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Drahtloses HiFi-Musiksystem: Canton Your Duo
Das kabellose Musik-System „Your World” von Canton (500 Euro) wird durch eine kleine, unscheinbare Schnittstelle zum vielseitig einsetzbaren Multi-Room-Paket. Der Fantasie sind nun keine Grenzen mehr gesetzt, sich seine eigene Klang-Welt zu erschaffen.
Canton Your Duo
Canton Your Stick
Glücklicherweise haben wir das hinter uns und es gibt sehr viel einfachere Möglichkeiten, sein trautes Heim mit Musik zu beschallen. Pünktlich zur IFA in Berlin präsentierte Canton ein neues modulares Funklautsprecher-System namens „Your World”.
Canton Your Dock
Canton Your Solo: Das Your Solo ist eine One-Box-Lösung und enthält eng mit der Your Duo verwandte Technik. Der Familienzuwachs wird im Frühjahr 2012 erwartet.
Canton Your Sub: „Your Sub“ ist ein Funkwoofer, den man einfach parallel etwa zu einem Pärchen Your Duo betreiben kann.
Liegt übrigens ein Signal am analogen Eingang an, hat es Vorrang und das USB- bzw. iPod-Signal wird kurzerhand ignoriert. Das Dock verfügt über ein eigenes Netzteil; der Dongle benötigt einen USB-Steckplatz, der ihn mit den 5V Betriebsspannung versorgt. Glücklicherweise herrscht an USB-Schnittstellen kein Mangel.
Frequenzgang: Der Verlauf des Frequenzgangs ist fast kerzengerade. Eine minimale Anhebung bei etwa 150 Hz und bei 16 kHz ist zu erkennen.
Man merkt bereits: der Phantasie sind, was die Kombinationsmöglichkeiten angeht, kaum Grenzen gesetzt. Das bringt auch eine gewisse Experimentierfreude mit sich, da man ständig auf neue Ideen kommt, wie man die „Your Duo”-Boxen noch mit Musik füttern könnte.
Klirr-Analyse: Der Klirrverlauf ist bis 90 dB sehr gut. Ein intelligenter Limiter begrenzt bei darüber liegenden Pegeln zunächst selektiv den Bass.
Stechbrief
Das Funk-System arbeitet übrigens im 2,8GHz-Band – also da, wo auch WLAN oder etwa Bluetooth funken. Es verwendet jedoch eine proprietäre Übertragungsart, die zumindest dem verbreiteten Standard-Bluetooth in Bandbreite und damit Klangqualität deutlich überlegen ist.
Ein Setup ist nicht notwendig – es sei denn, man empfindet das Einstecken des Netzkabels und das Drücken zweier Knöpfchen bereits als Setup. Noch einfacher geht es wirklich nicht: Boxen in die Steckdose einstöpseln, Empfänger mit dem Sender paaren und schon kann es losgehen.
Egal ob in der Küche, im Schlafzimmer oder im Keller – üppige 20 Meter kann der Signalweg betragen. Wer über ein riesiges Haus oder extrem funk-unfreundliche Architektur verfügt (etwa feuchte Stahlbeton-Bunkerwände), soll nicht aus der „Your World“ ausgeschlossen bleiben: Canton plant bereits spezielle, entsprechend potentere Funk-Repeater, die natürlich wiederum spannende Zusatzfunktionen mitbringen werden.
Insgesamt lassen sich bis zu drei Sender in ein gemeinsames System einbinden.
Über die mitgelieferte Fernbedienung wählt man einfach aus, was man womit koppeln will. Um den Überblick zu behalten hat Canton die drei zu Verfügung stehenden Funk-Kanäle mit unterschiedlichen Farben versehen. An einer Anzeige, sowohl am Dock/Stick als auch an den Boxen, wird dann der Kanal in der entsprechenden Farbe dargestellt.
Vertrauensfrage
Schaut man sich die zierlich anmutenden Boxen-Gehäuse an, fragt man sich zwangläufig ob die Lautsprecher überhaupt Tief genung herunter kommen können. Als ob sich die kleinen Cantons zunächst das Vertrauen des Test-Hörers verdienen müssten, sucht man dann natürlich einen extra basslastigen Einstiegs-Song heraus. Aber wie es bei solchen Vorurteilen meistens der Fall ist, bewiesen sie bei ihrer Feuertaufe das Gegenteil. Sie machten etwa bei „Groove Me” von King Floyd (What our Love needs) erstaunlicher-, aber glücklicherweise ordentlich Druck. Und das nicht etwa, schwammig oder wummerig, sondern richtig tight.
Was sich aber noch viel deutlicher bemerkbar machte: Der Klang der Boxen machte einfach Spaß! Einerseits neutral und ausgewogen, tönten sie dennoch auf eine lebendige Art und Weise, was zum spontanen Fuß-Wackeln verleiten wollte. Etwa beim 70s-Klassiker „Long Train Running” von den Doobie Brothers (The Captain and Me) oder beim „Voodoo Child” -Cover von Angelique Kidjo (Oremi) wurde dies besonders deutlich.
Aber nicht, dass fälschlicher Weise der Eindruck entsteht, die Cantons seien keine Allrounder. Denn auch bei Jazz, Folk oder sogar Klassik fühlten sie sich wohl.
Bei Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 2 in F-Dur bestätigte der ausgewogene Klang der mit dem dynamischen Spiel den Allround-Charakter der kleinen Cantons. Ein äußerst homogenes Klangbild stellte sich zudem auch beim Jazz-Klassiker von Miles Davis „Miles Runs the Voodoo Down” („Bitches Brew”) ein. Sämtliche Instrumente klangen angenehm entspannt, ohne dabei unpräzise zu wirken.
Fazit
Your World von Canton ist eine spannende Sache: Unkompliziert in der Handhabung, kann ich mir gut vorstellen, ein ganzes Haus damit zu füllen. Dabei sind bei der Einbindung von anderen HiFi-Geräten keine Grenzen gesetzt, was die Sache richtig interessant macht. In diesem Preisbereich gibt es zwar viele Mitbewerber, doch die Canton Your Duo sind jeden Cent wert. Sie machen nämlich das, was viele ihrer Mitstreiter nicht können – richtig gut klingen.
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