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Testbericht

Einzeltest: Kompaktbox KEF iQ 30

Testergebnis
70.0 Punkte
500 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

23. Juni 2009

Kompakte Maße, großer Raum: KEF bietet mit der iQ  30 für 500 Euro einen Einstieg in die faszinierende Welt der Punktstrahler. Dass sie obendrein richtig rocken kann, macht sie zur idealen Allround-Box.

Die Punktstrahlertechnik gehört im Chassisbau zu den Königsdisziplinen – verlangt doch die Verheiratung von Mittel- und Hochtöner in einem Komplex nach penibelster Entwicklungsarbeit. Kein Wunder, dass die meisten Lautsprecher dieser Gattung preislich im High-End-Bereich liegen – und umso erstaunlicher, dass sich KEF, Erfinder der über 100 000 Euro teuren Muon, auch in bezahlbare Gefilde wagt. Doch das hat Tradition: Schon die in AUDIO 5/2006 getestete iQ 3 war ein echtes Allround-Talent.

Für moderate 100 Euro Aufpreis kommt jetzt mit der iQ 30 nun ein Nachfolger auf den Markt. Äußerlich hat sich an der Box wenig geändert: koax­iales UniQ-Chassis, geschwungene Form, einfach ummanteltes, aber effektiv gebautes Foliengehäuse und massiges Bassreflexrohr.

Wer genau hinsieht, bemerkt die geänderte Formgebung der aus relativ weichem Kunststoff gefertigten Tiefmitteltönermembran. Jeder Millimeter, auf dem sich der Krümmungsverlauf ändert, beeinflusst den Abstrahlwinkel und damit den Klang des Hochtones. Denn: Die Kalotte sitzt KEF-typisch inmitten der Konus-Schwingspule.

Die wohl auffälligste Änderung ist die Einfassung der 19 Millimeter kleinen Metallkalotte in eine sternförmige Anordnung von kleinen Blechen, im KEF-Jargon „Tangerine Waveguide" genannt. Diese verengt den abgestrahlten Winkel des Hochtonbereichs und verringert ­Interferenzen soweit, dass die Mitteltöner-Konstruktion nahtlos übernehmen kann. Ganz nebenbei verhindert das Arrangement bei allzu neugierigen Kinderhänden eingedrückte Hochtöner.

Der Klangcharakter der iQ 3 war in der Nachfolgerin erkennbar: Eine weite Staffelung, schöne Stimmen und tiefe Raum­ausleuchtung standen auf der Haben­seite, während die eher warme Tonalität der 3er einer ausgewogeneren Balance der 30er gewichen war. Beide zeigten die samtige Stimme von ­Julianna Raye („Dominoes“, B&W Music Club) sanft und in der Tiefe platziert. Doch der recht knorrig aufgenommene gezupfte Bass offenbarte Differenzen: Etwas bulliger und introvertierter ging das alte Modell zu Werke, während die iQ 30 sich mit dynamischeren Rhythmen absetzen konnte, auch wusste sie bei geho­benen Pegeln etwas klarer zu spielen.

Mit großem Orchester punktete die 30er dann deutlicher: sauberer ihre Durchzeichnung, strahlender ihre Blechbläser und besser aufgefächert ihre Klangfarbenpalette. Sie wagte es gar, sich mit der herausragend neutralen Nubert NuWave 35 zu messen: Die spielte zwar etwas feiner aufgelöst und im Tiefton klar präziser, musste aber vor dem natürlichem Raumeindruck der KEF letztlich zurückstehen. Vermittelte die Nubert ständig das Gefühl, vor der ersten Reihe zu sitzen, platzierte die iQ  30 den Hörer auf einen bequemen Genießerplatz in der Mitte der fünften Reihe.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 20,0 x 34,0 x 28,0 cm
Gewicht 9,0
Oberflächen
Farbe Schwarz, Apfel, Nussbaum
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. ja
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert
untere Grenzfrequenz (-3dB)
Untere Grenzfrequenz (-6 dB)
Nennimpedanz (Audio)
Bewertung  
ja Ein echtes Allround-Talent: ausgeogen, audiophiler Raum, klar und groß
nein Bass nicht so zackig, könnte etwas explosiver spielen
Bassqualität 45
Basstiefe (Bassfundament) 55
Detailtreue (Präzision) 75
Feindynamik 60
Maximalpegel (Lebendigkeit) 55
Neutralität 80
Ortbarkeit 85
Räumlichkeit (Luftigkeit) 90
Verarbeitung befriedigend
Klangurteil gut 70
getestet in Ausgabe: 7/09


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