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Testbericht Canton your_Duo und your_Sub: 2.1-System im Test

Test: Der Canton-Subwoofer your_Sub impft die beiden Funk-Satelliten your_Duo mit zusätzlicher Basspower und beamt das Thema High-Fidelity in neue Dimensionen.
Canton your_Sub
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© Canton

Canton your_Duo und your_Sub
Klangurteil: 80 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
  • +Erstaunlich satt und pegelfest
  • +Homogen spielend
  • +Stromkabel

Canton your_Duo und your_Sub: 2.1-System im Test - Nur angedeutet verständnisvolles Schulterklopfen handelte sich vor nicht all zu langer Zeit noch ein, wer den Wunsch äußerte, über ein drahtloses, per Funk versorgtes, aktives Lautsprechersystem richtig gut Musik hören zu wollen. „Sonst noch einen Wunsch?“, hieß es meist. „Darf es vielleicht noch eine kinderleichte Einrichtung, also Plug & Play, sein? Plus Zuspielung des musikalischen Inhaltes, etwa über ein eigenes drahtloses Dock für iDevices? Oder,“ begann der Verkäufer hinterm Tresen das Träumen, „ein USB-Dongle, das, am PC/Mac angeschlossen, dessen gesamte Songbibliothek in ein eigenes, autarkes und störfreies 2,4GHz-Band hinausbläst?

Dessen 3,5-mm-Klinke-Cinch-Eingang und interne 24bit-AD/ Wandlung eine analoge Verbindung mit quasi allen denkbaren Zuspielern zulässt? Und wenn wir schon dabei sind: Wie wäre es mit einem modularen Aufbau? Einer ganzen Produktfamilie, die, über drei separate, farblich voneinander unterscheidbare Funk-Kanäle verbunden, sich im ganzen Haus verteilen lässt? Somit verschiedene Räume mit unterschiedlicher Musik beschallt oder bei Bedarf gemeinsam und synchron musiziert?“. Spätestens hier zerschellte der Wunsch an der schnöden Wirklichkeit oder an rüdem HiFi-Dogmatismus. Zukunftsmusik, das alles, utopisch sogar, und audiophile Blasphemie noch dazu – so lautete lange das Grundrauschen in der Branche.

Messlabor: Der Subwoofer erreicht bei bei 43 Hz den -3db und bei 39 Hz den -6db Punkt. Mit 102 db Maximalpegel liefert er auch ordentlich Lautstärke nach. Das schaltbare Hochpassfilter trennt die your_Duo für den Betrieb mit Sub bei 100 Hertz ab (1), wovon die Klirrarmut deutlich profitiert (2) – ohne die elektronische Limitierung wären vermutlich noch höhere Maximalpegel möglich. © WEKA
Messlabor: Der Subwoofer erreicht bei bei 43 Hz den -3db und bei 39 Hz den -6db Punkt. Mit 102 db Maximalpegel liefert er auch ordentlich Lautstärke nach. Das schaltbare Hochpassfilter trennt die your_Duo für den Betrieb mit Sub bei 100 Hertz ab (1), wovon die Klirrarmut deutlich profitiert (2) – ohne die elektronische Limitierung wären vermutlich noch höhere Maximalpegel möglich.

Bedürfnisse jedoch verändern sich, stetig und mittlerweile schon fast rasant – und genau für diesen Zeitenwandel findet Canton mit seiner your_World genannten Serie nun die passende Antwort und lässt den Traum von einst wahr werden. Das System ist nicht nur hochflexibel erweiterbar, kompakt und dabei auch noch hübsch anzuschauen, sondern auch mit den im Vorfeld aufgeführten Attributen ausgestattet – ein Hort an Innovationsvielfalt sozusagen. Je intensiver man sich damit befasst, um so mehr Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten kommen einem in den Sinn. So wie etwa die naheliegende Kombination der Kompaktboxen your_Duo  mit dem neuen, drahtlos operierenden aktiven your_Sub als Bassergänzung. Kompakt, quaderförmig und elegant glanzlackiert, hält dessen geschlossenes Gehäuse ein nach dem Downfire-Prinzip Richtung Boden strahlendes 10-Zoll- Bass-Chassis bereit.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Schaltnetzteil und Digitalverstärkung drücken, wenn es sein muss, ein Maximum von bis zu 200 Watt an die Membran. Ein leistungsstarker DSP sorgt mit zwei seriellen Hochpassfiltern 2. Ordnung für einen nach unten erweiterten Frequenzbereich. Diese Filterung und ein ausgeklügelter Limiter halten dem Chassis unnötige Frequenzen und Auslenkungen vom Leib. Folge dieser Maßnahmen: Reduktion von Klirr- und Kompressionsartefakten und dadurch besseres Impulsverhalten plus gesteigerte Dynamik.

Canton your_Duo und your_Sub im Test: Handhabung

Bezüglich Know-how und Technik wurde beim your_Sub also definitiv geklotzt. Perfektion der Vereinfachung hieß das Motto hingegen beim Thema Handhabung. Der Anschluss der Komponenten untereinander ist unkompliziert und schnell erledigt.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Im Grunde wird lediglich über einen Knopfdruck die Kanalauswahl definiert – und schon kann es losgehen. Den Rest erledigt das System von selbst – einschließlich der Filterung/Trennung zu den your_Duos. Stichwort Trennung: Die fällt dem Hörer schon nach wenigen Sekunden schwer – gemeinsam spielte das Set ungemein sauber und in piekfeiner Manier.

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Über den Klinkeneingang der Sendeeinheit your_Stick fand der Linn Akurate DSM Anschluss an das aktive Set. Die Überraschung folgte auf dem Fuße: Trotz seiner recht zierlichen Ausmaße füllte das Canton-Trio den Hörraum mit erstaunlich klarer und pegelfester Wiedergabe. Rotzfrech fegte Mr. Oizo mit seinem „Flatbeat“ durch den Hörraum, der Bass war präzise, schnell und unerwartet trocken. Oli Browns „Like A Feather“ („Here I Am“, Ruf Rec.) rockte erwachsen, Gitarrenriffs, Schlagzeug und Hammondorgel drückten spritzig und plastisch in die Gehörgänge. Eine sehr gute Stimmwiedergabe und eine unaufdringliche räumliche Tiefe rundete das bemerkenswerte Gesamtbild stimmig ab.

Canton your_Duo und your_Sub im Test: Fazit

Nur ein PC-Lautsprecher? Dieses Set ist weit mehr: Unterstützt durch den druckvollen Sub, entpuppt sich das your_Duo als ernsthaftes 2.1-System. Es überzeugt durch einfache Anwendbarkeit – einfach unter den Arm klemmen und flugs spielt es auch auf der Terrasse – und erstaunlichen Klang: Im Verbund tönt es erwachsen, neutral und in sich stimmig.

 
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