Testbericht Dali Mentor Menuet im Test
Klangurteil: 78 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
- +Sehr detailreich und lebendig bei hoher Präzision
- +Überragende Verarbeitung
- -Formatbedingt kein sehr tiefer Bass
Dali Mentor Menuet: Aufbau
Die aus Dänemark stammende Box ist nicht deshalb so massearm, weil der Hersteller am Material gespart hätte, sondern weil bei gerade mal 10 Litern Volumen (brutto wohlgemerkt) schlicht keine zentnerschweren Wände und Versteifungen erforderlich sind, um ein Boxengehäuse klanglich neutral zu bekommen. Hier kommen die grundsätzlichen Vorzüge kompakter Bauformen zum Tragen, deren kleine Kammern und Flächen deutlich weniger Energie speichern als konstruktiv vergleichbar ausgeführte Standboxen.
Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen
Apropos Gehäuse: Die betont zierlichen Abmessungen sind für viele sicher ein Kaufargument, das beim Anfassen noch eine haptische Dimension erhält. Der weiße oder schwarze Mattlack schimmert samtig-weich und man wird ihn vermutlich auch in vielen Jahren noch gerne betrachten, wenn die derzeit allgegenwärtige Hochglanzeuphorie längst wieder abgeklungen ist. Parallel bietet Dali ein Kirschfurnier, so dass auch Holzfreunde auf ihre Kosten kommen.
Dali Mentor Menuet: Hörtest
Wie bei den meisten Kompaktboxen sind "nur" zwei Chassis verbaut, was den Filteraufwand schon mal per Definition überschaubar hält. Dali hat sich darüber hinaus für eine minimalistische Ausführung der Frequenzweiche entschieden, die aus lediglich vier Bauteilen besteht. Der Verzicht auf komplexe Filter fördert die Lebendigkeit, allerdings etwas zu Lasten der Linearität im Frequenzbereich. Grobdynamisch leistet die kleine Dänin deutlich mehr als ihr Format vemuten lässt. Stattliche 96 Dezibel zeigt das Messgerät in 1 Meter Entfernung, bevor die Verzerrungen überhand nehmen. Im Stereobetrieb mit zwei Boxen ist es sogar möglich, die 100-Dezibel-Marke zu knacken.
© H. Härle, Archiv
Auch um den Gewebekalottenhochtöner muss man sich keine Sorgen machen. Er trägt an der Rückseite seines Magnetsystems einen Kühlkörper, der einen Hitzetod unwahrscheinlich macht. Bei deutlich wandferner Aufstellung – üblich bei großvolumigen Standboxen – liefert die Menuet ein trockenes und sehr spritzig-feines Klangbild ohne jedes Wummern und Dröhnen. Schallreflektierende Flächen wie Wände oder Regale in der Nähe der Boxen führen zu einer satteren und wärmeren Balance, die der Menuet ausgesprochen gut steht. Man kann sie ruhigen Gewissens ins Bücherregal stellen oder sogar direkt an die Wand hängen.
Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro
Das sieht auch der Hersteller so und liefert deshalb auf Wunsch eine passende Wandhalterung. Dass der Abstand zwischen Boxenrücken und Wand dadurch auf wenige Zentimeter schrumpft, ist unproblematisch, weil das Bassreflexrohr etwas zurückversetzt im Terminal sitzt, damit die Luftsäule im Rohr stets ungehindert schwingen kann. Die direkte Wandnähe führt im Bass zu einer besonders intensiven Kopplung an den Raum und lässt die Menuet klanglich regelrecht aufblühen.
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