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Im Test: KEF Q300
Die neue KEF Q300 (600 Euro pro Paar) spielt unglaublich homogen und sauber, mit tiefer und stabiler Raumabbildung und einer außerordentlich guter Bassperformance.
Mit der 2010 vorgestellten Q-Serie wagte KEF einen völligen Neustart in Sachen Design und unterzog auch die bewährten Uni-Q-Chassis, jene markentypischen Koaxial-Vollbereichstreiber, tiefgreifenden Änderungen. So kantig wie die Zwei-Wege-Box Q 300 wirkte schon lange kein Lautsprecher mehr.
Die Tangerine-Waveguide-Technologie wirkt wirklich: So sauber und neutral klangen Stimmen und Instrumente früher nie mit KEFs Koaxial-Technologie.
Technik vom Prototypen
Die Änderungen an der Technik sind hingegen keinesfalls kosmetischer Natur. Die preiswerte Einsteiger-Box profitiert hierbei wie die restlichen Modelle der neuen Q-Serie von den Erkenntnissen aus der Entwicklung des viel beachteten Superlautsprechers Concept Blade, der vor zwei Jahren auf der HIGH END in München für Aufsehen sorgte.
Der neue Hochtöner hat einen Durchmesser von 2,5 Zentimetern. Das verbessert die Empfindlichkeit gegenüber dem nur 1,9 Zentimeter durchmessenden Vorgänger deutlich und ermöglicht eine tiefere Trennung. Der Polkern des filigranen Treibers ist durchbohrt, um eine Belüftung für verzerrungsarme Wiedergabe zu ermöglichen. Ähnlich wie bei den Nautilus-Hochtönern vom Konkurrenten B&W sorgt ein aufgesetztes Röhrchen für kontrollierte Bedämpfung der rückseitig abgestrahlten Schallenergie.
Praxisgerechter und formvollendeter als mit der Schraublösung kann man Bi-Wiring-Anschlüsse nicht gestalten.
Die ebenfalls neue Tangerine-Waveguide-Technologie soll der durch computeroptimierte Formgebung besonders steif ausgelegten Alu-Kalotte eine verbesserte Abstrahlcharakteristik garantieren. Während die verbesserte Schallführung des neuen Waveguide-Vorsatzes vor allem die Ankopplung an den Tief-Mitteltöner verbessert, verschiebt die Versteifung die Verzerrungen aus dem hörbaren Bereich.
Im Zeichen des Z
Damit nicht genug: Auch der Tief-Mittel-Töner selbst erfuhr zahlreiche Verbesserungen. Sein neuer, ebenso leichter wie steifer Aluminium-Konus eignet sich jetzt dank völlig neuartiger, am Computer entwickelter Sicken für extrem große Auslenkungen. KEF spricht von der „Z-Flex-Surround“-Technologie, weil die neue Gummi-Einfassung im Querschnitt die Form eines „Z“ hat. Eine Profilierung durch kleine Rippenprofile wirkt versteifend und sorgt in Verbindung mit der neuen Formgebung für gleichmäßige Bewegungen und niedrige Verzerrungen.
Neutral, tief und gutes Bündelungsverhalten. Resonanz weit oberhalb des Hörbereichs. Mittelhochton sauber, im Grundton etwas zu hoher Klirr.
Unterm Strich wollen die Engländer mit dieser gründlichen Überarbeitung die klassischen Tugenden ihrer erfolgreichen Koaxial-Chassis, allen voran die präzise Abbildung, beibehalten und gleichzeitig die Sauberkeit und Klangfarbentreue im Mitteltonbereich steigern. Die Vorteile der neuen Konstruktion äußern sich dabei vor allem im Bereich der Übergangsfrequenz, die bei 2,5 kHz liegt.
Unglaublich stimmig
Der Hörtest brachte eine Überraschung. Stellen Sie sich einen ausgewachsenen Spitzenlautsprecher mit geringfügig limitiertem Bass vor: Das ist die Q 300. Sie spielte frei von Bündelungseffekten mit einer weit über ihre Klasse herausragenden Homogenität und stabilem, tiefem Raum plus exzellentem Fokus. Das funktioniert mit jeder Scheibe, machte aber ganz besonders Klassik zu einem Erlebnis.
Ungefähr auf den Hörer richten, Hörabstand um 2,5 Meter. Geht problemlos wandnah ohne Bassprobleme.
Der Chor in Verdis Requiem (Pappano) erschien äußerst dreidimensional und differenziert. Zudem schälte die KEF Q 300 sorgfältig die feinen Rauminformationen heraus und ordnete sie in einen stimmig-naturalistischen Gesamtkontext. Das ergab einen hohen Grad an Authentizität, der speziell Live-Aufnahmen aus dem Jazz-Bereich zum Erlebnis machte.
Doch auch Rock und Pop ertönten über die beiden Mütter britischen Understatements ganz vorzüglich. Denn selbst der Bass und die Spielfreude waren für dieses Format ordentlich. Im Gegensatz zu Abbildung und Klangfarben lagen sie allerdings nicht über dem Klassenstandard und bevorzugten gemäßigte bis normale Pegel.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Abmessung (B x H x T) | 21,0 x 35,5 x 30,2 cm |
| Gewicht | 7,7 |
| Oberflächen | |
| Farbe | |
| Technische Merkmale | |
| Bassprinzip | Wege Bassreflex |
| Anzahl der Wege | 2 |
| Arbeitsprinzip Vollaktiv | |
| Ausstattung | |
| Anschluesse | Bi-Wiring |
| Anschlüsse XLR | |
| Raumanpassung | |
| Surround-Ergänz. | |
| Cinch | |
| Labor-Merkmale | |
| Maximale Lautstärke oberer Wert | 100 dB |
| untere Grenzfrequenz (-3dB) | 10 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 10 Hz |
| Nennimpedanz (Audio) | 4 Ohm |
| Bewertung | |
| Unglaublich homogen und sauber, tiefer Raum, stabile Abbildung, ordentlicher Bass. | |
| Etwas eingeschränkte Spielfreude. | |
| Bassqualität | 50 |
| Basstiefe (Bassfundament) | 60 |
| Detailtreue (Präzision) | 90 |
| Feindynamik | 70 |
| Maximalpegel (Lebendigkeit) | 45 |
| Neutralität | 90 |
| Ortbarkeit | 100 |
| Räumlichkeit (Luftigkeit) | 95 |
| Verarbeitung | gut |
| Klangurteil | sehr gut 78 |
| getestet in Ausgabe: |
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