Cambridge 351A Gesamtwertung: gut, 62 Punkte Preis/Leistung: überragend
+ausgewogener Klang
+USB-DAC
-kein Phono-Modul
Zumindest vom Aufbau her gibt sich der Cambridge mit seinen integrierten Schaltungen eher asketisch. Fast leer wirkt die Platine, deren Schaltungstopologie vom größeren Bruder 651A herrührt. Die Schwerpunkte werden aber deutlich: Es gibt ein Black-Type-Poti von Alps zur Lautstärkeregelung und einen serienmäßigen 16-Bit/48-kHz-USB-Wandler. Dem Anschluss eines Mediacenters (HTPC) steht damit von Anfang an nichts im Wege, was in der Einstiegsklasse schon ein schlagkräftiges Kaufargument sein kann.
Aufgeräumt oder leergefegt? 1968 gegründet, entwickelt die Cambridge Audio Company zunächst High-End-Verstärker und Tuner. In den 1980er Jahren bringt der britische Hersteller als Erster ein CD-Doppeldeck auf den Markt. Die Übernahme durch Audio Partnership Anfang der 90er verschiebt den Fokus zunächst auf Budget-HiFi. Heute steht das Unternehmen aus Cambridge für konstant hochwertige Produktlinien im "Mid-Fi"-Bereich.
Doch hier ein bisschen mehr ist da ein bisschen weniger: In der Endstufe kommt lediglich ein IC (LM3886) pro Kanal zum Einsatz. Für den klanglichen Feinschliff sorgte Entwicklungsleiter Matthew Brumble persönlich. Um der ansteigenden IC-Hitzeentwicklung zu entgegnen, wurden zwei Kühlkörper platziert und zusätzliche Öffnungen ins Bodenblech gestanzt – eine elegante Lösung.
Wie im Betrieb deutlich wurde, funktioniert das Kühlkonzept hervorragend. Zwei Relais deuten noch auf Sonderaufgaben hin: Bei Kabelkontakt an den Boxenklemmen bleiben die Lautsprecher ruhig, und bei Inbetriebnahme des MP3-Eingangs wird automatisch auf feste 24 dB Verstärkung durchgeschaltet – so kann der Pegel an Smartphone und Co. eingestellt werden. Cambridge bietet auch ein Dock an, welches Steuerbefehle über die mitgelieferte Fernbedienung annimmt. Das fehlende Phono-Modul könnte man bekritteln. Aber das braucht ja nicht wirklich jeder ...
Egal, was die Tester auflegen, der Cambridge klingt weder blechern noch brummelig, weder verschleiert er etwas, noch versucht er übernatürlich zu strahlen. Kein Zisch, kein Bumm, der 351A gibt sich kultiviert und legt sich musikalisch nicht fest. Er bindet das Geschehen und präsentiert ein sinnvolles Ganzes; sich in Einzeldisziplinen zu verlieren, ist ihm fremd. Dabei klingt er durch alle Register rein und farbstark. An den Frequenzgang- Enden hält er sich hingegen vornehm zurück. Was nicht heißen soll, dass er nicht auch mal richtig hinlangen kann.