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Ratgeber Welcher Lautsprecher passt wann?

Das Zusammenspiel zwischen Verstärker und Lautsprecher hat uns schon immer sehr beschäftigt und tut es immer noch – ist doch zu vermuten, dass jeder Verstärker auf die Impedanz, die sich bei allen Boxen von Frequenz zu Frequenz ­ändert, anders reagiert.
Welcher Lautsprecher passt wann? © Julian Bauer

Idealerweise möchte der Verstärker eine rein Ohmsche Last sehen – so wie die Lastwiderstände bei der Sinus-Leistungsmessung. Aber solche Lautsprecher gibt es nicht.

Um der Praxis gerecht zu werden, misst stereoplay die Verstärkerleistung zusätzlich an sehr unterschiedlichen komplexen ­Lasten und auch im Bass (bei 60 Hertz) mit einem der Musik viel ähnlicheren pulsierenden „shaped burst“-Signal in einem Bereich von 8 bis 2 Ohm und bei Phasenlagen von minus 60 bis plus 60 Grad – einem Impedanzbereich also, den auch übliche Lautsprecher locker erreichen.

Das Ergebnis wird im Leistungsprofil dargestellt. Die blauen Balken zeigen die Leistung an, die der Verstärker auch bei der für ihn kritischsten Impedanz zu leisten vermag.

Oft ist es die Schutzschaltung, die hier limitierend eingreift. Sollte bei rein Ohmscher Last noch mehr an Leistung herauszu­holen sein, wird dies mit den­längeren roten ­Balken angezeigt.

Die problemlose Kombination © stereoplay
Die problemlose Kombination

Für das Zusammenspiel mit dem Lautsprecher sind aber die blauen Balken ­entscheidend. Im Bedarfsprofil der Box richtet sich deren Länge nach Wirkungsgrad und Impedanz der Box (nach Betrag und Phase) und gibt die Leistung an, die der Verstärker bei der jeweiligen Impedanz mindestens liefern muss, um  einen Schalldruck von 100 dB SPL (Sound Preasure Level) zu erzeugen.

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Die Balken bei 8, 6, 4, 3 und 2 Ohm im Leistungsprofil sollten also jeweils mindestens so lang sein wie die entsprechenden Balken im Lautsprecher-Bedarfspofil.

Es gibt allerdings Ausnahmen: Elektrostaten zum Beispiel haben oft eine zu ­hohen Frequenzen sehr tief absinkende Impedanz, was – rein technisch – extrem stabile Verstärker erfordert. Trotzdem spielen sie auch mit „normalen“ Verstärkern zusammen, weil dies schon bei deren ­Konstruktion einkalkuliert wurde und im obersten Frequenzbereich kaum Energie verlangt wird.

Die problematische Kombination
Die problematische Kombination

Dipol- und Rundum-Strahler stellen ebenso meist weit geringere ­Ansprüche an den Verstärker, als deren Bedarfsprofil Glauben machen will. Auf Verstärker-Seite sind es Röhren-Amps, die manchmal eine andere Boxenauswahl verlangen – was auszuprobieren gilt.

 
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