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Testbericht

Electrocompaniet PI 1

Testergebnis
95.0 Punkte
1600 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Andreas Günther

Aus Norwegen stammt dieser Amp - aber er ist durchaus kein rauhbeiniger Wikinger

Electrocompaniet mischt seit 1972 im weltweiten HiFi-Geschäft mit. Matti Otala und Jan Lohstro haben die Company gegründet, weil sie mit der bis dato bekannten Transistoren-Schaltung zutiefst unglücklich waren. Zugespitzt: Otala und Lohstro suchten einen Transistor-Amp, der eigentlich gar nicht wahrgenommen wird. Die Entwickler sitzen im schönsten Nirgendwo mit dem Stavanger-Fjord vor der Haustür – Abgeschiedenheit vom Rest der High-End-Welt. 


Bild vergrößern 937 901 http://img1.magnus.de/image-r937x900-C-4bf98e78-25097207.jpg Die Platine des P1 ist exakt symmetrisch

Die Platine des P1 ist exakt symmetrisch

Zuerst der rituelle Blick unter die Haube. Der PI 1 sieht aus wie das Werk eines Raumfahrt-Unternehmens: Winzigste SMD-Bauteile dominieren die Platine, in geradezu fanatisch-fantastischer Spiegelanordnung – mehr Symmetrie geht nicht. Allenfalls der etwas achsenverschobene Trafo im Hintergrund fällt aus den militärisch korrekt geordneten Reihen. Was noch auffällt: Neben den zentralen Leistungstransistoren hat Electrocompaniet zwei „Landeplätze" auf der Platine frei gehalten.

Klanglich ist der PI 1 kein Sparringspartner für jedermann. Wer „nur" die Cinch-Eingänge nutzt, hört einen sehr guten, aber eben noch keinen überragenden Verstärker. Was Electrocompaniet auch offen kommuniziert: Die beiden Cinch-Paare wurden für „Tuner" und „TV" reserviert, die beiden symmetrischen Eingänge tragen die Bezeichnung „CD" und „AUX“. Also: Wer nicht zweitklassig reisen will, braucht einen Player mit XLR-Ausgang – Electrocompaniet denkt in Familienbanden und sieht den hauseigenen PC 1 hier als idealen Spielgefährten (1600 Euro).


Bild vergrößern 937 223 http://img1.magnus.de/image-r937x222-C-8621dd49-25097204.jpg Die Rückansicht

Die Rückansicht

Das können wir nachvollziehen. Denn der symmetrische Kontakt ist klar die bessere Wahl. Der Zugewinn an räumlicher Auflösung und Bassschub ist nach wenigen Takten keiner weiteren Frage mehr wert. Der PI 1 klingt in der britischen Verstärker-Tradition: hell, offen, antrittsstark. Der Tiefbass drückt die Membranen mit einer Souveränität in den Raum, die man eher von deutlich größeren Endstufen kennt. Wenn man partout so etwas wie ein „nordisches Element" erkennen will: Das Klangpanorama, der Himmel über der Fjord-Landschaft wirkt unendlich – hier gibt’s die imposanteste Räumlichkeit im Testfeld.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessung (B x H x T) 42,0 x 7,7x
34,0 cm
Gewicht 6,0 kg
Features  
Gattung (Rec. / Vollv.) Vollverstärker
Fernbedienung vorhanden ja
System-Fernbedienung/ lernfähig ja/nein
Frontplatte schwarz/silbern/champagner ja/ja/nein
Frontplatte andere Fb. nein
Muting ja
Klangregler/abschaltbar nein/nein
Loudness nein
Monitorschalter ja
Aufnahmewahlschalter audio nein
Netzbuchsen geschaltet/ungeschaltet 0/0
Senderspeicher/Speicherautomatik 0/nein
Sendersp. mit aut. Sortierung nein
Anschlüsse  
Phono-Eingang MM/MC nein/nein
Eingänge Hochpegel Cinch/XLR 2/2
Digitaleingänge Cinch/XLR 0/0
Boxenausgänge A+B/schaltbar nein/nein
Kopfhörerbuchse nein
Pre-Out/Main-In 0/nein
Tape-Anschlüsse (ein/aus) 0
Prozessor-Eingang/-Ausgang nein/nein
Unity-Gain-Eingang nein
Pre-Out Subwoofer 0
Messwerte  
Sinusleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 96,0 W / 61,0 W
Musikleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 109,0 W / 64,0 W
Störabstand Line 96,0 dB(A)
Bewertung  
ja Extrem aufgeräumter Vollverstärker - im Innenleben wie im Klang; sehr direkt, großes Panorama
nein Die Cinch-Eingänge sind nicht auf dem Niveau der XLRs
Klang MM
Klang MC
Klang Cinch 90
Klang XLR 95
Ausstattung gut
Bedienung gut
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil High-End-Klasse 95
Preis / Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 7/07


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