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Testbericht Wireless-Lautsprecher Dynaudio XEO 3 im Test

Wir haben die Dynaudio XEO 3 im Test. Der Wireless-Lautsprecher zeichnet sich durch einen guten Klang aus und lässt nur wenig vermissen.
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© Dynaudio

Dynaudio Xeo 3
Preis/Leistung: überragend
  • +neutral und ehrlich aufspielend
  • +ungewöhnliche Freiheit bei der Aufstellung
  • -Kein Koax-Eingang

Die XEO 3 von Dynaudio (mit sehr gelungenem Klavierlackfinish übrigens) ist Vor-/End stufe in Personalunion, nutzt Funk statt Strippe und schickt damit das LS-Kabel in den Ruhestand. Der Wunsch der Damenwelt nach kabelbefreiten Wohnräumen: Hier wird er Wirklichkeit. Das an sich ist schon ein Kaufargument, aber lange nicht das einzige. Den aktiven, mit digitaler Verstärkung operierenden XEO 3, ausgestattet mit bewährtem 14,5-Zentimeter-Langhub-Tief-/Mitteltöner und einem auf Feinheit getrimmten Gewebehochtöner wird zunächst lediglich ein iPod Touch zur Seite gestellt. Aber wie kommt nun die Musik in die Lautsprecher? Hier hilft Onkyo mit seiner digitalen Schnittstelle ND-S1 aus. Diese macht nicht nur eine ordentliche Figur, sondern lässt in unserem Fall auch den iPod Touch andocken. Selbstverständlich fi ndet dessen weitere Energieversorgung dann über den Onkyo statt.

Drei Ausstattungswunder

Doch nicht nur das. Videoausgabe? Auch kein Problem für den Onkyo. Und bei Bedarf kann per USB auch eine Anbindung des Mac oder PC erfolgen so kann auf die darin gespeicherten Inhalte zugegriffen werden. Auch eine Synchronisation mit iTunes per Knopfdruck ist damit möglich. Die Schnittstelle greift den Inhalt (AAC/MP3 oder ALAC) des iPod digital ab und leitet diesen verlustfrei über den optischen oder koaxialen Digitalausgang weiter. In diesem Fall an die Sendeeinheit der XEO, welche mit einem optischen Eingang ausgestattet ist. Dadurch gelangt das Musiksignal frei von Umwegen, also ohne unnötige Wandlung ans Ziel.

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Auch wenn man es ihm nicht zutraut, aber dieser unscheinbare schwarze Kasten sendet das Musiksignal mit einer Auflösung von bis zu 44,1 bzw. 48kHz / 24bit an die innerhalb der XEO befindliche Empfangseinheit. Hierfür baut die XEO eine vom heimischen W-LAN unabhängige und vollkommen störungsfreie Funkstrecke (2,4GHz) auf. Diese Tatsache erlaubt bei Bedarf vollkommen kühne Aufstellungskonstellationen, denn die beiden XEOs brauchen lediglich je eine Steckdose, um ihre interne Empfangseinheit und die eingebauten Endstufen mit Strom zu versorgen – mehr nicht. Fertig ist ein pfiffiges System, das einen großen Gerätefuhrpark sinnvoll und ohne klangliche Abstriche obsolet macht. Praktisch auch, dass die Sendeeinheit da untergebracht werden kann, wo sie entweder am wenigsten stört oder schlicht nicht zu sehen ist.

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Eingangsseitig bietet die Sendestation zwei analoge, einen optischen sowie einen eigenen USB-Ein-gang für Mac oder PC an. Lautstärkeregelung sowie das Umschalten zwischen den drei Eingangsquellen findet über die mitgelieferte Fernbedienung statt. Neben dem Zugriff auf physisch gespeicherte Musik ermöglicht der iPod auch den Kontakt zu unzähligen Radiostationen und Musikdiensten wie z. B. Spotify, oder Napster. Das Bouquet an digitalen, in Sekundenschnelle abrufbaren Inhalten wird kaum Wünsche offen lassen. Via Podcasts erhält man weiteren Input von Literatur über Bildung, bis Unterhaltung und Musik (für Liebhaber grooviger Beats ein heißer Tipp: die Podcasts des japanischen DJs Taku Nakahara). Fortgeschrittenere Nutzer könnten auch auf die Idee kommen, eine NAS ins Spiel zu bringen. Hierbei nutzt man den angedockten iPod als Netzwerkplayer und steuert das ganze aus der Ferne per PlugPlayer oder iPeng. Wermutstropfen: Ein weiteres iGerät wird dabei benötigt.

Dynaudio XEO 3: Hörtest

Beim anschließenden Hörtest begeisterte nicht nur das unkomplizierte Handling des Sets. Bei „Dusk“ von den Friends Of Dean Martinez baute die XEO eine wunderbar breite Bühne auf und stellte die synthetischen Hintergrundgeräusche klar und deutlich an ihren Platz, statt sie schnöde nebenher laufen zu lassen. Angezupfte Gitarrensaiten wirkten nicht nur körperhaft, sondern waren begleitet von einem erhabenen, stimmigen Timing.

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Dabei tönten die Dynaudios neutral, ehrlich und entfalteten bei Bedarf auch ordentlich Druck, ohne dabei irgendwelche unnötige Effekte aufzubauschen. Auch nicht im Bassbereich, wo sie ohne Hang zur Übertreibung ein Fundament boten, das durch Kontur und Präzision glänzte. Dieses System empfiehlt sich förmlich für gepflegte, smart und lässig eingerichtet Wohnräume. Das Duo iPod & Onkyo bietet Funktionalität und Komfort bei unscheinbarer Erscheinung. Und im Verbund mit der Dynaudio XEO sorgt es für eine höchst exquisite Klangkulisse, die man dieser unkonventionellen Konfiguration kaum zugetraut hätte.

von Matthias Walther-Richters

 
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