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Testbericht German Physiks PQS 100 Plus

Bei German Physiks PQS 100 Plus (9000 Euro) verarbeitet ein ultramoderner Biegewellenwandler den vollen Tonumfang – und klingt dabei herrlich leicht und locker.

German Physiks PQS 100 Plus

Hersteller
German Physiks
UVP
9000.00 €
Wertung
59.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Die Wandler, die German Physiks im hessischen Maintal in sorgfältiger Handarbeit fertigt, sind eindeutig etwas Besonderes. Das Schwingungsverhalten der konisch geformten Membranen ändert sich mit der Tonhöhe, was die Systeme zu einer gigantischen Bandbreite befähigt.

Den Antrieb erledigt wie ­gewohnt eine Schwingspule, die im Feld eines Magneten zuckt. Am kleineren Ende der Membrantüte ist die Spule befestigt, am größeren eine Gummisicke, die die auslaufenden Schwingungen abfedert. So entsteht
in der Horizontalen eine runde Abstrahlcharakteristik, die zweite Besonderheit.

Die 360-Grad-Ausleuchtung spiegelt das Verhalten vieler Musikinstrumente und wirbelt die gewohnten Regeln der Boxenaufstellung komplett durcheinander. Weil die Lautstärke weniger als gewohnt von der Entfernung zur Schallquelle ­abhängt, müssen Lautsprecher und Hörplatz kein gleichschenkliges Dreieck bilden. Zudem ist der Klangeindruck fast überall im Raum gleich.

Die größeren Modelle von German Physiks – wie zum ­Beispiel die in stereoplay 9/10 getestete PQS 302 – sind für eine freie Aufstellung konzipiert. Diese gilt im High End als Königsweg zu maximaler Durchhörbarkeit.

Wandnahe Aufstellung

Für Anwender, die keine wandferne Aufstellung realisieren können oder wollen, gibt es die kompakte PQS 100 Plus. Sie wurde auf einen ausgewogenen Klangeindruck hin abgestimmt, wenn man eine Fläche im ­Rücken einbezieht.

Im ultrastabilen und extrem resonanzarmen Bauch des Gehäuses steckt ein 6 Zoll großer Tieftöner, der gemeinsam mit einem schlitzförmigen Bass­reflextunnel Frequenzen zwischen 40 und 120 Hertz abdeckt. Die für eine Box dieser Größe sehr respektable untere Grenzfrequenz kommt durch spezielle Chassis-Parameter zustande.

Alle (!) höheren Frequenzen bestreitet der hauseigene Dick Dipole Driver (kurz: DDD) mit einer biegeweichen Membran aus Kohlefasergewebe. Deren Schwingungsverhalten variiert mit der Tonhöhe. Den Grundton absolviert der DDD als Kolbenstrahler, die Mitten als Biegewelle, die höchsten Töne mit Hilfe modaler Schwingungs­muster. Nur so kann dieses Wunderwerk alle ortbaren ­Frequenzen abdecken.

Was sich wie Zauberei liest, klappt in der Praxis ganz hervorragend. Die PQS 100 Plus klang unangestrengt und doch filigran, auch bei Zimmerlautstärke. Das lebhafte „Wonderful World“, einspielt von Friend ’N Fellow (stereoplay Heft-CD 11/11), kam dynamisch überaus fein gestaffelt, mit sehr knackigem Bass und weiter Bühne.

Die Ortbarkeit einzelner Stimmen mag weniger exakt sein als bei Direktstrahlern, doch die in Höhe und Tiefe weit gestaffelte Abbildung entschädigt dafür. Dass sich der DDD vor anderen Bauformen in keinster Weise verstecken muss, bestätigen die Klassik-Beispiele der CD. Bei einem Klaviertrio gibt es klare tonale und dynamische Erwartungen, und die erfüllt die PQS 100 sehr gut. So exotisch die Technik auch sein mag, der Klang überzeugt.

German Physics PQS 100 Plus
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Tischständer

Für Stellflächen mit der akustisch richtigen Höhe gibt es als Zubehör einen verkürzten Ständer, der Spikes tragen kann.

Alle Daten und Testergebnisse zum German Physiks PQS 100 Plus

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