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Testbericht Blu-ray-Player McIntosh MVP 881

McIntosh bringt mit dem MVP 881 (9000 Euro) seinen ersten Blu-ray-Player auf den Markt. Der ist wahrlich nicht billig, aber der beste, der bislang im Hörraum stand.

McIntosh MVP 881 BR

Hersteller
McIntosh
UVP
9000.00 €
Wertung
110.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Die Stereo-Cinch- und die symmetrischen XLR-Ausgägnge liefern stets ein Signal, bei Surround-Programmen erhalten sie einen Downmix. Der bedrohlich groß wirkende Ventilator arbeitet praktisch lautlos.

Über 20 Kilogramm wog der Karton, in dem die Tester ein Exemplar des neuen MVP 881 erreichte. Da wird durchaus der Wunsch nach einer Sackkarre wach: Der Player-Bolide bringt rund zehnmal soviel auf die Waage wie seine leichtesten Artgenossen. Nur der Marantz UD 9004 in stereoplay 11/09 war noch ein wenig schwerer.

Wie der Marantz entstammt auch der McIntosh dem Hause D&M Holding Inc. – wobei D&M für Denon und Marantz steht. Allerdings gehören ein gutes Dutzend weiterer Hersteller zu diesem Konsortium, etwa Boston Acoustics, Snell und eben auch McIntosh.
Wie die beiden namengebenden Marken blieb auch McIntosh seit der Übernahme 2003 in jeder Hinsicht eigenständig. Die kleine Highendschmiede genießt nun aber den unschätzbaren Vorteil, an entscheidenden Stellen auf Großserienteile und die Einkaufsvorteile des Konzerns zurückgreifen zu können.

Das machen die New Yorker natürlich gern, weshalb der MVP 881 den selben Kern (Universal-Laufwerk, Decoder- und Video­bord) hat wie die Topmodelle von Denon und Marantz. Und das ist gut so, gehört diese ­Basis doch zum Edelsten, was man im Blu-ray-Sektor derzeit bekommen kann.

1) Die McIntosh-Entwickler trieben einen beinahe unglaublichen Aufwand für die Stromversorgung: Das mehrteilige Netzteil nimmt fast das halbe Gehäuse­volumen in Anspruch. 2) Die Konverter AKM AK 4399 auf den D/A-Wandler-­Platinen und analogen Ausgangsboards lösen bis zu 32 Bit auf, verstehen aber auch 1-Bit-Datenströme von der SACD.

Von McIntosh selbst kommt das Netzteil, die gesamte D/A-Wandlertechnik nebst Analogstufen und jedwede Mechanik außer dem eigentlichen Laufwerk. Wie auch seine Brüder aus dem Konzern spielt der Amerikaner fast alles, was silbern glänzt und ein Loch in der Mitte besitzt – von der selbstgebrannten MP3-CD über DVD und Blu-ray-Disc bis zu den in der Branche mittlerweile „Vintage Formats“ getauften „altmodischen Forma­ten“ DVD-Audio und SACD. Ein SD-Kartenleser in der Front darf ebenfalls Audio-, Video- und Foto-Daten einspielen; die SD-Karte dient bei Bedarf als Datenpuffer für BD-Live-Inhalte aus dem Internet.

Wuchtige US-Technik

Bei einen Blick unter die Haube erkennt man das riesige Netzteil, verteilt auf beide Geräteseiten – es nimmt locker ein Drittel des gesamten Gehäusevolumens ein. Außerdem die aufwendige D/A-Wandler- und Analog-Platinen mit McIntosh-Logo, die auf mehreren Etagen dicht mit feinsten SMD-Bauteilen bepackt sind. Hier werkeln 32-Bit-Wander von AKM, die hochauflösende PCM-Audiodaten wie auch DSD-1-Bit-Signale von SACD verarbeiten können. Tatsächlich füllt die Technik das Gehäuse so weit aus, dass der (fast lautlos) drehende Kühlventilator draußen angeflanscht wurden muss­te.Nicht ganz so gut unter­drückt die Mechanik das Geräusch schnell drehender Scheiben im Laufwerk, aus dessen satt laufender Schublade ein leichter Windhauch zu vernehmen ist. Langsam drehende Platten wie CD und SACD hört man hingegen kaum.

Die Fernbedienung folgt angenehm organisch wirkenden Kurven mit einer fast weich wirkenden, hochwertigen Gummierung. Die Tasten sind heimkinofreundlich indirekt beleuchtet, zum besseren Ablesen im Dunkeln. Das erinnert daran, dass McIntosh bei aller Tradition im Zweikanal-Bereich auch Heimkino-Pionier ist, Anfang der 90er-Jahre zu den ersten THX-Lizenznehmern gehörte und bis heute potente AV-Verstärker baut. Als Extra legt der deutsche Vertrieb Audio Components dem Player ein MacPower Netzkabel von Siltech im Wert von 280 Euro bei.

Im Praxistest bewies der MVP 881 hohe Kompatibilität, lediglich DVD-RAM und +R spielte er nicht ab. Wie beim Marantz UD 9004 tönten WMA-Dateien etwas merkwürdig diffus, MP3s dafür erstaunlich gut. SACDs gibt der McIntosh via HDMI heruntergerechnet auf CD-Auflösung wieder, was aber überraschend gut gelingt. In Sachen Video-Performance zeigt er ein fast schon unheimlich plastisches und ruhiges Bild, gerade auch von DVDs.

Es lohnt sich, insbesondere bei DVD, mit den Schärfe- und Detailanhebungs-Optionen des Bildmenüs zu experimentieren. Rauscharme Discs lassen sich so gut tunen. Die gummierte Fernbedienung des MVP 881 liegt dabei an­ge- nehm ergonomisch, ja fast samtig in der Hand.

Analog + Digital Topklang

Über HDMI zog der McIntosh mit verschiedenen Medien am sehr gut klingenden Cambridge Azur 650 BD (Heft 5/10) vorbei. Ob CD-Ton, Dolby-Digital oder DTS-HD: Der MVP 881 überzeugte mit stabilerer Abbildung und feineren Details. Zum Vergleich der Analogausgänge zogen die Tester den Vorverstärker Thorens TEP 3800 (Referenz, Heft 05/08) und den Blu-ray-Player T+A BD  1260  R (01/10) heran. Nach erneuten Tests fiel beim T+A die Wahl erneut auf das Bezier-Filter. ­Seine Interpolation kam dem Klang des  McIntosh charakterlich am nächsten. Schnell zeigte sich, dass der MVP 881 unter Verwendung seiner XLR-Ausgänge in Sachen Präzision die Nase vorn hatte. Auch mit seiner fast schon greifbar plastischen Abbildung und einer reicheren ­Palette an Klangfarben übertrumpfte er den T+A.

Der Abstand schrumpfte ­jeweils einen Schritt, verwandten die Tester zunächst die Stereo-Cinch- und schließlich die Mehrkanal-Ausgänge. Trotzdem: So gut klang bislang kein BD-Player.

Alle Daten und Testergebnisse zum McIntosh MVP 881 BR

 
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