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Testbericht Advance Acoustic MAP-800

Advance Acoustic hat sich in wenigen Jahren Marktpräsenz den Ruf erarbeitet, maximalen Material­einsatz fürs Geld zu liefern. Der wahrhaft überdimensionierte MAP-800 macht diesem guten Ruf alle Ehre.

Advance Acoustic MAP-800

Hersteller
Advance Acoustic
UVP
2000.00 €
Wertung
95.0 Punkte
Testverfahren
1.0

© H.Härle

Angesichts rasant steigender Rohstoffpreise wird es irgendwann selbst mit günstigster China-Fertigung nicht mehr möglich sein, Schubkarrenrad-große Ring­kerntrafos in ein Gerät dieser Preisklasse zu bauen. Momentan findet sich im MAP-800 freilich genau so ein Monster-Umspanner, der von einer verschwenderischen Elko-Batterie mit satten 30000 Mikrofarad pro Kanal unterstützt wird. Bei einer Spannungsfestigkeit von 80 Volt entspricht dies einem riesigen Energie-Reservoir, und wenn man die Messungen ansieht, versteht man auch, wozu es dient: Mit einer AK von 75 und über 500 Watt Leistung an zwei Ohm gehört der MAP-800 zu den stärksten Amps überhaupt.

Zeiger-Freudig

Der Phono-Eingang (Buchsenpaar ganz links) lässt sich sogar auf MC umschalten, rauscht in dieser Betriebsart aber zu stark, um sinnvoll zu sein. Bei MM dagegen fehlen wegen zu niedriger Impedanz (15 statt 47 kΩ) die Höhen. DIe beiden XLR-Eingänge werden im Gerät sofort asymmetriert, bieten aber bessere Störsicherheit bei langen Leitungen. © H.Härle
Der Phono-Eingang (Buchsenpaar ganz links) lässt sich sogar auf MC umschalten, rauscht in dieser Betriebsart aber zu stark, um sinnvoll zu sein. Bei MM dagegen fehlen wegen zu niedriger Impedanz (15 statt 47 kΩ) die Höhen. DIe beiden XLR-Eingänge werden im Gerät sofort asymmetriert, bieten aber bessere Störsicherheit bei langen Leitungen.

Die beiden Power-Zeiger im McIntosh-Look sind dann auch weniger als Messinstrument zu werten denn als Ermunterung, mit dem Advance allzeit tüchtig Gas zu geben: Seine knackig-extrovertierte Klangabstimmung schien peitschenden Rhythmen und großen Klangkörpern mehr zugetan als den zarten Zwischentönen. Das Lacrimosa aus Sigurd Islandsmoens Requiem (SACD und FLAC-Download bei www.2l.no), das der Linn Sneaky DS als ersten Teil der Test-Playlist zuspielte, schien der Advance trotz seines eher hellen Charakters ein wenig im Tempo gebremst wiederzugeben. Viel besser funktionierte der Advance-Klang mit weniger komplexer Musik: „My Home Is Nowhere Without You" von Herman Dune („Next Year In Zion“) galoppierte über die KEF Reference 207/2 wunderbar großformatig und mitreißend dynamisch in den Hörraum.

Der MAP-800 eignet sich vor allem für nicht zu wirkungsgradstarke Lautsprecher. Hier relativiert sich einerseits der nicht optimale Rausch- und Brummabstand des Verstärkers, andererseits schien er im gehobeneren Leistungsbereich feine Dynamik-Nuancen besser darzustellen. Großen Spaß machte etwa die Kombination mit der ausgewogenen Epos M-22i (AUDIO 12/08). Auch für gemischte Heimkino- und HiFi-Anlagen ist der Advance praktisch: Auf Knopfdruck wird aus dem Vollverstärker eine mächtige Endstufe für den per Pre-Out angeschlossenen Surround-Receiver.

Alle Daten und Testergebnisse zum Advance Acoustic MAP-800

 
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