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Testbericht AV-Receiver Denon 4810

Nicht nur optisch, auch klanglich demonstriert der Denon Größe. Ob feine Höhen oder gewaltige Bassattacken, der Denon AVR 4810 (3000 Euro) überzeugte stets mit Souveränität.

Denon AVR 4810

Hersteller
Denon
UVP
3000.00 €
Wertung
102.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Signalgeber: Die große Fernbedienung mit dem Touchscreen  kann anfangs verwirren. Die kleinere ist für die Zonen 2 bis 4 gedacht und  lässt sich einfach bedienen.
Signalgeber: Die große Fernbedienung mit dem Touchscreen kann anfangs verwirren. Die kleinere ist für die Zonen 2 bis 4 gedacht und lässt sich einfach bedienen.

Schon beim ersten Blick auf den  wuchtigen AVR-4810 ahnt der Heimkino-Freund, dass da alles andere als ein schwachbrüstiger Vertreter der Receiver-Gattung vor ihm steht. Tatsächlich: Unter dem Metallkleid des Denon findet eine Garde von neun Endstufen Platz, bei Bedarf ­befeuert von einem 910-Watt-Trafo. Sie können mit dem neuesten Software-Update ohne die limitierende Schutzschaltung loslegen, die noch bei den stereoplay-Kollegen im Test (2/10) für Verwunderung bezüglich der Siebenkanal-Sinus-Leistung sorgte. Statt mit den damals ermittelten 32 und 47 Watt spielen die Endstufen nun befreit mit 108 und 136 Watt an vier und acht Ohm auf.

Auch Besitzer von Geräten der ersten Serie kommen in den Leistungs-Genuss, lässt sich das Update doch einfach per Internet abrufen und installieren. Und nicht nur die frei zuweisbaren Endstufen zeugen von einer gewissen Großzügigkeit der Denon-Ingenieure, auch sonst wurde dem beinahe 20 Kilo schweren AVR-4810 fast alles aus der umfangreichen AV-Feature-Kiste eingepflanzt.

Einblick: Die kleine Platine von BridgeCo unten rechts übernimmt die sehr gute Netzwerk-Fähigkeit. Um die neun Endstufen vor dem Hitzetod zu bewahren, gibt’s den Kühlkörper doppelt.
Einblick: Die kleine Platine von BridgeCo unten rechts übernimmt die sehr gute Netzwerk-Fähigkeit. Um die neun Endstufen vor dem Hitzetod zu bewahren, gibt’s den Kühlkörper doppelt.

So kümmern sich gleich sechs Burr-Brown-Wandler PCM-1791 auf der Platine um die D/A-Wandlung. Auch die Chip-Auswahl zeugt von Qualitätsbewusstsein, siehe den Netzwerk-Arbeiter von BridgeCo (DM 870) oder den ­Videoprozessor von Anchor Bay (ABT 2010). Klar, dass auch die jitterbereinigte Übertragung per HDMI Teil der Qualitätssicherung ist. Dank „ClockControl“ über DenonLink 4 kann der AVR-4810 hauseigenen Spielpartnern wie dem DVD-A1 UD oder DMP-4010 BD einfach einen gemeinsamen Auslesetakt vor­geben, bevordie Audiosignaleper ­HDMI auf die Reise geschickt werden. Der Vorteil: Ein gemeinsamer Rhythmus von Quelle und Amp verringert die Gefahr von Zeitschwankungen.

Neben den beiden Fernbedienungen  (ein Extra-Befehlsgeber für die Steuerung in den möglichen Zonen zwei bis vier liegt bei) steht dem Anwender auch ein Webinterface oder gar ein iPod-App zur Verfügung zur Verfügung. Möglich macht dies der per Ethernet oder gar WLAN zugängliche Netzwerk-Client, der auch Musik aus dem weltweiten Netz (Internetradio) oder aus lokalen Datenspeichern wie PC oder NAS heranholt.

Hörtest

Nicht nur optisch, auch klanglich demonstriert der Denon Größe. Ob feine Höhen oder gewaltige Bassattacken, der 4810 überzeugte stets mit Souveränität. Wurde er pegelmäßig von der Leine gelassen, zauberte er einen geradezu gigantischen Raum. Dabei war ihm die Signalart gänzlich egal: Ob Stereo oder Mehrkanal, ob Musiktitel oder Film­effekte – stets behielt er die absolute Kontrolle über Raum und Geschehen. Der zum Vergleich angetretene Rotel RSX-1560 (AUDIO 3/09, 2500 Euro) kam an diese Kraftdemonstration nicht heran, auch die Raumdarstellung geriet deutlich kleiner, aber einen Hauch natürlicher.

Andocken: Diese Fülle an Anschlüssen wird wohl nur selten voll ausgenutzt. Ob Analog- und Digital-Eingänge oder die entsprechenden Ausgänge – hier bleiben keine Wünsche offen.
Andocken: Diese Fülle an Anschlüssen wird wohl nur selten voll ausgenutzt. Ob Analog- und Digital-Eingänge oder die entsprechenden Ausgänge – hier bleiben keine Wünsche offen.

Beim Denon spielte gefühlt in einem kleinen Orchester die doppelte Anzahl von Streichern; Konzertflügel wirkten überlebensgroß. Bei der Stereowiedergabe ein ähnliches Bild – der Denon wuchtig, groß, fein aufgelöst, der Rotel eher filigran musizierend mit deutlich kleinerer, aber genauerer Abbildung. Allerdings – wer neben beeindruckendem Klang auch noch Ausstattungsvielfalt und Bedienfreundlichkeit sucht, kommt am AVR-4810 nicht vorbei.

Fazit

Darf es ein bisschen mehr sein? Nach dem Update sind die Kraftreserven des AVR-4810 schier ­unerschöpflich. Die Ausstattungsliste ist endlos und wird in den nächsten Jahren kaum zu toppen sein. Die Netzwerk-Fähigkeit reicht für Gelegenheits-Nutzer absolut aus; klangliche Unterschiede zu einem reinrassigen, ­digital angeschlossenen Streamer gibt es kaum. So behauptet sich der 4810 auch im Jahr 2010.

Alle Daten und Testergebnisse zum Denon AVR 4810

 
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