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Testbericht Denon AVR 3312 AV-Receiver im Test

Der Denon AVR 3312 (1100 Euro) ist ein herausragender Feingeist, der nicht nur dem HiFi-Freund, sondern gleichzeitig auch Surround- und iPad-Füchsen gefällt.

Denon AVR 3312

Hersteller
Denon
UVP
1100.00 €
Wertung
51.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Auszeichnung
stereoplay Highlight: Denon AVR 3312
Tester
stereoplay

Denon AVR 3312 AV-Receiver
  • +viele Anschlüsse
  • -gewöhnungsbedürftige Bedienung

Bei aller Vorabsympathie – Denons AVR 3312 für 1100 Euro verdeutlicht die Tragik moderner Multi­kanaler in besonderem Maße: Sie sollen alles haben, alles können und trotzdem kinderleicht zu bedienen sein.

Also sparte Denon anders als beim 300 Euro teureren Vorgänger AVR 3311 nicht nur das Aluminium für die Front und die markante Klappe ein, sondern gleich auch noch das Gros der ursprünglich darunter beheimateten Fitzeltipper. Es blieben vier Quick-Select-­Buttons, ein weiterer, der mit einem Weltkugel-Symbol gekennzeichnet ist, plus drei Channel Presets.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Möglicherweise begreift ein Kind intuitiv, dass die Quick-Buttons Quellen mit dazu vorgewählten Surround-Funktionen aufrufen, während die Presets Netzwerkprogrammen dienen. Erwachsene kommen aber durchaus ins Grübeln.

Dank der hoch­integrierten neuen ICs verbraucht das Digitalboard des Denon wenig Strom. Fürs HDMI-Durchschleifen fordert es dem Schaltnetzteil (1) kaum 3 Watt ab. Der Prozessor ADV 8002 (2) von Analog Devices birgt zwei HDMI-Transmitter und stellt zugleich 3-Komponenten-Video her. Das HDMI-Receiver-IC ADV 7844 (3) switcht einen Teil der Eingänge und stellt HDMI-Bilder aus analogen Videosignalen her. © MPS
Dank der hoch­integrierten neuen ICs verbraucht das Digitalboard des Denon wenig Strom. Fürs HDMI-Durchschleifen fordert es dem Schaltnetzteil (1) kaum 3 Watt ab. Der Prozessor ADV 8002 (2) von Analog Devices birgt zwei HDMI-Transmitter und stellt zugleich 3-Komponenten-Video her. Das HDMI-Receiver-IC ADV 7844 (3) switcht einen Teil der Eingänge und stellt HDMI-Bilder aus analogen Videosignalen her.

Language: Deutsch. Genehmigt. Aber warum bettelt in der Folge der überaus fein und bunt bebilderte Bildschirm-Installations-Wizard um den Anschluss des im Karton verbliebenen Einmessmikrofons – und dies, obwohl der Neubesitzer aus gutem Grund beim Setup selbst Hand anlegen will? Außerdem stellt der Nutzer fest, dass nur der Ferngeber für „Pure“-Reinheit sorgt (zweimal auf Direct drücken). Der UKW-Suchlauf und die Senderspeicher-Automatik erhalten ihre Startimpulse ebenfalls nur von ihm.

Frequenzgänge: Sehr ausgewogen und ­breitbandig – ebenfalls bei Surround. Recht ausgewogen auch bei Phono © stereoplay
Frequenzgänge: Sehr ausgewogen und ­breitbandig – ebenfalls bei Surround. Recht ausgewogen auch bei Phono

Nach einer Eingewöhnungsphase kommt aber auch der über 30-jährige Musikfreund mit dem ultramodernen Denon zurecht. Er freut sich, dass er an den zahlreichen stabilen Boxenklemmen nicht nur fünf, sieben oder neun, sondern sage und schreibe elf Boxen anschließen kann.

Praxis: Musikarchiv anlegen und ordnen

Die Einbau-Verstärker Nummer sechs und sieben können also nicht nur Surround-Back-Boxen (oder Biamping-Boxenterminals) versorgen. Sie wenden sich bei Bedarf auch gerne – bequem schaltbar – den Front-Height- oder Front-Wide-Lautsprechern zu. Hieraus schließt der AV-Intimus, dass der Denon die ganze Flöte entsprechender Dolby- und Audyssey-Funktionen besitzt. Oder treffender: das ganze angelsächsische Lizenz-Blasorchester.

Klirr-Analyse: Schön gleichmäßig verlaufende und günstig abgestufte Klirrkomponenten mit gutem Lastwechselverhalten © stereoplay
Klirr-Analyse: Schön gleichmäßig verlaufende und günstig abgestufte Klirrkomponenten mit gutem Lastwechselverhalten

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Das bedeutet überhaupt nicht, dass der neue Denon mäßig klingt. Im Gegenteil: Dank des Phonoteils, das sich mit frequenzgangfreundlichen Spulen statt mit brutalen Kondensatoren vor Hochfrequenz schützt, tönten schon LPs sehr ordentlich und lebendig. Der UKW-Tuner agierte noch ausgeglichener. Für die CD-Wiedergabe heimste der AVR 3312 dann bereits Bravo-Rufe ein. Mit dem weniger fetten als konturierten Bass, den anspringenden Höhen und der äußerst fleißigen Feinzeichnung ähnelte er ganz und gar dem teureren Denon-Ahnen AVR 3311.

Ähnlich die Surround-Wiedergabe: Mit Leichtigkeit schuf der Neue die Illusion, in einem rasenden Jet oder im perfekt abgezirkelten Musikstudio zu sitzen. HD-Titel spornten den AVR 3312 noch weiter an – er lud quasi unter Kronleuchtern zu großen Hör-Bällen ein.

Alle Daten und Testergebnisse zum Denon AVR 3312

 
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