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Player-Verstärker-Kombi Cyrus 6A & 6 SE 2 im Test

Die Stereo-Kombi von Cyrus ist äußerst kompakt. Doch die Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt. Im Hörtest müssen sie beweisen, was in ihnen steckt.

Cyrus 6A & 6 SE 2
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© Hersteller/Archiv

Cyrus 6 SE 2
Klangurteil: 100 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +sehr detailreich und körperhaft
  • +präzise abbildend mit knackigem Bass

Welcher andere kleine Verstärker blickt schon auf eine so lange Tradition zurück? Sie beginnt rund 2500 Jahre vor unserer Zeit mit Cyrus I und Cyrus II, jenen sagenumwobenen Perserkönigen, die große Eroberungen machten. Der Bogen zum Cyrus 6a führt über die aus Persien stammenden Brüder Farad und Henry Azima, die Anfang der 80er Jahre mit ihrem winzigen Vollverstärker Cyrus I einer übergewichtigen Übermacht entgegentraten, um sie nachhaltig das Fürchten zu lehren.

Cyrus 6A & 6 SE 2: Aufbau

Der jüngste Spross der ruhmreichen Ahnenreihe huldigt dem ursprünglichen Design mit Leichtmetall-Druckgußgehäuse, dessen Nachhaltigkeit seinesgleichen sucht. Es prägt auch den Look des extrem schicken CD-Players Cyrus 6 SE 2. Dessen Schlitzlaufwerk zählt zu den wenigen verbliebenen CD-Spezialisten (Sanyo) ohne zigfache Abtastgeschwindigkeit. Durch selbst geschriebene, Servo Evolution 2 (daher SE 2) getaufte Software soll die Datenauslese sogar noch perfekter gelingen.

Cyrus 6A / 6 SE 2
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Zeitlose Klasse

Das Design mit den antimagnetischen Druckgussgehäusen stammt noch aus dem letzten Jahrhundert. Doch unter der Haube sind der Cyrus 6a und 6 SE 2 auf dem letzten Stand der Technik.

Cyrus 6A
Klangurteil: 90 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +hochauflösend
  • +transparent
  • +trockener Bass

Damit sich Digital- und Analog-Sektion nicht in die Quere kommen, spendierten die Entwickler dem Ringkerntrafo separate Windungen für beide Bereiche. Eine Re-Clocking-Schaltung am hochwertigen 24-Bit-D/A-Wandler soll durch Neutaktung des Signals Jitter im Zaum halten. Der DAC-Chip stammt von Burr Brown und kommt auch im größeren Modell 8a zur Anwendung. Dort können sich aber die Enwickler den Luxus leisten, zwei der Stereo-ICs vom Typ PCM 1793 im Differenzial-Modus zu betreiben, was nochmals einen besseren Störabstand verspricht. Diese Einschränkung lässt sich angesichts des scharf kalkulierten Preises allerdings ebenso verschmerzen wie das Fehlen der Buchse zum Anschluss des separaten Hochleistungsnetzteils PSX-R.

Kaufberatung: Stereo-Kombis im Test

Wer keinen CD-Player dieses Kalibers besitzt, dürfte sich über die optionale D/A-Wandler-Karte für den Vollverstärker Cyrus 6a freuen. Für 300 Euro wartet die Erweiterung mit einem 24-Bit-Wandler von Burr Brown auf und bietet je zwei optische und koaxiale Digital-Eingänge sowie einen USB-Anschluss. Ansonsten stehen sechs Analog-Eingänge mit vergoldeten Cinch-Buchsen bereit. Für Erweiterbarkeit sorgen zwei Vorverstärker-Ausgänge sowie ein Zone-2-Ausgang. Und weil Cyrus schon sehr früh dem Bi-Wiring huldigte, hat der Nachfahre gleich zwei Paar-Lautsprecher-Ausgänge, die allerdings – weil in BFA-Ausführung – meist Adapter erfordern.

Hörtest

Keinerlei Adapation erforderte der Klang, der in gerader Linie zu früheren Konstruktionen der englischen Marke stand. Der Verstärker schreckte auch vor großen, impedanzkritischen Boxen wie der KEF Reference 207/2 nicht zurück, auch wenn diese Kombination nicht nur im Preis das Extrem darstellt. Das helle, direkte Timbre beider Parteien addierte sich hier nicht unbedingt zum Vorteil. Doch der Cyrus-User schwört eh auf audiophile Zweiwegeboxen wie die B&W 805 oder die Kudos X2, deren warme, runde Klangabstimmung perfekt mit dem quirligen, extrem transparenten und hochauflösenden 6a harmonierte. Das fehlende letzte Quäntchen Tiefgang des im Bass kurz und trocken abgestimmten Amps fällt in solchen Kombinationen eh nicht auf.

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Wegen seiner sehr knackigen und selbst ganz unten noch sehr konturierten Basswiedergabe verhalf der Cyrus 6 SE 2 seinem Partner zu besonders packendem, ausgewogenem Klang. Im Mittel-Hochtonbereich ergänzten sich die beiden Minis ebenfalls perfekt. Der Verstärker verschluckte nichts, was ihm der CD-Player an Details, Charme und Fokus lieferte. Und das war eine Menge: Der Cyrus 6 SE 2 spielt in Sachen Feinzeichnung, Flair und Abbildungsstabilität beziehungsweise Klangkörper in einer noch höheren Klasse.

 
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