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Testbericht CD-Player T.A.C. C 35 im Test

Ein CD-Spieler mit Röhren-Ausgangsstufe? Das ist nicht neu. Was die T.A.C.-Röhrenprofis für den C 35 (1700 Euro) ausgedacht haben, lässt allerdings die Ohren spitzen.

T.A.C. C 35

Hersteller
T.A.C.
UVP
1700.00 €
Wertung
60.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Auszeichnung
stereoplay Highlight: T.A.C. C 35
Tester
stereoplay

T.A.C. C 35
  • +edles Design
  • +detailreicher Sound

Mit 15 Jahren ist sie für ­einen Hersteller von Röhren-Verstärkern eigentlich ganz schön jung, die Tube Amp Company, kurz: T.A.C. Dennoch haben sich die Entwickler, die mit der Transistor-Firma Vincent verschwistert sind, bereits einen guten Ruf erworben. Zum Vollverstärker K 35 (Test in 1/10) – bei ihm wurde den stereoplay-Redakteuren warm ums Herz – gesellt sich nun eine digitale Quelle mit dem CD-Spieler C 35. Er passt nicht nur im Design zum Verstärker.

Auch hier gewähren Acrylglasscheiben einen Blick auf die inneren Organe und schützen sie gleichzeitig vor neugierigen Kinderfingern. Allgemein erwecken Verarbeitung und Ausstattung viel Vertrauen. ­Alles, was nach Metall aussieht, besteht auch daraus, die Tasten wirken präzise geführt und ­bieten einen klaren Druckpunkt. Der Level-Regler dosiert die Kopfhörer-Lautstärke. Das Display, das sich in zwei Stufen dimmen und abschalten lässt, gefällt mit kristallklarem Kontrast.

Makellose Verarbeitung und dezente Optik prägen den T.A.C. C 35. Das Display lässt sich dimmen und abschalten. „Level“ regelt den Kopfhörer. © Julian Bauer
Makellose Verarbeitung und dezente Optik prägen den T.A.C. C 35. Das Display lässt sich dimmen und abschalten. „Level“ regelt den Kopfhörer.

Eine HDCD-Kontroll-LED zeigt das Dekodieren entsprechend erstellter CDs an. Die Rückseite bietet zwei Stereo-Cinch-Ausgänge, deren Pegel sich in gut zwei Dutzend Stufen per Fernbedienung regeln lässt, sowie einen elektrischen Digitalausgang.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Auch die Fernbedienung besteht aus gebürstetem und dunkel eloxiertem Metall mit feinen runden Tasten und wirkt dadurch dezent edel. Sie bedient den Player und den Verstärker K 35.

T.A.C. stattet seinen C 35 mit zwei Ausgangspaaren aus. Die Paare lassen sich über die Fernbedienung in 26 Stufen im Pegel regeln. © Julian Bauer
T.A.C. stattet seinen C 35 mit zwei Ausgangspaaren aus. Die Paare lassen sich über die Fernbedienung in 26 Stufen im Pegel regeln.

Die Übersetzung von der Zahlenwelt ins Analoge übernimmt ein bewährter Burr-Brown PCM 1732 mit acht­fachem Oversampling. Der versteht auch HDCD-kodierte CDs, die er dann intern mit einer Auflösung von 96 kHz und 24 Bit weiterverarbeitet.

Nach der Analogwandlung kommen die Röhren zum Zuge. Eine 6N10 versorgt exklusiv den Kopfhörerausgang – daher auch der separate Lautstärkeregler. Ein Paar 12AX7-Röhren übernimmt gleich zwei Aufgaben. Zum einen kümmern sich die beiden um die sorgsame Verstärkung für die analogen Ausgänge; zum anderen verwenden die pfiffigen Entwickler die Doppeltrioden auch zur Spannungsstabilisierung. Mehr Röhre geht wohl in einem digitalen Zuspieler nicht.

Praxis: Bi- und Tri-Amping

Kleine Präsenzdelle nur bei ­Emphasis-CDs, sonst ausgewogen © stereoplay
Kleine Präsenzdelle nur bei ­Emphasis-CDs, sonst ausgewogen

Für den Hörtest lag es nahe, ebenfalls einen Player mit Röhren-Ausgangsstufe zum Vergleich heranzuziehen. Deshalb griffen die Tester zunächst zum Magnat MCD 850 (Test 11/08). Doch schnell war klar, dass der T.A.C. an der Konkurrenz aus Deutschland vorbeiziehen würde. Der Asiat spielte feiner und detailreicher, zeichnete einen tieferen Raum und bot vor allem im Bass deutlich mehr Kontrolle und Kontur.

Etwas höherer Klirr mit klanglich günstig abfallendem Spektrum © stereoplay
Etwas höherer Klirr mit klanglich günstig abfallendem Spektrum

Dann wechselte stereoplay in die Transistor-Welt: zu einem Creek Destiny 2 (Test 11/10). Die zwei Player waren sich in ihrer tonalen Balance gar nicht unähnlich, doch der Engländer spielte alles in allem ausgewogener. Der C 35 wirkte etwas zurückhaltend im oberen Mittelton, ein wenig sanfter in der Attacke.

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Auf sympathische Weise schien der C 35 mit seinen samtigen, aber fein aufgelösten und nie zur Schärfe neigenden Höhen, mit dem warmen, dennoch kontrollierten und knackigen Bass ein wenig Schönfärberei zu betreiben. Dieser T.A.C ­demonstrierte eine dichte, plas­tische Abbildung mit großer Raumtiefe. Stets machte er einen unangestrengten und sanftmütigen Eindruck.

Die Idee, traditionelle Analogtechnik mit digitaler zu verheiraten, ist nicht neu. Sie führte aber selten zu einer so gelungenen Symbiose wie hier.

Alle Daten und Testergebnisse zum T.A.C. C 35

 
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