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Testbericht Blu-ray-Player Samsung BD C 6900

Der HDMI-1.4-Player Samsung BD C 6900 (400 Euro) benötigt für guten Surround-Ton einen Verstärker mit dem gleichen Standard, wenn man 3D schauen möchte. Für herkömmliche Blu-rays ist das egal.

Samsung BD C 6900

Hersteller
Samsung
UVP
400.00 €
Wertung
108.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Man muss den Mut der ­koreanischen Designer bewundern. Der erste 3D-Player von Samsung präsentiert sich ausgeschaltet als hochglänzender, schwarzer Quader ohne Features. Erweckt man ihn zum Leben, geht förmlich ein Kirmes-Szenario an Lichtern an, die etwa ein riesiges 3D-Logo illuminieren. Auf der rechten Seite locken hinterleuchtete Sensortasten, und der Blick ­fixiert das angestrahlte, offene Laufwerk mit drehender
Platte. Dank der vergleichsweise dezenten Farbwahl Cyan ist die Kitschgefahr gebannt.

Eng gruppieren sich die Cinch-Buchsen am Samsung. Mit dabei sind Stereo- und 7.1-Analogton. Nicht zu sehen: Neben der LAN-Buchse gibt‘s WLAN zur drahtlosen Vernetzung mit interner Antenne.
Eng gruppieren sich die Cinch-Buchsen am Samsung. Mit dabei sind Stereo- und 7.1-Analogton. Nicht zu sehen: Neben der LAN-Buchse gibt‘s WLAN zur drahtlosen Vernetzung mit interner Antenne.

Auf dem Bildschirm erscheint das grafisch orientierte Menü mit vorbildlicher Erst­installations-Hilfe. Auch der Rest des Menüs zeigt sich ­rätselfrei und klar strukturiert. Das Einrichten der Vernetzung gelang per LAN und WLAN problemlos, danach offerierte der BD C 6900 ein ganzes Bouquet an „Samsung Apps“ von Nachrichten bis Games für die digitale Unterhaltung. Auch als DLNA-Netzwerk-Player ließ sich der 6900 leicht einsetzen: Er versteht wesentlich mehr Formate als der Panasonic-Konkurrent.  Und die koreanischen Ingenieure verbauten hier wohl die neuesten Chips. Noch kein Player verarbeitete Java-Instruktionen so schnell wie dieses Gerät, nur der NAD M56 und die Play­station 3 waren bislang bei Blu-ray-Menüs und BD-Live ähnlich flott. Auch auf der Audio-Seite werkelt wohl ein Decoder, der mehr Potenz mitbringt als gewöhnlich. Schließlich gehört der Samsung zum engsten Kreis der Player, die DTS-HD Master Audio auch intern mit ungebremsten 192 kHz verarbeiten können.

Effektvoll wie 007-Gadget

Geschwindigkeit scheint auf der To-Do-Liste der Entwickler generell weit oben gestanden zu haben, denn auch beim Einlesen der Scheiben steht der 6900 auf der Pole-Position: CDs spielen nach acht, DVDs und sogar Blu-rays nach nur zwölf Sekunden. Damit nicht genug: Die Redaktion hat, subjektiv beurteilt, noch nie einen so leisen Blu-ray-Player im Hörraum betrieben. So langsam begann die Skepsis der Tester gegen­über diesem effektvoll beleuchteten, vergleichsweise billigen und extrem kompakten Plastik-Quader in Bewunderung umzuschlagen.

Vergleichsweise riesig: Der Hand­geber von Samsung bietet daumenfreundliche Tasten. Wie sein Panasonic-Kollege steuert er auch markenfremde TV-Geräte und Verstärker.
Vergleichsweise riesig: Der Hand­geber von Samsung bietet daumenfreundliche Tasten. Wie sein Panasonic-Kollege steuert er auch markenfremde TV-Geräte und Verstärker.

Im folgenden Praxistest demonstrierte die 3D-Maschine mit knackscharfen Bildern, dass der De-Interlacer zuverlässig und stabil arbeitet – vor allem weil der Scaler ebenso perfekt funktioniert und ohne den Hauch einer Doppelkontur sowie mit feinster Diagonalinterpolation auch aus DVDs leinwandtaugliche Bilder gewinnt. Full-HD-Bilder von Blu-ray wirkten ebenfalls plastischer und schlicht schärfer als vom Panasonic. Dafür deckten die schonungslos ungebremsten Bilder auch unruhiger, und bei DVDs sah man leichter Kompressions-Artefakte, die der Japaner einfach wegrechnet – Geschmackssache, was man da bevorzugt.

3D nur mit HDMI-1.4-Amp

Der HDMI-1.4-Player benötigt für guten Surround-Ton einen Verstärker mit dem gleichen Standard, wenn man 3D schauen möchte. Für herkömmliche Blu-rays ist das egal. Man kann sich auch mit dem Analogton begnügen und den Fernseher direkt mit HDMI versorgen – dann gibt‘s ebenso 3D. So galt es, diese Ausgänge genau unter die Lupe zu nehmen, nachdem sich der BD C 6900 per HDMI mit ausgewogener, aber unspektakulärer Wiedergabe auf dem Niveau seiner Vorgänger einpendelte: 63 Punkte.

Gegen stereoplays Arbeitspferd Cambridge Azur 650 BD klang der Koreaner in Stereo und Mehrkanal in den Mitten etwas härter, in den Höhen ­einen Hauch gedeckter – und vor allem räumlich enger und flacher. Er zeigte aber stets ein gutes Rhythmusgefühl. Interessant: Zweikanaliges tönte über den Stereoausgang flacher als über das L+R des 5.1-Ausgangs.

Alle Daten und Testergebnisse zum Samsung BD C 6900

 
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