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Testbericht Canton Reference Jubilée im Test

Zum 40-jährigen Firmenjubiläum legt Canton ein limitiertes Sondermodell auf. Die Reference Jubilée hat es in sich, wie der Test beweist.
Canton Reference Jubilée
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© Hersteller / Archiv

Zwei sogenannte Ortsfilter im Bereich des Terminals gestatten subtile Justagen der tonalen Balance durch einfaches Umstecken. Die eingravierte Seriennummer macht die Sonderedition zum Sammlerstück. © Hersteller / Archiv
Zwei sogenannte Ortsfilter im Bereich des Terminals gestatten subtile Justagen der tonalen Balance durch einfaches Umstecken. Die eingravierte Seriennummer macht die Sonderedition zum Sammlerstück.

Ein Vierteljahrhundert Erfahrung würde man dem weithin bekannten Boxenhersteller Canton intuitiv gewiss zubilligen, doch tatsächlich sind es erheblich mehr. Denn bereits im Oktober 1972 nahm Canton seinen Betrieb auf und katapultierte sich innerhalb weniger Jahre auf die vorderen Plätze der Verkaufshitlisten.

Dass der Aufstieg so zügig vonstatten ging, lag am Talent der Gründer, die ihr Handwerk bei Herstellern wie Braun oder Heco gelernt hatten. Der Firmensitz lag damals wie heute im beschaulichen Niederlauken im Taunus bei Frankfurt, wo auch Teile der Fertigung angesiedelt sind.

Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen, und die Canton-Entscheider haben sich zum 40. Geburtstag etwas Besonderes ausgedacht. Frei nach dem Motto "Die Geschenke bekommen die Kunden" fertigen die Hessen ein auf 100 Paar limitiertes Sondermodell mit Namen Reference Jubilée.

Canton Reference Jubilée: Aufbau

Die Box ist ein Mix der beiden Reference-Typen 3.2 und 2.2, angereichert mit einigen Besonderheiten höherpreisiger Modelle. Von der 3.2 stammen die hochaktuellen Chassis und die ungefähren Abmessungen, von der größeren 2.2 die Gestaltung des Schichtholzgehäuses mit stabilitätsfördernden Einzügen im oberen Bereich. Hinzu kommen besonders strompotente Weichenbauteile auf drei Platinen und eine minimal andere Abstimmung der Filter im Hinblick auf Zeitrichtigkeit und Klangvolumen. Von den Topmodellen 2.2 und 1.2 stammt die Möglichkeit zur tonalen Anpassung über Steckbrücken im Bereich des Terminals. Die 3.2 muss ohne dieses Feature klarkommen.

Allein der Jubiläumsbox vorbehalten bleibt ein spezielles Typenschild mit eingravierter Seriennummer an der Rückseite. Auch die Aluminium-Zierblenden über den Körben der Chassis sind exklusiv – durch sie hebt sich die Jubilée von den gewöhnlichen Reference-Modellen ab. Die Box ist in schwarzen oder weißen Klavierlack gekleidet, standesgemäß erstklassig fein und ebenmäßig ausgeführt.

Die Preisgestaltung ist gemessen am Herstellungsaufwand sehr attraktiv. Die Jubilée kostet nur 1000 Euro mehr als die einfacher ausgestattete 3.2 und unterbietet die als Maßstab besser geeignete 2.2 um volle 6000 Euro.

Die Treiber der Jubilée sind die konstruktiv aufwendigsten, die das weitgespannte Canton-Portfolio zu bieten hat. Die Membranen aus Aluminium respektive Alu-Keramik in der Hochtonkalotte wurden auf höchste Signaltreue und bestes Rundstrahlverhalten gezüchtet. Die Box reagiert damit weniger auf Feinheiten bei der Aufstellung oder individuelle Eigenschaften des Raumes.

Canton Reference Jubilée - stereoplay Bewertung / Testurteil © Hersteller / Archiv
Canton Reference Jubilée - stereoplay Bewertung / Testurteil

Canton Reference Jubilée: Hörtest

Die Schwingsysteme hat Canton extrem verzerrungsarm ausgelegt. Sie übertragen feine wie grobe Lautstärkeabstufungen ohne Verdeckung und mit gleich bleibenden Klangfarben. Die hochgradig signaltreuen Weichenbauteile, welche die Weiche ein volles Kilogramm schwerer machen, lassen die Qualität der Treiber noch deutlicher zur Geltung kommen.

Das Resultat heißt: Faszination auf der ganzen Linie. Die Geburtstagsbox klingt nicht nur bei zivilen Pegeln überaus detailreich, körperhaft und völlig untechnisch; sie schafft dies auch, wenn es deftiger zur Sache geht oder wenn sehr viele einzelne Klangbausteine gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Hörers buhlen.

Der amerikanische Songwriter Amos Lee elektrisiert sein Publikum auf dem Album "Last Days At The Lodge" mit Liedern im Spannungsfeld zwischen Blues, Soul und Rock. Lees schmachtende Stimme, dazu Schlagzeug, Orgel und Gitarre – mehr braucht es nicht, um Fans des Genres (und nicht nur diese) restlos zu begeistern. Die Jubilée geht die ständig wechselnden Tempi klaglos mit, lässt nichts ineinanderlaufen und tönt auch dann gelassen und kraftvoll, wenn sich Lees Stimme fast überschlägt.

Trotz überragender Spielfreude bleibt der Klangeindruck stets satt und gediegen. In der Klasse bis 10 000 Euro schafft das derzeit so ausgeprägt keine andere Box. Daher die klare Prognose: Bei diesem Klang-Preis-Verhältnis werden die 100 Paar bald ausverkauft sein. Danke Canton, für diese sensationell gute Box. Und alles Gute für die nächsten 40 Jahre.

 
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