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Testbericht AV-Receiver: Marantz SR 5006

Wer die Videokünste eines Denon 2312 nicht braucht, findet im bauähnlichen jedoch 100 Euro günstigerem Marantz SR 5006 (800 Euro) eine ansprechende und mit Pre-Outs bestückte Alternative.

Marantz SR 5006

Hersteller
Marantz
UVP
800.00 €
Wertung
49.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Dank Extra-Schaltnetzteil und hoch­integrierter ICs  bietet der Marantz stromsparende HDMI-Bereitschaft. Mit dem ADV 7623 besitzt der SR 5006 einen Tranceiver,  der HDMI-Signale empfangen und aussenden kann. Zwei 12000-Mikro­farad-Elkos von Nichicon speichern ordentlich Energie  für die Siebenkanal-Endstufe. © Julian Bauer
Dank Extra-Schaltnetzteil und hoch­integrierter ICs bietet der Marantz stromsparende HDMI-Bereitschaft. Mit dem ADV 7623 besitzt der SR 5006 einen Tranceiver, der HDMI-Signale empfangen und aussenden kann. Zwei 12000-Mikro­farad-Elkos von Nichicon speichern ordentlich Energie für die Siebenkanal-Endstufe.

Mit seinem kleinen Bull­augen-Display soll der 800-Euro-Marantz den HiFi-Freund alter Schule ansprechen, der nicht ständig zig Kürzel sehen mag. Das Bildschirm-Menü erscheint ebenfalls schlicht – auch wenn es im Vergleich zum Bilderbuch des DM-Konzernverwandten AVR 2312 kaum weniger anzeigen kann (DM = Denon/Marantz).

Optionale Marantz-Peripherie darf über einen Multikontakt-M-Xport andocken und auch Bild abgeben. So wurden am SR 5006 die S-Video-Buchsen eingespart. Der Front-HDMI-Eingang entfiel beim SR 5006 ebenfalls.

Der Marantz SR 5006 hat einen Satz Zusatz-Boxenklemmen, der einem Front-Lautsprecherpaar B dienen kann. Bei den Anschlüssen Surround-Back/Assign muss sich der Besitzer entscheiden, ob er die Rück-, Nebenraum- oder Front-oben-Boxen andocken will. © Archiv
Der Marantz SR 5006 hat einen Satz Zusatz-Boxenklemmen, der einem Front-Lautsprecherpaar B dienen kann. Bei den Anschlüssen Surround-Back/Assign muss sich der Besitzer entscheiden, ob er die Rück-, Nebenraum- oder Front-oben-Boxen andocken will.

Doch jetzt kommt – vor allem aus musikalischer Sicht – ein ganz großes Aber. Denn im Gegensatz zur Testkon­kurrenz bringt der Marantz noch einen analogen Multikanal-­Eingang mit, der auch einem SACD-Player einen würdigen Anschluss bietet.

Noch viel wichtiger und ­quasi die Inkarnation der Aus-2-mach-4-Ausbauidee (siehe stereoplay 1/09) sind die Pre-Outs für den rechten und linken Vorderkanal, die eine Kabel­verbindung zu einem Edel-Stereoamp und damit den Brückenschlag zu einer schon vorhandenen (teuren) HiFi-Anlage  gestatten.

Etwas ungleichmäßig verlaufende Klirrkomponenten, jedoch mit akzeptablem Lastwechselverhalten © stereoplay
Etwas ungleichmäßig verlaufende Klirrkomponenten, jedoch mit akzeptablem Lastwechselverhalten

Das bedeutet absolut nicht, dass Marantz an moderner Stelle knauserte. Über seinen Ethernet-Heimnetzanschluss zieht der SR 5006 sich nicht weniger gern FLAC-Downloads rein als der Denon, gern auch mit 24 Bit Dynamik und 96 Kilohertz Takt. Bei Bedarf tritt USB-In mit iPhones digital in Verbindung. Exklusiv steht ein zu- und abschaltbarer Boxenausgang B zur Verfügung, und für Vorne-oben-Zusatzlautsprecher kann der Marantz das passende Dolby-ProLogic-IIz-Futter herbei­prozessieren – wie die anderen Kandidaten im Test auch.

Mit seinem leicht verschnupften UKW-Radioklang musste er allerdings dem offener klingenden Harman den Vortritt lassen. Erst bei der CD-Wiedergabe reichte es zu einem Gleichstand: etwas runder, gediegener, aber auch verhaltener. Um dem Hörer Ecken und Kanten zu ersparen, passte der 5006 wirklich auf wie ein Schießhund, ein Tester notierte sogar das Wort „kultiviert“.

Zuletzt reichte es auch bei Blu-ray-HD-Titeln, mit gestrenger Reinlichkeit den leichtsinnigeren Harman zu besiegen. Den frischeren AVR 2312 ein­zuholen, gelang jedoch nicht. Der SR 5006 hat aber Pre-Outs, und damit sagt er eines Tages: Wer hat, der kann!

Alle Daten und Testergebnisse zum Marantz SR 5006

 
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