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Testbericht Dali Fazon F5 im Test

Boxenspezialist Dali fertigt das neue Modell Fazon F 5 (3000 Euro pro Paar) mit Gehäusen aus besonders stabilem Guss-Aluminium. Form und Klang sind außergewöhnlich.

Dali Fazon F5

Hersteller
Dali
UVP
3000.00 €
Wertung
56.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Fragen Sie mal einen HiFi-Enthusiasten: Welche Komponenten eines Laut­sprechers sind die wichtigsten? Meist wird die Antwort wie aus der Pistole geschossen kommen: Die Chassis bestimmen die Klangqualität, alles andere ist eher Nebensache. Gelegentlich werden auch Frequenzweichen und Innenverkabelung genannt, doch im Fokus des Interesses stehen ­eindeutig die Wandler.

Auch Boxengehäuse prägen den Klang sehr deutlich, doch das können sich nur die wenigsten vorstellen. Tatsächlich machen sich bisweilen schon kleinste Änderungen in Form und Material deutlich bemerkbar. Was die Angelegenheit schwierig gestaltet: Boxengehäuse dürfen anders als Korpusse von Musikinstrumenten keinen Frequenzbereich abschwächen oder bevorzugen.

Die üblichen Gehäusewerkstoffe sind nach wie vor Holz und daraus abgeleitete Materialien. Doch immer mehr Hersteller setzen auf Aluminium. So auch der dänische Boxenspezialist Dali, der jetzt mit seiner Fazon F5 ein Modell mit Schauwerten vorstellt: Die skulpturenhaften Schallwandler sind inklusive Fuß nur gut 90 Zentimeter hoch und wirken dank zusätzlicher Hochglanzlackierung haptisch wie optisch überaus ansprechend.

Höhere Festigkeit durch Aluminium

Bei kompakten Satellitensystemen lässt sich der Trend zu Aluminium-Gehäusen schon länger beobachten. Alu-Standboxen sind dagegen vergleichsweise selten, denn der Herstellungsaufwand steigt nicht ­linear mit dem Gehäusevolumen, sondern gefühlt eher exponentiell. Sollen Treiber und ­Korpus perfekt harmonieren, ist die Form der Schallwand in das Abstrahlverhalten einzubeziehen, Teilvolumina müssen die optimale Größe haben, Versteifungen an den richtigen Stellen sitzen. Einfache Strangprofile, die als Meterware vom Band purzeln, erlauben weder eine gezielte Steuerung des Schwingungsverhaltens noch eine optimale Innenaufteilung. Dazu braucht man für jedes Boxenmodell individuelle Gussformen.

Standboxen mit maßgeschneiderten ­Alu-Gehäusen waren bisher meist für fünfstellige Preisregionen reserviert. Die Toplautsprecher von Piega fallen unter diese Rubrik oder auch die grandiosen Modelle der Magico-Q-Serie. Dagegen ist die Dali F5 mit ihrem Preis von gerade mal 3000 Euro fast schon übergünstig, zumal sie ebenfalls einen sehr aufwändig gestalteten Innen­aufbau besitzt.

Der Korpus wird in einem Arbeitsgang unter exorbitantem Druck gefertigt und erreicht durch seine unregelmäßige Form sowie zusätzliche Verstrebungen im Innern eine überragende Steifigkeit. Anschließend wird die Schallwand mit dem Gehäuse verschraubt und verklebt, was die Stabilität noch mal erhöht. Der Aufbau speichert sehr viel weniger Energie als herkömmliche Gehäuse aus Holzplatten und gibt beim Klopftest keinerlei Lebensäußerungen von sich.

Die Gussbauweise erlaubt eine organi­sche Form, die nicht nur schön aussieht, sondern auch die Ausbildung stehender ­Wellen im Boxeninnern erschwert. Die ­Rohlinge werden bei einem externen Spezialisten für Aluminium her­gestellt, denn die dazu nötigen Maschinen würden sich für einen Boxen-Anbieter nicht rechnen.

Dali Fazon F 5
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Dali Fazon F 5

Abschließend wird der Korpus schwarz oder weiß hochglänzend lackiert. Eine ­abnehmbare Stoffhaube zum Schutz der Chassis zählt zum Lieferumfang.

Die Chassis der F5 basieren auf den Treibern der Mentor-Baureihe, wurden jedoch in Bezug auf Linearität und Klangtreue ­überarbeitet. Die zwei Tieftöner, von denen einer zusätzlich die mittleren Lagen bestreitet, verfügen über ein Magnetsystem mit zusätzlichen Elementen aus Kupfer, welche die sonst üblichen Schwankungen der ­Impedanz in Abhängigkeit von der Position der Schwingspule reduzieren. Dies hat bei großen Membranauslenkungen geringere Verzerrungen zur Folge. So kann die F5 mühelos eine Klangintensität erzeugen, für die man noch vor wenigen Jahren deutlich größere Chassis auffahren musste.

Auch der Korpus trägt seinen Teil dazu bei, dass die F5 größer klingt als sie aussieht. Gegenüber konventionellen Gehäusen mit ähnlichen Außenabmessungen bringt die Aluminium-Bauweise rund 30 Prozent mehr Netto­volumen, was den Basseigenschaften mess- und hörbar zugute kommt.

Lebhafter und glasklarer Klang

Tatsächlich konnte die F5 Männerstimmen und Kontrabässe sehr kraftvoll und realistisch darstellen. Beim Elvis-Presley-Ohrwurm „Fever“ hielt sie die Einzelstimmen mühelos auseinander und bewies ein exzellentes Gespür für Timing. Das herzhafte Fingerschnippen klang sehr natürlich. Der Charakter war streckenweise so impulsiv, als spielten elektrostatische Wandler, die ja für ihre Schnelligkeit berühmt sind.

Die Klangreinheit blieb auch bei kernigen Pegeln erhalten. Doch solche Kraftakte ­waren gar nicht nötig, um Spaß zu haben. Von der F5 ging bereits bei Zimmerlaut­stärke eine enorme Spielfreude aus, mit der sie sich wohltuend vom Gewaber vieler konventioneller Boxen absetzen konnte. Diese Unbekümmertheit wirkt einfach sehr attraktiv. Sonst heißt es immer: „Wer schön sein will, muss leiden.“ Heute gibt es die hübsche und klangstarke F5 von Dali.

Alle Daten und Testergebnisse zum Dali Fazon F5

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