Menü

HiFi Tipps für mehr Dynamik

Seite 3
zurück zu Seite 2

iPod lauter machen

MP3-Player kommen schon seit längerem mit mehr oder weniger drastisch begrenzten Ausgangsspannungen auf den Markt. Die Limits sind normalerweise nicht durch die technische Konstruktion gegeben, sondern durch entsprechende Code-Zeilen in der Firmware. Manche dieser Begrenzungen lassen sich aushebeln – etwa durch den Wechsel auf nichteuropäische Firmware oder durch gezieltes Verändern einiger Werte. Für iPods bis zur vorletzten Generation („5G“) erledigt das Freeware-Programm GoPod (http://gopod.free-go.net) diese Aufgabe automatisch und zuverlässig. An den aktuellen iPods dagegen beißt sich nicht nur GoPod, sondern die gesamte Hacker-Gemeinde die Zähne aus – die Firmware ist verschlüsselt und bislang nicht geknackt. Wer einen aktuellen Classic oder Nano mit einem eher leisen Kopfhörer betreiben will, dem bleibt nur der Import des Players aus den USA oder Fernost – entweder als Reise-Mitbringsel oder über einen der zahlreichen Internet-Abieter.

Songs lauter machen

Wer – wie im Internet oft empfohlen – MP3-Booster-Programme verwendet oder in iTunes die Funktion „Lautstärkeanpassung" einsetzt, treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus: Bestenfalls erreicht er dieselbe Maximallautstärke einfach bei optisch kleinerer Reglerstellung, schlimmstenfalls verpasst er seiner Musik eine zusätzliche Dynamik-Kompression. Das ist nicht der Sinn der Sache.

Touch-Tuning

Der iPod Touch ist eigentlich mehr WLAN-fähiger Mac als Musik-Player. Findige Hacker verschaffen sich per „Jailbreak" ungehinderten Zugang zum Touch-Betriebssystem, um zusätzliche Funktionen, Spiele oder schickere Bildschirm-Icons zu installieren. In audiophiler Notwehr stöbern aber auch viele HiFi-Fans im Internet die zu ihrer Firmware passende ­Jailbreak-Anleitung auf, um dann die ­„RegionalVolumeLimits.plist“-Datei auf US-Werte zu korrigieren. Jailbreaken kann poten-ziell die Garantie kosten, AUDIO ist aber bislang kein verbürgter Fall eines kaputtgehackten iPod Touch bekannt geworden.

Voller Pegel, voller Klang: Denon In-Ears C-551 für 100 Euro © Foto: Archiv
Voller Pegel, voller Klang: Denon In-Ears C-551 für 100 Euro

Alternativ-Hörer

Noch gibt es sie, die etwas lauteren, trotzdem guten Kopfhörer. Egal, ob Shure, Ultimate Ears oder die Denon-Überflieger  – alle gehören zur ­Familie der „echten" In-Ears. Man muss sie sich also hermetisch dicht in den Gehörgang rammen, was nicht jedermanns Sache ist. Andererseits schirmen In-Ears dadurch Umgebungsgeräusche sehr effektiv ab und schonen umgekehrt auch die Umwelt.

Die Königslösung in Bahn, Bus und Flugzeug sind aktive, geräuschfilternde Kopfhörer wie die Quiet-Comfort-Modelle von Bose. Statt auf Kosten der Ohren ein Pegel-Wettrüsten mit der Umgebung anzuzetteln, schaffen sie zunächst mal auf elektronischem Weg verblüffende Ruhe, um dann bei umso milderen Pegeln vollen Hörspaß zu bieten. Trotz vergleichbarer Isola­tionswirkung erzeugen diese Noise-Cancelling-Hörer nicht das Taucherglocken-Feeling ihrer rein passiv wirkenden Ohropax-Kollegen – gegen die aktive Lösung spricht eigentlich nur der für gute Exemplare gesalzene Preis.

Zusatz-Amps

Auch externe Kopfhörerverstärker dienen nicht primär der Erzeugung monströser Pegel. Aber natürlich behebt der winzige Corda XXS (155 Euro, www.meier-audio.de ) ganz nebenbei auch das Problem mit dem Lautstärke-Limit aufs Nachhaltigste. Hauptaufgabe des niedlichen, von einem 9-Volt-Block angetriebenen Außenborders ist es aber, dem (meist ohnehin unterdimen­sionierten) Porti-Ausgang die harte Antriebsarbeit ab­zunehmen und so den Klang mit-unter drastisch zu liften.

x