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Ratgeber Tipps und Tricks zu Subwoofer-EQs und Raumakustik

Einen „guten“ Bass in seinen Hörraum zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Abhilfe kann oft nur ein Subwoofer schaffen, denn dessen Aufstellung gestaltet sich in gewissem Rahmen frei. Und entgegen einem alten Vorurteil lässt sich solch ein Tieftöner nahtlos ins Klanggeschehen einbinden. Wer das Potenzial seines Subwoofers richtig ausnutzen will, sollte folgende Tipps beherzigen.

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Für einen präzisen, tiefen und trockenen Bass müssen ­neben einem entsprechenden Basswürfel zuallererst sinnvolle akustische Voraussetzungen gegeben sein. Hier scheitern viele, denn die Wellenlängen befinden sich im Bass im Meterbereich, genau wie die Abstände zwischen den Grenzflächen eines typischen Hörraums.

Wie knackig und energievoll ein Bass kommen kann, das kennen viele nur von Open-Air-Konzerten, wo es eben solche Beschränkungen nicht gibt. Zu Hause bietet es sich an – wie in Tonstudios selbstverständlich –, die Akustik breitbandig zu bedämpfen.

RTFS BigBlock © Archiv
RTFS BigBlock

Korrekt aufgestellt, wirken beispielsweise die „Big Block“-Absorber von RTFS entgegen anders lautenden ­Gerüchten messtechnisch und deutlich hörbar bis gut 30 Hertz hinab. Ähnliche Produkte liefern Fast Audio , W Vier und mbakustik .

Der erste Schritt zum guten Bass vom Subwoofer ist dessen Platzierung. Eine pauschale Empfehlung hierfür kann es nicht geben – nur den Tipp, Hörabstand und Winkel nicht zu sehr von der Stereobasis weg zu legen. Und je mehr Grenzflächen sich in der Nähe befinden, desto mehr Moden regt der Tieftöner maximal an. Entsprechend tendieren Ecken zu maximalem Dröhnen.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist hierbei die dreidimensionale Ausbreitung des Schalls – die Vertikale vergessen Laien bei akustischen Überlegungen oft.

In Altbauten mit sehr hohen Decken nervt oft die z-Mode, die sich zwischen Boden und Decke ausbreitet. In der Regel hilft es, den Subwoofer einen halben bis einen ganzen Meter hoch zu stellen, dann regt er die z-Mode weniger an.

Ein geniales Werkzeug ist der stereoplay RaumRechenService . Er ist leicht bedienbar und liefert eine gute Anweisung für die Platzierung des Woofers. Wer dann die Einstellungen von einem Einmesscomputer des Surround-Verstärkers erledigen lässt, ist einigermaßen fein raus.

Den RaumRechenService basiert auf Algorithmen von Dr. Jörg Hunecke und gibt quasi in Echtzeit eine Information über die Homogenität des Klangs am Hörplatz. Der RRS verwaltet auch Surround und bis zu drei Subwoofer. Damit die Ergebnisse realistisch ausfallen, sollten Sie exakte Angaben eintragen. © Stereoplay
Den RaumRechenService basiert auf Algorithmen von Dr. Jörg Hunecke und gibt quasi in Echtzeit eine Information über die Homogenität des Klangs am Hörplatz. Der RRS verwaltet auch Surround und bis zu drei Subwoofer. Damit die Ergebnisse realistisch ausfallen, sollten Sie exakte Angaben eintragen.

Aber auch den AV-Amp sollte man kontrollieren, und wer es beispielsweise in einem Stereo-Setup manuell machen muss, der greift am einfachsten zu einem Pegelmeter, etwa von Lautsprecher Teufel für 26 Euro, plus zu einem Set mit guten Messsignalen, zu finden auf der stereoplay-CD „HiFi Check“ (www.scw-webshop24.de , Bestellnummer 27000 80001). Oder Sie bewaffnen Ihren Laptop mit entsprechender Software und Mikro.

Am Hörplatz sollte ein linearer Frequenzgang entstehen. Am besten misst man mit Pegelmeter und schmalbandigem Rauschen Lautsprecher im Grundtonbereich und Subwoofer-Pegel auf die gleiche Lautstärke ein.

Als nächstes kommt die Phasenlage dran. Dazu nimmt man schmalbandiges Rauschen oder einen Sinus genau auf der Übergangsfrequenz. Richtig ist diejenige Phasen­lage, bei der sich am Hörplatz die Lautsprecher und der Subwoofer maximal addieren.

Expertentipp: Auslöschungen hört man viel deutlicher. Man misst also auf maximale Auslöschung ein und invertiert danach die Phase um 180 Grad, dann passt es genau.

Das ist der Startpunkt für die Feinarbeiten wie das Tunen der Übergangsfrequenz und der ­Filter. An dieser Stelle dürfen die mahnenden Worte des erfahrenen Testers nicht fehlen, nach einer Veränderung der Übergangsfrequenz auch die akustische Phase erneut zu ­prüfen. Denn sie driftet mit der Frequenz oft nicht unerheblich. Das gilt erst recht, wenn Sie die Position von Box oder Woofer verändert haben.

Diese Vorarbeiten und Kontrollen gelten für alle Woofer. Komplexere Modelle mit digitaler Frequenz-Beeinflussung ermöglichen ein weiteres Tuning.

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