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Testbericht

Audionet Art G2

Testergebnis
125.0 Punkte
4500 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Bernhard Rietschel

Der ART ist Ergebnis eines Ingenieurs-Triathlons aus Mechanik, Elektronik und Mathematik.

Getreu dem Grundsatz, dass digitale Laufwerke besser funktionieren, wenn sie nicht noch nebenher mit Vibrationen zu kämpfen haben, bildet eine mächtige, massive Granitplatte die Basis des ART G2 – sympathischerweise diskret verhüllt und nur von hinten sichtbar. Das eigentliche Laufwerk stammt von Philips, es ist in einen steifen Alu-Träger eingelassen, und der schwebt an einer sehr straffen Spanngurt-Konstruktion, die mechanische Störeinflüsse ähnlich wie ein Blattfeder-Subchassis in eine rein vertikale, vergleichsweise unschädliche Schwingung umwandeln soll.


Bild vergrößern 602 1000 http://img3.magnus.de/image-r602x1000-C-66713425-12813889.jpg Das Toploader-Philips-Laufwerk ist in eine gefräste, entkoppelt aufgehängte Aluminium-Platte gebettet.

Das Toploader-Philips-Laufwerk ist in eine gefräste, entkoppelt aufgehängte Aluminium-Platte gebettet.

ART: Nomen est Omen

Seinen „Aligned Resonance Transport" trägt der ART stolz im Namen, dabei hätte die digital-analoge Signalverarbeitung derlei Respektbezeugung mindestens genauso verdient. Nach dem bewährten Motto „Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?" hat Entwickler Bernd Sander keinen Digitalfilter von der Stange gekauft (normalerweise ist diese Funktion sogar im Wandler integriert), sondern einen programmierbaren Signalprozessor mit Audionet-spezifischen Formeln gefüttert, die klanglich einfach besser ins Gesamtkonzept passen sollen. Vorsicht – wir sprechen hier nicht von Soundtuning mit Effekten, sondern von einer Pflichtaufgabe für jeden Player, die hier nur besonders feinfühlig gelöst wurde – die Trennung des Nutzsignals von prinzipbedingt entstehenden Nebenprodukten. Messtechnisch unterscheidet sich die Audionet-Variante kaum von den traditionell verwendeten Filtern.

Nach dem Filter passiert das Signal einen Upsampler und gelangt mit nunmehr 192 Kilohertz Abtastrate in die D/A-Wandler – gute AD-1955 von Analog Devices, die hier im verzerrungsarmen Monobetrieb laufen. Der ART G2 ist in jedem Detail, von der Taktung und Spannungsversorgung der Wandler bis zum Aufbau der analogen Ausgangsstufen, mit verschwenderischer Gründlichkeit konzipiert. So überdimensioniert das Netzteil ist, kann es über eine Erweiterungs-Buchse dennoch durch das externe Kraftwerk EPS ergänzt werden.

Einmal tief durchatmen

Vielleicht steigert sich mit dem dicken Netzteil ja auch die Durchzeichnung in den Mitten um eine homöopathische Winzigkeit – das nämlich war der einzige Bereich, in dem der Audionet dem Accuphase DP-500 tatsächlich unterlegen war. Mit seiner verblüffenden Mühelosigkeit, dem ansatzlos feinen Ein- und Ausschwingen der Töne erinnerte der ART im Hörtest immer wieder an einen analogen Plattenspieler. Dieses Kunststück hat der Autor in vergleichbarer Eleganz bisher nur von ganz wenigen Spielern gehört, etwa vom Roksan ROK-DP 1 samt passendem Wandler oder dem günstigen Rega Planet – beide freilich mit den Einschränkungen ihrer technischen Ära und ihres Budgets. Das tiefe, entspannte Durchatmen der Musik, wie es der ART ermöglicht, ist bis heute und zu jedem Preis rar.

Im direkten Vergleich mit dem DP-500 waren die Tester hin- und hergerissen. Der Audionet hatte mehr Schwung und Autorität, eine weiträumigere Abbildung und den noch gewaltigeren Tiefbass, der Accuphase spielte disziplinierter und entdeckte in zigmal gehörten Aufnahmen noch mehr neue Klangfarben und mikrodynamische Schattierungen. Einig waren sich die beiden Spieler darin, dass sie am liebsten über ihre unsymmetrischen Ausgänge musizierten. Der Wechsel zu den symmetrischen XLR-Ausgängen ließ sie weder dynamischer noch genauer, sondern einfach nur etwas distanzierter klingen. Über Cinch hören – und zum Staunen mal an den serienmäßigen USB-Eingang einen PC anschließen!




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessung (B x H x T)HöheTiefe 43,0 x 12,0 x 36,0 cm
Gewicht 22,0 kg
Formate  
Wiedergabe MP3 nein
HDCD-Wiedergabe nein
Features
Fernbedienung/lernfähigmit Display ja/nein/FB ohne Display
Lautstärkeregelung nein
CD-Text-Anzeige nein
Röhrenausgangsstufen nein
Titelübersicht ja
ID3-Tag-Anzeige nein
Wiederholung Titel, CD, A-B
Auto-Space nein
Lautsprechergröße einstellbar SACD
Pegelsetup SACD
Laufzeitkorrektur SACD
Einbau-Mehrkanal-Decoder SACD
Anschlüsse
Digital-Ausgänge i-Link 0
Cinch-Audio (Stereo) 1
5.1-Ausgang (Cinch)
5.1-Ausgang (XLR) vorhanden
Digitalausgang ST ja
Digitaleingänge ja
Kopfhörer-Ausgang/regelbar nein/nein
Messwerte  
Ausgangsspannung CD (0 dB FS) 3,5 V
Ausgangswiderstand 33 Ohm
Störabstand (A-bewertet) CD 117 dB
Störabstand (A-bewertet) SACD
Fehlerkorrektur Infoschicht CD 1,30 mm
Fehlerkorrektur Oberfläche CD 1,80 mm
Jitter CD 165 Picosekunden
Leistungsaufnahme Standby/Betrieb 5,3/22,6 W
Bewertung  
ja Spielt aufreizend gelassen mit riesiger Dynamik und neutralem, dezent warmem Ton; bildet hervorragend ab.
nein Im MIttelton nicht ganz so transparent
Klang CD 125
Klang SACD ungenügend
Ausstattung sehr gut
Bedienung sehr gut
Verarbeitung überragend
Klangurteil überragend 125
getestet in 5/07


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