Testbericht Transrotor Rondino
- Testbericht
- Datenblatt
Transrotor Rondino / SME5009 / Merlo Ref
- Hersteller
- Transrotor
- UVP
- 11000 €
- Wertung
- 115.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
© Herbert Härle
© Herbert Härle
© Herbert Härle
Im laufenden Betrieb lässt sich der Effekt dieser sanften Magnetkupplung mit einem (praktisch kaum umsetzbaren) extrem langen, weichen Riemen vergleichen: Aus der magnetischen Federkraft und den beteiligten Massen resultiert eine Eigenresonanz von etwa 1 Hertz; höherfrequente Störungen kommen nicht durch. Sie können sich höchstens – gewissermaßen durch die kalte Küche – vom Motorgehäuse über die Stellfläche, die starren Spike-Füße und den langen Acryl-Armausleger bis zum Tonarm ausbreiten und auf diesem Umweg hörbar werden. Was in der Praxis aber nicht zu passieren scheint – die Rumpelmessung des Rondino (siehe Messlabor) ist blitzsauber.
© Herbert Härle
Für 600 Euro Aufpreis gibt es den Arm auch als 5012 im königlichen 12-Zoll-Format, aber das ist eher eine Stil- als eine Qualitätsentscheidung. So oder so ist der Arm bis ins letzte Detail durchdacht und unglaublich präzise gefertigt. Die Kombination aus Leichtlauf, Steifigkeit und Spielfreiheit, die der 5009 ermöglicht, ist schwer zu beschreiben, aber leicht zu er-fassen: Lassen Sie den Arm an seinem Headshell-Griff zwischen Daumen und Zeigefinger tanzen, achten Sie auf das völlig reine „drrrrr“-Geräusch, mit dem er zur Ruhe kommt, wenn man ihn aus ein paar Millimetern Höhe in seine Parkposition auf dem Kunststoff-Ablageclip fallen lässt. Versuchen Sie das gleiche mit einem anderen Arm – Sie werden den Unterschied spüren, noch bevor Sie ihn hören: An so einem Arm, und nur da, gibt ein Tonabnehmer alles.
Wenn es sich bei dem Abtaster wie im Testgerät um einen Transrotor Merlo Reference handelt, ist „alles“ ziemlich viel. Der Zufall wollte es, dass zum Abhören gerade die Martin Logan Ethos bereitstanden, die mit dem Transrotor eine fast magische Kombination bildeten: Riesig weit und dennoch gestochen scharf öffnete sich der Konzertsaal-Blick bei Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum-Ouvertüre auf der letzten Seite der „AUDIO Vinyl Masters Vol.1“. Besonders aufschlussreich sind die ganz leisen Passagen, weil wir hier an die Grenzen der Vinyltechnik stoßen – oder besser gesagt feststellen, dass diese Grenzen sich mit einem wirklich perfekten Spieler fast aufzulösen scheinen: Die Reste von Rauschen durch Aufnahmetechnik (hier aus der DDR der 70er Jahre) und Restrauhigkeit der PVC-Oberfläche (bei dieser Pressung extrem gering) werden erst dann zum Problem, wenn ein nicht-perfektes Laufwerk sie moduliert und mit eigenen Zugaben ergänzt. Mit dem Rondino dagegen wird der Rauschgrund glatt und transparent, man scheint darübergleiten und durch ihn hindurchschauen zu können.
© AUDIO
© AUDIO
Messlabor
74dB Rumpelabstand mit Messplatte und hervorragende 84dB mit Messkoppler (der ohne Platte und deren Eigengeräusch misst) sprechen für das FMD-Antriebskonzept des Transrotor. Der Merlo Reference ist ein mittelleiser MC-Tonabnehmer, der im SME-Arm auch höchste Aussteuerungen (sauber bis 120µ) perfekt abtastet und dabei sehr klirrarm bleibt (im Mittel um 0,08%). Die unbedämpfte Elastizität des Magnetantriebs hat kaum Einfluss auf den Gleichlauf, der bei sehr guten, wenn auch nicht sensationellen ±0,067% liegt.
Fazit
Einfach aufzubauen, wartungsarm und für die Ewigkeit gebaut, gehört der Rondino in der getesteten Ausstattung auch klanglich zu den rundesten, stimmigsten Analogspielern in der Transrotor-Historie.
Alle Daten und Testergebnisse zum Transrotor Rondino / SME5009 / Merlo Ref