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Röhrenverstärker Cayin A 88 T MK2 Selection im Test

Der A 88 T MK2 nutzt größere Komponenten und ist doppelt so teuer wie sein kleiner Bruder Cayin MA 80. Klingt der Vollverstärker auch entsprechend besser?

Cayin A 88 T MK2 Sel.
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© Archiv, H. Härle, MPS

Cayin A 88 T MK2 Sel.
Klangurteil: 108 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +auch an Normalboxen „Passt-alles“-Klang
  • +viel Raum, phänomenale Höhen, mitreißende Bässe

Obwohl der A 88 T MK II mit KT-88-Bestückung gut das doppelte kostet, zeigt der Schaltplan gegenüber dem MA 80 keine großen Änderungen. Immerhin, statt von einem Drehschalter werden die vier Eingänge nun von Kapselrelais verwaltet. Besitzt der A 88 überdies ein fernbedienbares Motorpotentiometer von Alps, geht es im Fall Fixed-Line-In ganz ohne – dessen Anschlusskabel schlängelt sich an dem Edeldreher vorbei und von dort aus einer gegenüber der ECC 83 etwas dickbauchigeren Doppeltriode namens 6SN6. Der Phasensplitter arbeitet mit den zwei Systemen einer 6SL6, die abermals mehr Strom stemmen und je ein Gegentakt-Doppel der KT-88-Endröhren locker antreiben können. Problemlos lässt sich der A 88 auch auf die kleineren EL 34 umrüsten. Für die Bias-Justage gibt es nicht nur leicht zugängliche Trimmer und ein vornehmes Anzeigeinstrument, es gilt darüber hinaus nur einen Rückseiten-Schalter umzuschieben, damit die Mittenmarkierung wieder stimmt.

Cayin A 88 T MK2 Sel.
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Cayin A 88 T MK2 Selection, um 2.000 Euro.

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Der im wahrsten Sinne des Wortes gewichtigste Unterschied zu dem MA 80 besteht in der Größe des Netztrafos, der Eisenkern-Siebdrossel (für die Hochspannung) und der beiden Ausgangsübertrager, der sich ganz profan zu immerhin 11,5 Kilo addiert. Und – selbst wenn ein Teil davon den dickeren KT 88 zugeschrieben werden muss – zu einem deutlich fundamentaleren Klang.

Cayin A 88 T MK2 Selection: Hörtest

So sorgten etwa bei Fred Wesleys Jazzfetzern (von „With A Little Help From My Friends“) nicht nur der triumphale Glanz und die sauber charakterisierten Druckwellen von Sax, Trompete und Posaune für audiophilen Hochgenuss, nun trug auch eine ganze Unterwelt aus Struktur, Druck und warmen Farben zu Lust und Vergnügen bei.

Kaufberatung: Röhren-Vollverstärker im Test

Beim MA 80 noch eher einen Schritt weiter hinten, traten Bassisten quasi mit grimmigem Grinsen hervor – wer solche Glücksverstärker kennt, weiß Bescheid: Dann wird der Rhytmus plötzlich hypnotisch, der Zug gerät in Bewegung und ab geht die Reise – wir fahren mit. Und zwar nicht nur zu Stippvisiten zu diesem oder jenem Titel. Beispielsweise wird es bei Tribands „Live At Schloss Elmau“ unmöglich sein, sich von Sandra Wollaschs Wonnelippen loszureißen. Das pralle Leben in den schönsten Räumen: Der A 88 T MK II bietet beste Voraussetzungen, um mit ihm glücklich zu werden.

 
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