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Testbericht Denon DCD-2000 AE

Dieser CD-Player glänzt mit Rechenpower und vorbildlicher Architektur

Denon DCD 2000 AE

Hersteller
Denon
UVP
1600.00 €
Wertung
105.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Um der CD mehr Inhalte zu entlocken, setzt Denon auf „Advanced AL24 Processing" und bietet damit ein Upsampling von PCM-Daten auf 176,4 Kilohertz und 24 Bit. Zudem sind die Japaner den Vorzügen der Super Audio CD verfallen. Beide Ideale verpackt Denon im DCD-2000 AE. Über diesem Player hält sich die Marke nur noch den DCD-SA1 als Flaggschiff – für 7500 Euro. Der 2000 AE stellt mit seinem Preis von 1650 Euro dagegen fast ein Sonderangebot dar.

Rein äußerlich ist der Player blitzsauber und elegant verarbeitet – aber nicht mit Blattgold überzogen. Die Werte müssen also im Inneren liegen. Wer die Top-Platte lüftet, sieht schnell, wo das Geld geblieben ist. Denon verbaut im 2000er die hauseigene Feinkost, mit vorbildlicher Akkuratesse. Im Zentrum rotiert das aufwendig verkapselte „Suppress Vibration Hybrid“-Laufwerk – die mechanisch stattlichste Variante in diesem Testfeld. Links vom Laufwerk bereiten gleich zwei Trafos die Stromzufuhr auf. Denon schreibt den Arbeitsbereich demonstrativ auf die Hauben: Oben thront der „Digital“- und unten der „Audio-Power Transformer“.

Der Chip rechnet die CD-Daten auf 256-fache Wortbreite und vierfache Taktfrequenz hoch
Der Chip rechnet die CD-Daten auf 256-fache Wortbreite und vierfache Taktfrequenz hoch

Also zwei getrennte Netzteile für die Digitalwandlung und die analoge Verstärkereinheit. Trotz der Verkapselung will Denon jede Form von Streu-Einflüssen vermeiden und setzt das Prozessor-Herz des Players rechts neben das Laufwerk, in fast maximaler Entfernung von den Stromaufbereitern. Ein wahrlich bildschöner Anblick für die Freunde clever-spartanischer Architekturen.

Mit Geigen schwimmen

Mit den ersten Takten zeigt der DCD-2000 AE bereits seine Vorlieben: Ein enorm weiter Raum öffnet sich, hell und frei. Im Vergleich mit seinen Konkurrenten gibt der Denon immer eine Spur mehr Luft zwischen die Instrumente, die Abgrenzung ist klarer – ohne antiseptisch zu wirken. Topbeispiel: die Sibelius-Sinfonien unter Sir Colin Davis. Im Finale der Fünften wirft der Finne den Hörer auf ein Bett vielfach geteilter Streicher, trägt den derart von der Musik Umfangenen auf feinen und gröberen dynamischen Wellen einer Überraschung entgegen – der sinfonische Fluss bricht ab, und die Schlussakkorde werfen den Genießer aus dem Schwebezustand. An schlechten Playern wird das Meer zum Sumpf, und die hochdynamischen Akkorde verwandeln sich in eine Guillotine. Anders der Denon: Er leuchtet die Teilung der Streicher extrem fein aus – hier meint man wirklich, eine Versammlung von 60 Solisten zu hören.

Das Timing dieses Players ist schnell, in der Zuspitzung aber nie gehetzt: Die Schlussakkorde haben Gewicht, sie treffen das Zwerchfell, schneiden nicht. Einziges Manko: Die Klangfarben wirken begrenzt. Wer hier mehr Korpus, eine größere Tiefe erlauschen möchte, der braucht nur einen kleinen Knopf auf der  Alu-Fernbedienung zu drücken und den Wechsel zur SACD-Spur zu vollziehen. Bedingung ist bloß: Es muss die Lieblingsaufnahme als Hybrid-Silberscheibe geben. �

Alle Daten und Testergebnisse zum Denon DCD 2000 AE

 
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