Ratgeber Tipps und Tricks zu Subwoofer-EQs und Raumakustik
© Shutterstock
Wie knackig und energievoll ein Bass kommen kann, das kennen viele nur von Open-Air-Konzerten, wo es eben solche Beschränkungen nicht gibt. Zu Hause bietet es sich an – wie in Tonstudios selbstverständlich –, die Akustik breitbandig zu bedämpfen.
© Archiv
Der erste Schritt zum guten Bass vom Subwoofer ist dessen Platzierung. Eine pauschale Empfehlung hierfür kann es nicht geben – nur den Tipp, Hörabstand und Winkel nicht zu sehr von der Stereobasis weg zu legen. Und je mehr Grenzflächen sich in der Nähe befinden, desto mehr Moden regt der Tieftöner maximal an. Entsprechend tendieren Ecken zu maximalem Dröhnen.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist hierbei die dreidimensionale Ausbreitung des Schalls – die Vertikale vergessen Laien bei akustischen Überlegungen oft.
In Altbauten mit sehr hohen Decken nervt oft die z-Mode, die sich zwischen Boden und Decke ausbreitet. In der Regel hilft es, den Subwoofer einen halben bis einen ganzen Meter hoch zu stellen, dann regt er die z-Mode weniger an.
Ein geniales Werkzeug ist der stereoplay RaumRechenService . Er ist leicht bedienbar und liefert eine gute Anweisung für die Platzierung des Woofers. Wer dann die Einstellungen von einem Einmesscomputer des Surround-Verstärkers erledigen lässt, ist einigermaßen fein raus.
© Stereoplay
Am Hörplatz sollte ein linearer Frequenzgang entstehen. Am besten misst man mit Pegelmeter und schmalbandigem Rauschen Lautsprecher im Grundtonbereich und Subwoofer-Pegel auf die gleiche Lautstärke ein.
Als nächstes kommt die Phasenlage dran. Dazu nimmt man schmalbandiges Rauschen oder einen Sinus genau auf der Übergangsfrequenz. Richtig ist diejenige Phasenlage, bei der sich am Hörplatz die Lautsprecher und der Subwoofer maximal addieren.
Expertentipp: Auslöschungen hört man viel deutlicher. Man misst also auf maximale Auslöschung ein und invertiert danach die Phase um 180 Grad, dann passt es genau.
Das ist der Startpunkt für die Feinarbeiten wie das Tunen der Übergangsfrequenz und der Filter. An dieser Stelle dürfen die mahnenden Worte des erfahrenen Testers nicht fehlen, nach einer Veränderung der Übergangsfrequenz auch die akustische Phase erneut zu prüfen. Denn sie driftet mit der Frequenz oft nicht unerheblich. Das gilt erst recht, wenn Sie die Position von Box oder Woofer verändert haben.
Diese Vorarbeiten und Kontrollen gelten für alle Woofer. Komplexere Modelle mit digitaler Frequenz-Beeinflussung ermöglichen ein weiteres Tuning.