Testbericht Canton GLE 476 im Test
Gesamtwertung: gut - sehr gut, 70 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
- +flexible Aufstellungsmöglichkeiten
- +besonders sauberer und knackiger Grundton
- +klingt ausgesprochen transparent
- +besonders breite Abstrahlcharakteristik
Canton GLE 476: Aufbau
Überarbeitet wurde aber nicht nur das Design, sondern auch die Technik. Canton hat seiner kleinsten Standbox eine 25-mm-Gewebekalotte sowie zwei 18-cm-Aluminiumkonustreiber mit Wave-Sicke spendiert. Die optimierte Sickenform ermöglicht einen größeren Hub bei geringeren Klangverfälschungen. In der Frequenzweiche verwendet Canton preisklassenübliche Bauteile wie Ferritkernspulen, Elkos und Keramikwiderstände.
© Hersteller / Archiv
Trotz des geringen Bauteile-Einsatzes erlaubt sich die Box keine größeren Schlenker im Frequenzgang, was wiederum ein Glanzlicht auf den Rest der Box und die robuste Treiberkonstruktion wirft. Die Weiche beschaltet die Treiber als 2,5-Wege-System; das bedeutet, zwei Tiefmitteltöner laufen bis zu einer bestimmten unteren Frequenz parallel und übernehmen gemeinsam die Bassarbeit. Während der untere Aluminiumtreiber – fast wie ein reiner Bass – bei 300 Hz wieder abfällt, läuft der andere weiter hoch und übergibt erst bei 3,2 kHz an die Kalotte. Gegenüber Drei-Wege-Systemen erhofft man sich so eine homogenere Spielweise im Grundtonbereich. Die Gefahr sind Interferenzen zwischen den Treibern.
Dass beide Tiefmitteltöner auf dasselbe gleichmäßig bedämpfte Gehäusevolumen spielen, passt ebenfalls in das 2,5-Wege-Konzept. Gegenüber früheren Serien liegt das Bassreflexrohr nun auf der Rückseite: ein gutes Mittel gegen zu starke Mitteltonanteile, jedoch weniger gut bei wandnaher Aufstellung. Hier kann es dann zu Überhöhungen im Bassbereich kommen.
© Hersteller / Archiv
Canton GLE 476: Hörtest
Von der ersten Minute an zeichnet die GLE einen enorm breiten und hohen Klangkörper in den Hörraum. Alles wirkt so leicht und mühelos und dennoch durchorganisiert, dass zunächst kaum Anlass zur Kritik aufkommt. Lediglich der Bassbereich könnte noch etwas konturierter sein. Yellos „Oh Yeah“ formuliert die Canton mit einem knackig-präzisen Grundtonansatz, der alle Bedenken hinsichtlich Treiber-Interferenzen sofort verstummen lässt.
Mehr lesen
- Übersicht: Alle Bestenlisten
- Test: Standboxen ab 440 Euro
- Kaufberatung: HiFi-Kopfhörer im Test