Testbericht Boston Acoustics M 25 im Test
Klangurteil: 80 Punkte
Preis/Leistung: Überragend
- +Vollmundiger, kultivierter und unaufgeregter Klang mit guter Durchhörbarkeit
- -Tönt an mittelprächtiger Elektronik etwas matt
Mit Hilfe aufwendiger Computersimulationen (Stichwort "Finite Elemente") und Lasermessungen gelang es, Schichtstärken und Innenversteifungen so zu optimieren, dass die Gehäuse über den gesamten Frequenzbereich kaum noch Schallanteile erzeugen. Lediglich Vorder- und Rückwand sind einlagig aufgebaut, weil hier die Aussparungen für Chassis und Anschlussfeld kaum Fläche übrig lassen.
Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht
Bei herkömmlichen Gehäusen kann der von den Wänden stammende Eigenklang in ungünstigen Fällen die von den Chassis stammenden Nichtlinearitäten übersteigen, so dass bessere Treiber sich klanglich kaum bemerkbar machen. Bei der M 25 soll der hochauflösende Klang der Treiber nicht vom "Grundrauschen" der Gehäuse verdeckt werden. Die Argumentation hat Hand und Fuß, weil heutige Hochleistungschassis viel weniger verzerren als ihre Vorbilder der letzten Jahrzehnte. So verfügt das Magnetsystem des Tiefmitteltöners über eine spezielle Geometrie, die bei komplexen Signalen den Klirr reduziert.
© H. Härle, Archiv
Interessant ist die Mehrschichtbauweise auch deshalb, weil Kompaktboxen bereits mit einfachen Gehäusen häufig auffallend rein und natürlich klingen. Ihre knapp bemessenen Wandflächen und Innenvolumina führen verglichen mit Standboxen ein geringeres Eigenleben. Hörbar wird dies vor allem bei leisen Zwischentönen und bei der räumlichen Darstellung, die völlig zu Recht als Domäne kompakter Schallwandler gilt. Um Standboxengehäuse ähnlich neutral zu gestalten, ist ein sehr viel größerer Aufwand erforderlich. Daher erreichen Standboxen die Feindynamik und Natürlichkeit guter Kompakter erst in deutlich höheren Preisklassen.
Boston Acoustics M 25: Hörtest
Der Tiefmitteltöner der M 25 ist nur gute 13 Zentimeter groß, dafür aber sehr aufwendig ausgestattet. Seine hellgraue Membran aus gutmütig-klangneutralem Polypropylen wird von einem sehr linear ausgelegten Doppel-Ferrit-Magnetsystem angeschoben. Beim Hochtöner setzen die Amerikaner auf einen Ringstrahler mit einer an ihren Rändern innen und außen fixierten Membran aus feinem Textilgewebe. Die Bauweise erlaubt eine äußerst kontrollierte Membranbewegung und eine hohe Bandbreite bis weit über die Hörgrenze hinaus.
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Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen
Selbst im Bassbereich leistet die Boston Überdurchschnittliches und differenziert einzelne Läufe sehr exakt. Klar fehlt der letzte Tiefgang, aber Präzision und Durchhörbarkeit sind beachtlich. Kenner der Genres werden die Boston lieben. Zumal auch die Verarbeitung stimmt und der Preis auf dem Teppich bleibt.