit seiner Haut aus einer Aluminium-Legierung verblüffend an einen erlesenen Flachmann, wobei der Volume-Regler an der Frontseite als vermeintliche Schraubverschlusskappe die optische Täuschung perfek­tioniert. Aber natürlich steckt im kleinen Japaner mit dem erstaunlichen Gewicht von 260 Gramm nichts Hochprozentiges, sondern eine hocheffektive  Möglichkeit, seine zuhause gewohnte Klangqualität auch am nächstgelegenen Baggersee zu erleben.

Wer unterwegs gerne seinem iPhone oder iPod lauscht, wird sich über die USB-Schnittstelle zum Kopfhörer­verstärker freuen, die dem Apple-Player dank beigelegtem Adapterkabel und implantiertem Apple-Authentifizierungs-Chip alle Musikdaten auf komplett digi­tale Weise entlockt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen umgeht man den für audiophile Ohren eher als Zumutung angesehenen analogen Kopfhörer-Ausgang des Players; zum anderen darf statt des Apple-Wandlers ein potenterer 32-Bit-DAC von AKM die Signal­daten entschlüsseln.

Zwei Digitalfilter stehen dabei per Kippschalter auf der Rückseite zur Auswahl; das erste mit herkömmlichem linearen Frequenzgang mit abschließendem steilen Abfall, und ein zweites Filtering mit vermindertem Pre-Ringing. Den AUDIO-Testern gefiel die zweite Filtervariante dank der eindrucksvolleren Räumlich- und überzeugenden Natürlichkeit einen Hauch besser.

Fostex HP-P1
Bild vergrößern 937 527 http://img2.magnus.de/Fostex-HP-P1-r937x527-C-a31e25ea-47520238.jpg Als hätten die Messingenieure den Freuquenzgang eigenhändig mit dem Lineal gezogen, so glatt zeigt er sich an 32 Ohm. Auch die übrigen Messwerte können sich sehen lassen: Der Störabstand liegt bei 95dB, der harmonische Klirr (links) steigt leicht und gleichmäßig an. Digitalfilter kommen bei der Messung über den analogen Klinkeneingang nicht zum Zuge. © AUDIO
© AUDIO

Als hätten die Messingenieure den Freuquenzgang eigenhändig mit dem Lineal gezogen, so glatt zeigt er sich an 32 Ohm. Auch die übrigen Messwerte können sich sehen lassen: Der Störabstand liegt bei 95dB, der harmonische Klirr (links) steigt leicht und gleichmäßig an. Digitalfilter kommen bei der Messung über den analogen Klinkeneingang nicht zum Zuge.

Überhaupt ist der Klanggewinn über die digitale Anbindung des iPods an den Fostex enormer, als man zu hoffen gewagt hatte. Neben der logischen Konsequenz, dass der Apple-Porti über den externen Amp natürlich deutlich lauter aufspielen kann als über seine eigenen limitierten Kraftreserven, bekam die Musik auch noch eine Extraportion Leben eingehaucht: Details schälten sich deutlicher heraus, Bassläufe gerieten akzentuierter, Stimmen klarer. Unabhängig übrigens, welcher Kopfhörer im ­Einsatz war.

Richtig audiophil wurde es aber dann mit Edel-Hörern wie dem Sennheiser HD 800. Der anspruchsvolle 300-Ohm-­Hörer würde normalerweise vom iPod nicht annähernd die Spannung bekommen, die er für seine Klangentfaltung braucht. Über den Fostex HP-P1 aber wird auch ein HD 800 richtig satt – mit dem entsprechend natürlichen und feinst aufgelösten Klangbild, das man von diesem Traumkopfhörer gewohnt ist. Wer das portable Glück vervollständigen will, spendiert seinem Apple-Player nur Apple-Losless-kodierte Daten.

Übrigens: Der Fostex zehrt ziemlich ­lange (rund sieben Stunden) von seinem Lithium-Ionen-Akku, aufgeladen per USB-Kabel vom Rechner. Als eigener USB-DAC aber dient er nicht, und auch seine optische Schnittstelle ist lediglich ein Ausgang, der eingespeiste iPod-Signale an einen externen Wandler aus­geben kann. Stört aber nicht weiter. Der HP-P1 gehört ohnehin zu jenen HiFi-­Produkten, deren Existenzberechtigung man beim ersten Hinsehen gerne anzweifelt, nach dem ersten Ausprobieren akzeptiert und sich schließlich fragt, wie man jemals ohne leben konnte.

Fazit

Wer schon immer mal mit seinem audiophilen Kopfhörer im Freibad kokettieren wollte, muss zugreifen. Wer seinen iPod auf die sinnvollste Weise klangtunen will, ebenfalls. Der HP-P1 ist ein ungewöhnlicher, nicht ganz billiger, aber äußerst nützlicher Kopfhörerverstärker, speziell über seine digitale Apple-Schnittstelle. Er verlegt HiFi-Genuss unter freien Himmel.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Breite x Höhe x Tiefe 7,5 x 2,5x 13,0 cm
Gewicht 0,3 kg
Farben silber/schwarz
Austattung  
Fernbedienung vorhanden nein
Klangregler / Crossfeed / Muting nein / nein / nein
Kopfhörer-Ausgang 3,5mm / 6,3mm / XLR 1 / 0 / 0
KH-Ausgänge separat zu regeln nein
Batteriebetrieb ja
Mobil einsetzbar ja
Besonderheiten iPod-Digitalanschl., opt. Digitalausg., schaltb. Digitalfilter
Anschlüsse  
Eingänge Hochpegel Cinch 0
Eingänge Hochpegel XLR 0
Eingänge Hochpegel Klinke 1
Fronteingänge Analog Klinke
Pre-Out nein
Line-Ausgang / XLR nein / nein
Digitaleingänge Cinch /Max-Auflösung Dig.-Cinch 0 / –
Digitaleingänge Optisch 0
Digitaleingänge XLR / / Max-Auflösung Digital XLR 0 / –
Fronteingänge Digital / USB-Eingang nein / ja
Fronteingänge USB / max. Auflösung USB ja V24/48
Messwerte  
Störabstand Line 95,0 dB
Störabstand digital 0 dB
Leistungsaufnahme Standby 0 W
Ausgangsspannung 2,3 V
Bewertung  
ja Wertet den iPod klanglich enorm auf; verlegt die Stereo-Anlage nach draussen.
nein Keine weiteren Digital-Eingänge.
Klang Cinch 75
Klang XLR 0
Klang Digital/USB 85
Ausstattung sehr gut
Bedienung sehr gut
Verarbeitung überragend
Klangurteil 85 sehr gut
Preis/Leistung sehr gut
getestet un Ausgabe: 7/11


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