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Testbericht

Audio Research Reference 110

Testergebnis
120.0 Punkte
10000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Bernhard Rietschel

13. Dezember 2008

Wie die LS-17 mischt auch die Endstufe Reference 110 Halbleiter mit Röhren

 – erst JFETs, dann pro Kanal zwei 6H30 als Treiber, schließlich je ein Quartett 6550-Lei­stungstetroden. Sie arbeiten paarweise in einer Variante der klassischen Ultralinear-Schaltung. Das nötige Gegentakt-Signal bezieht die Endstufe direkt von den symmetrischen Eingängen. Ein Cinch-Eingang fehlt, was die Auswahl an Vorstufen etwas einschränkt.

Die 110 ist mit 10 000 Euro deutlich teurer als die LS-17 und nicht in jeder Anlage zwingend notwendig. Das schöne an Röhrenverstärkern ist ja gerade, dass schon relativ kleine Konstruktionen, wenn sie gut gemacht sind, ihren großen Geschwistern musikalisch kaum nachstehen. Das gilt für die 110 im Vergleich zu ihrer erschwinglichen Schwester VS-55 (3100 Euro, AUDIO 12/04) genauso wie im Ausblick auf ihre ganz großen Verwandten: Man gewinnt kein grundsätzlich neues Hören, aber mehr Kompetenz mit schwierigem Material, höheren Pegeln und anspruchsvolleren Lautsprechern. Es ist also weniger das Gefüge des Klangbilds, das sich verändert, sondern vielmehr der gesamte Größenmaßstab.


Bild vergrößern 930 1000 http://img1.magnus.de/image-r930x1000-C-4e0cee2d-25247705.jpg Der Netztrafo und die beiden mächtigen Ausgangsübertrager teilen den Innenraum der 110 in zwei Stereo-Hälften. Trimmpotis und isolierte Messpunkte erlauben eine relativ komfortable Ruhestrom-Justage. © H.Härle
© H.Härle

Der Netztrafo und die beiden mächtigen Ausgangsübertrager teilen den Innenraum der 110 in zwei Stereo-Hälften. Trimmpotis und isolierte Messpunkte erlauben eine relativ komfortable Ruhestrom-Justage.

An der wirkungsgradstarken, aber durch ihren Impedanzverlauf nicht explizit röhrenfreundlichen Focal Diva Utopia ließe sich beispielsweise mit einem leichtgewichtigeren Amp kein Blumentopf gewinnen.Die Ref 110 setzte sich dagegen auch an dieser Superbox konsequent durch. Zwar wirkte der Tiefbass etwas schlanker als über eine große Transistor-Endstufe, die Mitten bis in den Präsenzbereich etwas pointierter, aber das sind Nuancen, die unter realen Raumakustik-Bedingungen kaum Relevanz haben. Entscheidend ist dagegen die unkomplizierte Direktheit und Frische, mit der die Endstufe musizierte.


Bild vergrößern 937 624 http://img3.magnus.de/image-r937x623-C-66eba839-25247708.jpg Praktisch ist der durchs Gitter ablesbare LCD-Betriebsstundenzähler. © H.Härle
© H.Härle

Praktisch ist der durchs Gitter ablesbare LCD-Betriebsstundenzähler.

Hörtest

Für High-Ender im Telegrammstil: eher trockene Klangfarben, sehr direkte Ansprache, gigantische Bühne, ausreichend Dynamik auch für etwas schwierigere Boxen, kein Tiefbasswunder. Eigenschaften, die im Übrigen exakt so auch für die Vorstufe gelten. Trotz des Preisunterschieds bilden die beiden ein perfektes Paar.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Maße: je B: 48,3 x H: 22,2 x T: 49,5 cm
Gewicht: je 30,7 kg
Features  
Mono-Betrieb ja
Endstufen-Musiksignal-Einschaltautomatik nein
Pegelregler nein
Pegelschalter nein
Pegelanzeige ja
Anschlüsse  
Endstufen-Eingänge asymmetrisch nein
Endstufen-Eingänge symmetrisch ja
Anzahl Lautsprecheranschlüsse 2
Messwerte  
Sinusleistung Stereo an 8 Ohm/4 Ohm 71,0 W/104,0 W
Musikleistung 8 Ohm/ 4 Ohm 76,0 W/111,0 W
Dämpfungsfaktor 100 Hz / 10 kHz 0 /0
Rauschabstand 108,0 dB(A)
Standby-Verbrauch 0 W
Bewertung  
ja Spielt kernig, spannend, niemals langweilig. Reichlich Leistung.
nein Lüftergeräusche
Klang Cinch 0
Klang XLR 120
Gesamtklang 120
Verarbeitung sehr gut
Bedienung sehr gut
Ausstattung befriedigend
Klangurteil überragend 120
getestet in Ausgabe: 12/08


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