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Testbericht Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 80

Panasonics Ingenieure trimmten die tonale Balance des BD 80 (400 Euro) mehr ins Körperhafte, er klang im Vergleich am wuchtigsten, was Filmfreunde aus der Action-Ecke sicher zu schätzen wissen.

Panasonic DMP BD 80

Hersteller
Panasonic
UVP
400.00 €
Wertung
102.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Bewertung
Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 80
Tester
stereoplay

Die analogen Stereo- und 5.1-Ausgänge lassen sich im Menü so konfigurieren, dass sie als 7.1-Ausgang funktionieren. © Julian Bauer
Die analogen Stereo- und 5.1-Ausgänge lassen sich im Menü so konfigurieren, dass sie als 7.1-Ausgang funktionieren.

Panasonics DMP BD 80 wirkt im Vergleich zum Harman BDP 10 einfacher verarbeitet, kostet dafür am wenigsten und bietet die prallste Ausstattung. So birgt er unter einer Klappe neben den Laufwerks­tasten USB-Speichern und SD-Karten Zugang und kann den Ton analog wahlweise 2-kanalig plus 5.1-kanalig oder mit 7.1 Kanälen feilbieten. Auch im ­Menü bietet Panasonic die vielfältigste Weise, die Audio-Ausgabe für Analog und HDMI zu konfigurieren und damit an jede noch so exotische Situation anzupassen. Das Laufwerk verdaut als einziges die bei DVD-Recordern beliebten DVD-RAM-Scheiben mit 4,7 GB. Eine Schnellstartfunktion halbiert zwar etwa die Zeit, die der Player vom Einschalten bis zur Spielbereitschaft benötigt, verzehnfacht aber den Standby-Stromverbrauch.

Nach der ersten Bestandsaufnahme stand für die Tester das Ausprobieren auf dem Plan. Da fiel beispielsweise auf, dass der Harman eine irrsinnig schnelle Schublade besitzt, der Slot-in-Mechanischmus des Samsung gut funktioniert und keine Kratzer auf den Scheiben hinterlässt, sein Mechanismus aber wenig Vertrauen erweckend etwas gequält klingt. Dass Internet und Netzwerktechnik nicht Jedermanns Spezialgebiet ist, haben die Entwickler aller drei Hersteller mit einem Netzwerktest berücksichtigt, dessen Fehleranalyse die Problemsuche eingrenzen hilft. Samsung bereitet ein eigenes Internetportal für seine netzwerkfähigen Player und TV-Geräte vor, war damit aber zum Test noch nicht online.

Bei Panasonic läuft das schon unter dem Namen Viera-Cast und lässt bereits auf Youtube und Picasa zugreifen. Eine pfiffig programmierte Texteingabe hilft angenehm bei der Suche nach In-halten, fehlt doch eine Schreibmaschinentastatur auf der Fernbedienung. Harman kontert mit einer rasend schnellen Fotovorschau, die den BDP 10 zum Diaprojektor prädestiniert.

Panasonics Laufwerk liest sogar die DVD-RAM aus DVD-Recordern. AVC-HD-Camcorderaufnahmen spielt er von SD-Karten. © Julian Bauer
Panasonics Laufwerk liest sogar die DVD-RAM aus DVD-Recordern. AVC-HD-Camcorderaufnahmen spielt er von SD-Karten.

BD-Live-Internetkontent saugten alle Testmuster klaglos aus dem DSL-Anschluss des Hörraums. Harman und Samsung spielen auch DVDs mit DTS 96/24 in voller Auflösung, was bei Musikaufnahmen oft zum Einsatz kam. Die neuen audiophilen Formate von Dolby True HD bis DTS HD Master Audio decodieren alle drei. „Film Mode" nennt Harman die 1080p/24-Wiedergabe, und die muss, ab Werk abgeschaltet, manuell erst angeschaltet werden. Samsung liefert, wohl mit Rücksicht auf möglicher Weise direkt angeschlossene potenzschwache TV-Lautsprecherchen, den Player mit eingeschalteter Dynamikkompression, die man für die Wiedergabe an einer ausgewachsenen Heimkinoanlage tunlichst abschalten sollte.

Der BDP 10 fiel hin und wieder mit seinem Ventilator negativ auf, der sich zwar Thermostat-gesteuert nur ab und zu einschaltete, dann aber ungebührlich laut zu vernehmen war. Vielleicht ist die Taktik der beiden anderen Hersteller günstiger, deren Zwangsbelüftung ständig, dafür quasi unhörbar leise agierte.

In der Performance leistete sich kein Kandidat eine Schlappe. Panasonics Scaler dürfte von DVDs noch einen Tick mehr Detailschärfe zeichnen, dafür machte der De-Interlacer seine Sache sehr schön.

Samsung rechnete DVDs sehr scharf nach, vor allem die Diagonalinterpolation konnte er gut. Der Harman erledigte die Hochrechnerei mit den wenigsten Nebenwirkungen. Mit HD-Aufnahmen von Blu-ray hatten alle drei Player leichtes Spiel, egal ob Interlaced- oder progressives Material von der Scheibe kam. Subjektiv zeigte der Harman ein kontrastreicheres Bild, schaffte es beispielsweise „Wall-E" greifbarer, fast reliefartig auf die Leinwand zu zaubern, wo die Kollegen zwar plastisch, aber nicht so losgelöst wirkten.

Die Fernbedienung des Panasonic kann auch die wichtigsten Funktionen des TVs steuern. © Julian Bauer
Die Fernbedienung des Panasonic kann auch die wichtigsten Funktionen des TVs steuern.

Der Klangvergleich erfolgte mit dem fein auflösenden Lautsprecher-Quintett aus drei Sonics Allegra (Test 8/05) und zwei Sonics Anima (2/08), angetrieben vom Yamaha DSP Z 11 (4/08), exakt eingemessen, aber ohne jedes Processing konfiguriert. Mit dem Pioneer BDP LX 08 (5/09) als Vergleichsmodell schlug sich der Harman außerordentlich gut und konnte ihm sowohl analog als auch per HDMI in Sachen Musikalität Paroli bieten. Er zeigte tonal allerdings einen anderen Charakter als der eher schönmalerisch elegante Japaner, klang eher konturierter, im Kontrast fast knöchern, aber stets akkurat und fließend.

In diese Richtung tendierte auch der schicke Samsung mit scharf gezeichneter Abbildung und beim Zuhörer einen wippenden Fuß provozierend. Allerdings verschwieg er im Vergleich einige Details, malte zarte Texturen nicht so feinkörnig. Bei ihm gab es auch eine etwas ­größere Diskrepanz zwischen HDMI und dem etwas dünner klingenden Analogausgang.

Panasonics Ingenieure trimmten die tonale Balance des BD 80 mehr ins Körperhafte, er klang im Vergleich am wuchtigsten. Zwar wirkte er nicht gerade aufgebläht, doch signifikant klotziger, was Filmfreunde aus der Action-Ecke sicher zu schätzen wissen. Diese Tendenz behielt der Panasonic bei allen Ausgängen analog wie digital, zwei- und mehrkanalig bei, wirkte via HDMI nur noch eine Spur präziser.

Alle Daten und Testergebnisse zum Panasonic DMP BD 80

 
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