Testbericht Denon DNP-720 AE
- Testbericht
- Datenblatt
Denon DNP-720 AE
- Hersteller
- Denon
- UVP
- 500 €
- Wertung
- 100.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
Hätte es innerhalb des D&M-Konzerns ein Rennen um den ersten Netzwerkplayer gegeben, hätte Marantz klar gewonnen: Schon Anfang 2011 kam deren NA-7004 auf den Markt, erst jetzt gefolgt vom DNP-720 AE der Schwesterfirma Denon . Das macht jedoch nichts: Der Denon richtet sich an eine andere, womöglich noch breitere Zielgruppe, schon weil er 300 Euro günstiger ist. Unter 500 Euro – ein Preis, zu dem der Markt bisher keinen einzigen Netzwerker bereithielt, der auch äußerlich nach HiFi aussah.
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Wer allerdings auf Gapless-Wiedergabe gehofft hat, also die Möglichkeit, auch ineinander übergehende Songs ohne die kurze Lücke („Gap“) beim Trackwechsel zu hören, wird diese wie schon beim Marantz vermissen. Die gemeinsame Streaming-Baugruppe der beiden Player lässt sich offenbar einfach nicht dazu bewegen, und so bleibt Airplay, gefüttert aus iTunes oder einem Apple-Porti, die einzige Möglichkeit, wirklich unterbrechungsfrei von einem lokalen Server zu streamen.
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Andere, etwa koaxiale oder optische Datentürchen bringt der DNP-720 AE nicht mit – als externer D/A-Wandler ist er also ungeeignet. In der Praxis ist dies vielleicht der wichtigste Feature-Unterschied zum Marantz, der dem Denon neben den Digitaleingängen auch einen Kopfhörerausgang sowie einen DAB-Tuner voraus hat. Nicht dass DAB gegenüber dem von Marantz wie Denon gleichermaßen exzellent implementierten Internetradio irgendeinen Vorteil brächte – das Fehlen des zumindest im Heimbetrieb wenig reizvollen „Digitalradios“ bedeutet also aus AUDIO-Sicht keinen wirklichen Kritikpunkt.
Wer schon mal ein technisch sauber produziertes und mit ausreichender Datenrate gestreamtes Webradio (etwa die drei Linn-Sender mit jeweils 320kbps) gehört hat, weiß, dass der klangstärkste Rundfunk heute aus dem Internet kommt. Dank Volltextsuche und SMS-Tastatur auf der Fernbedienung sind die gewünschten Sender – solange man ihren Namen kennt – mit dem Denon ruckzuck gefunden und auf Favoriten-Speicherplätzen abgelegt. Genauso geradlinig ist die grundlegende Einrichtung: Mit Abstand die meisten Tastendrücke verschlingt noch die Eingabe des WLAN-Passworts, sofern der Nutzer nicht einfach ein LAN-Kabel einsteckt und damit fast augenblicklich online ist.
WLAN ist beim Denon übrigens eingebaut – hier ist der 720er seinem funkverachtenden Marantz-Bruder sogar überlegen. AUDIO empfiehlt dennoch, den Denon nach Möglichkeit an die LAN-Leine zu legen, weil der verkabelte Betrieb unabhängig von Playermodell und Hersteller einfach stabiler funktioniert und das WLAN für Geräte freihält, die es wirklich brauchen. Zum Beispiel für ein iPhone, auf dem dann das kostenlose Denon Remote-App laufen kann, das den Player in allen Funktionen komfortabel steuert.
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Gut nachzuhören ist das auf dem Album „New History Warfare Vol. 2 – Judges“ von Colin Stetson (FLAC bei www.cstrecords.com ), das dem fassungslosen Hörer nebenbei zeigt, wie ein Bass-Saxophon in den richtigen Händen (und vor allem an der richtigen Lunge) eine komplette Rockband ersetzen kann. Je nach Anlage und Geschmack wird die edle, weiche Fülle des Marantz oder die knackige, räumlich stabilere und dynamisch anspringendere Frische des Denon das Rennen machen – ein Unentschieden dürfte dagegen nur selten zustandekommen.
Fazit
Mit seinem klaren, bei aller Lebendigkeit trotzdem ausgewogenen Klang zeigt der Denon, dass seine Audioabteilung trotz ihres einfachen Aufbaus in sorgfältiger Feinarbeit abgestimmt wurde. Wenn Gapless keine Grundbedingung ist (das hängt stark von Musikgeschmack und Hörgewohnheiten ab), bietet der 720AE jetzt schon ein rundes, stimmiges Ausstattungspaket und intuitive Bedienbarkeit. Dank automatisch installierbarer Internet-Updates wird sich der Player auf dieser Basis aber auch weiterentwickeln.
Alle Daten und Testergebnisse zum Denon DNP-720 AE