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Electrocompaniet PI 1
Aus Norwegen stammt dieser Amp - aber er ist durchaus kein rauhbeiniger Wikinger
Electrocompaniet mischt seit 1972 im weltweiten HiFi-Geschäft mit. Matti Otala und Jan Lohstro haben die Company gegründet, weil sie mit der bis dato bekannten Transistoren-Schaltung zutiefst unglücklich waren. Zugespitzt: Otala und Lohstro suchten einen Transistor-Amp, der eigentlich gar nicht wahrgenommen wird. Die Entwickler sitzen im schönsten Nirgendwo mit dem Stavanger-Fjord vor der Haustür – Abgeschiedenheit vom Rest der High-End-Welt.
Die Platine des P1 ist exakt symmetrisch
Zuerst der rituelle Blick unter die Haube. Der PI 1 sieht aus wie das Werk eines Raumfahrt-Unternehmens: Winzigste SMD-Bauteile dominieren die Platine, in geradezu fanatisch-fantastischer Spiegelanordnung – mehr Symmetrie geht nicht. Allenfalls der etwas achsenverschobene Trafo im Hintergrund fällt aus den militärisch korrekt geordneten Reihen. Was noch auffällt: Neben den zentralen Leistungstransistoren hat Electrocompaniet zwei „Landeplätze" auf der Platine frei gehalten.
Klanglich ist der PI 1 kein Sparringspartner für jedermann. Wer „nur" die Cinch-Eingänge nutzt, hört einen sehr guten, aber eben noch keinen überragenden Verstärker. Was Electrocompaniet auch offen kommuniziert: Die beiden Cinch-Paare wurden für „Tuner" und „TV" reserviert, die beiden symmetrischen Eingänge tragen die Bezeichnung „CD" und „AUX“. Also: Wer nicht zweitklassig reisen will, braucht einen Player mit XLR-Ausgang – Electrocompaniet denkt in Familienbanden und sieht den hauseigenen PC 1 hier als idealen Spielgefährten (1600 Euro).
Die Rückansicht
Das können wir nachvollziehen. Denn der symmetrische Kontakt ist klar die bessere Wahl. Der Zugewinn an räumlicher Auflösung und Bassschub ist nach wenigen Takten keiner weiteren Frage mehr wert. Der PI 1 klingt in der britischen Verstärker-Tradition: hell, offen, antrittsstark. Der Tiefbass drückt die Membranen mit einer Souveränität in den Raum, die man eher von deutlich größeren Endstufen kennt. Wenn man partout so etwas wie ein „nordisches Element" erkennen will: Das Klangpanorama, der Himmel über der Fjord-Landschaft wirkt unendlich – hier gibt’s die imposanteste Räumlichkeit im Testfeld.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Abmessung (B x H x T) | 42,0 x 7,7x |
| 34,0 cm | |
| Gewicht | 6,0 kg |
| Features | |
| Gattung (Rec. / Vollv.) | Vollverstärker |
| Fernbedienung vorhanden | |
| System-Fernbedienung/ lernfähig | |
| Frontplatte schwarz/silbern/champagner | |
| Frontplatte andere Fb. | nein |
| Muting | |
| Klangregler/abschaltbar | |
| Loudness | |
| Monitorschalter | |
| Aufnahmewahlschalter audio | |
| Netzbuchsen geschaltet/ungeschaltet | 0/0 |
| Senderspeicher/Speicherautomatik | 0/ |
| Sendersp. mit aut. Sortierung | nein |
| Anschlüsse | |
| Phono-Eingang MM/MC | |
| Eingänge Hochpegel Cinch/XLR | 2/2 |
| Digitaleingänge Cinch/XLR | 0/0 |
| Boxenausgänge A+B/schaltbar | |
| Kopfhörerbuchse | |
| Pre-Out/Main-In | 0/ |
| Tape-Anschlüsse (ein/aus) | 0 |
| Prozessor-Eingang/-Ausgang | |
| Unity-Gain-Eingang | |
| Pre-Out Subwoofer | 0 |
| Messwerte | |
| Sinusleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm | 96,0 W / 61,0 W |
| Musikleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm | 109,0 W / 64,0 W |
| Störabstand Line | 96,0 dB(A) |
| Bewertung | |
| Extrem aufgeräumter Vollverstärker - im Innenleben wie im Klang; sehr direkt, großes Panorama | |
| Die Cinch-Eingänge sind nicht auf dem Niveau der XLRs | |
| Klang MM | |
| Klang MC | |
| Klang Cinch | 90 |
| Klang XLR | 95 |
| Ausstattung | gut |
| Bedienung | gut |
| Verarbeitung | sehr gut |
| Klangurteil | High-End-Klasse 95 |
| Preis / Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe: | 7/07 |

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