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Testbericht Canton GLE 476 im Test

Die GLE-Serie bietet den Einstieg in die Standboxenwelt von Canton. Was hat das kleinste Modell GLE 476 zu bieten?
Canton GLE 476
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© Hersteller / Archiv

stereoplay Testurteil

Canton GLE 476
Gesamtwertung: gut - sehr gut, 70 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +flexible Aufstellungsmöglichkeiten
  • +besonders sauberer und knackiger Grundton
  • +klingt ausgesprochen transparent

  • +besonders breite Abstrahlcharakteristik

Frisch von der IFA kommt Cantons überarbeitete GLE-Serie. Als günstigster Einstieg erzeugt die GLE-Klasse nach wie vor eine beständig große Nachfrage. Chefentwickler Frank Göbl spricht von nahezu einem Viertel des Gesamtumsatzes. Einen billigen Eindruck vermittelt die neue GLE 476 jedenfalls nicht. Vor allem die Weiß-Mokka- Kombination macht eine schlanke Figur und fügt sich tadellos in ein modernes Wohnraumambiente ein. Praktisch ist die Befestigung für das Stoffgitter, das sich jetzt einfach auf die Boxenrückseite stecken lässt. Hören sollte man auch am besten ohne Gitter, es sei denn man verfügt über einen allzu unterdämpften Raum.

Canton GLE 476: Aufbau

Überarbeitet wurde aber nicht nur das Design, sondern auch die Technik. Canton hat seiner kleinsten Standbox eine 25-mm-Gewebekalotte sowie zwei 18-cm-Aluminiumkonustreiber mit Wave-Sicke spendiert. Die optimierte Sickenform ermöglicht einen größeren Hub bei geringeren Klangverfälschungen. In der Frequenzweiche verwendet Canton preisklassenübliche Bauteile wie Ferritkernspulen, Elkos und Keramikwiderstände.

Cantons Waveguide ist nach innen gerundet und leicht aufgeweitet, dadurch wird der Schall weitestgehend resonanzfrei nach außen geführt. © Hersteller / Archiv
Cantons Waveguide ist nach innen gerundet und leicht aufgeweitet, dadurch wird der Schall weitestgehend resonanzfrei nach außen geführt.

Trotz des geringen Bauteile-Einsatzes erlaubt sich die Box keine größeren Schlenker im Frequenzgang, was wiederum ein Glanzlicht auf den Rest der Box und die robuste Treiberkonstruktion wirft. Die Weiche beschaltet die Treiber als 2,5-Wege-System; das bedeutet, zwei Tiefmitteltöner laufen bis zu einer bestimmten unteren Frequenz parallel und übernehmen gemeinsam die Bassarbeit. Während der untere Aluminiumtreiber – fast wie ein reiner Bass – bei 300 Hz wieder abfällt, läuft der andere weiter hoch und übergibt erst bei 3,2 kHz an die Kalotte. Gegenüber Drei-Wege-Systemen erhofft man sich so eine homogenere Spielweise im Grundtonbereich. Die Gefahr sind Interferenzen zwischen den Treibern.

Dass beide Tiefmitteltöner auf dasselbe gleichmäßig bedämpfte Gehäusevolumen spielen, passt ebenfalls in das 2,5-Wege-Konzept. Gegenüber früheren Serien liegt das Bassreflexrohr nun auf der Rückseite: ein gutes Mittel gegen zu starke Mitteltonanteile, jedoch weniger gut bei wandnaher Aufstellung. Hier kann es dann zu Überhöhungen im Bassbereich kommen. 

Ein Volumen für zwei: Hinter der 22-mm-Schallwand erkennt man die Seitenwandverstrebungen und die Bedämpfung aus Polyesterwatte. © Hersteller / Archiv
Ein Volumen für zwei: Hinter der 22-mm-Schallwand erkennt man die Seitenwandverstrebungen und die Bedämpfung aus Polyesterwatte.

Canton GLE 476: Hörtest

Von der ersten Minute an zeichnet die GLE einen enorm breiten und hohen Klangkörper in den Hörraum. Alles wirkt so leicht und mühelos und dennoch durchorganisiert, dass zunächst kaum Anlass zur Kritik aufkommt. Lediglich der Bassbereich könnte noch etwas konturierter sein. Yellos „Oh Yeah“ formuliert die Canton mit einem knackig-präzisen Grundtonansatz, der alle Bedenken hinsichtlich Treiber-Interferenzen sofort verstummen lässt.

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Track 2, „The Expert“, stellt normalerweise geringste Ungenauigkeiten im Präsenzbereich bloß. Mit maximaler Offenheit und hinreichendem Feingefühl trifft die Canton des Pudels Kern und gibt den intensiv-monotonen Erzählpart sauber und zischelfrei wieder. Im relativen Nahbereich bis drei Meter verschiebt das Hochton-Waveguide-Duo tonal zwar etwas in Richtung Brillanz, dennoch trifft die GLE eine selten stimmige Mixtur aus Präsenz und Leichtigkeit.

 
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