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Testbericht Im Test: Harbeth P 3 ESR SE

Die P 3 ESR von Harbeth (1750 Euro pro Paar) beherrscht weder hohe Pegel noch allzu tiefe Bässe. Und doch tönt der Zwerg ganz vorzüglich.

Harbeth P 3 ESR SE

Hersteller
Harbeth
UVP
1750.00 €
Wertung
49.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Der Hochtöner besitzt eine 19 Millimeter kleine Aluminiumkalotte, die den Schall betont breit und gleichmäßig abgibt. Das Lochgitter dient als Schutz und Diffusor.
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© Julian Bauer
Der Hochtöner besitzt eine 19 Millimeter kleine Aluminiumkalotte, die den Schall betont breit und gleichmäßig abgibt. Das Lochgitter dient als Schutz und Diffusor.

Wer sich zwei P 3 ESR SE von Harbeth ins Wohnzimmer stellt, sollte bei Form und Farbe einen konservativen Geschmack pflegen. Die angenehm kleinen Kompaktboxen sind streng quaderförmig geschnitten und grundsätzlich holzfurniert. Lackfarben sind bei diesem Typ nicht im Angebot.

Schallwand und Rücken sind über Kanthölzer mit den vergleichsweise dünnen Wänden des Korpus verschraubt. Der Magnet des Konus ist extrem groß.
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© Julian Bauer
Schallwand und Rücken sind über Kanthölzer mit den vergleichsweise dünnen Wänden des Korpus verschraubt. Der Magnet des Konus ist extrem groß.

Urbritischen Herstellern wird gern ein Hang zum Understatement nachgesagt, und falls es dafür noch eines Beweises bedurfte – bitte schön, hier ist er. Der mechanische Aufbau wirkt, als stamme er aus einer längst vergangenen Epoche. Schallwand und Rücken sind über Kanthölzer mit dem unge­wöhnlich dünnwandigen Korpus verschraubt; alles aus ­klanglichen Gründen, wie der Hersteller betont.

Raummessung: Erstaunlich, wie die kleine, im Mittel- und Hochtonbereich sehr ausgewogene Box im Tiefbass von der Wandnähe profitiert. Die Betonung um 150 Hertz jedoch bleibt erhalten.
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© stereoplay
Raummessung: Erstaunlich, wie die kleine, im Mittel- und Hochtonbereich sehr ausgewogene Box im Tiefbass von der Wandnähe profitiert. Die Betonung um 150 Hertz jedoch bleibt erhalten.

Sicher ist, dass diese Details das Schwingungsverhalten beeinflussen und damit auf jeden Fall hörbar sind. Der mitgelieferte, stoffbezogene Spann­rahmen zum Schutz der Chassis wird von einer mehrere Millimeter breiten Nut gehalten, die bei aufgesetzter Abdeckung eingeebnet wird; deshalb sollte der Hut zum Hören besser auf bleiben. Auf Wunsch liefern die Briten die P 3 als SE-Version mit einer hochwertigeren Innenverkabelung. Mit Standard-Strippen ist das Paar 100 Euro günstiger.

Frequenzgang & Impedanzverlauf: Insgesamt schön ausgewogen mit typischem Bassverlauf für eine kleine geschlossene Box, Imped. >4,5 Ω
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© stereoplay
Frequenzgang & Impedanzverlauf: Insgesamt schön ausgewogen mit typischem Bassverlauf für eine kleine geschlossene Box, Imped. >4,5 Ω

Keine Bassreflexrohre

Die Bestückung umfasst eine 19 Millimeter kleine, daher breit abstrahlende Hochtonkalotte und einen knapp 13 Zentimeter großen Konustreiber. Selbiger trägt eine dunkelgraue Membran aus einem von Harbeth entwickelten Werkstoff namens „RADIAL“, der sich weich ­anfühlt und eine hohe innere Dämpfung verspricht.

Trotz knappen Volumens verzichten die Briten auf bassfördernde Reflexöffnungen und halten das Gehäuse vollständig geschlossen. Diese Tatsache und die knappe Membranfläche ­führen zu einer sehr geringen Schalldruckausbeute. Bei 2 Volt und 1 Meter Entfernung werden nur leise 78 Dezibel erzielt. ­Daher sind kräftige Verstärker ­angeraten. Sie müssen andererseits auch nicht zu potent ausfallen, denn die Belastbarkeit der kleinen Box ist natur­gemäß begrenzt.

stereoplay Bedarfsprofil: Benötigt für HiFi-gerechte Pegel ­Verstärker ab 111 Watt an 6 Ohm © stereoplay
stereoplay Bedarfsprofil: Benötigt für HiFi-gerechte Pegel ­Verstärker ab 111 Watt an 6 Ohm

Die aus den TESTfactory-Messwerten errechnete Verstärkerempfehlung ist bei der P 3 eher theoretischer Natur, weil die zugrundeliegende Spitzenlautstärke von 95 Dezibel nur unter Inkaufnahme grenzwertig hoher Verzerrungen erzielt werden kann.

Wer diese Einschränkungen akzeptiert, wird mit einem überaus freigiebigen Klangbild belohnt, dem es an nichts fehlt außer an sattem Tiefbass und Effekthascherei. Das Paradestück der stereoplay-Heft-CD zu Ausgabe 11/11, das temporeiche „Tell Jesus“ von Livingston Taylor, gelang der P 3 ESR ES herrlich gefühlvoll, warm und bei aller Unaufgeregtheit äußerst lebendig.

Faszinierend war der absolut präzise Grundtonbereich, der solch kleinen Boxen selten so musikalisch gelingt. Bei „No Sanctuary Here“ mit Chris Jones das gleiche Spiel, wobei wir hier die ganz tiefen Lagen eher vermissten. Doch dafür gibt es bekanntlich Subwoofer. Ein echter Geheimtipp, die kleine Harbeth.

Alle Daten und Testergebnisse zum Harbeth P 3 ESR SE

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