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Report - stereoplay unterwegs Steinway Lyngdorf Model D - der ultimative Lautsprecher

Bei Superlautsprechern jenseits der 100.000 Euro Marke wird die Luft auch für gestandene Lautsprecher-Bauer langsam dünn. Um so erstaunlicher ist, dass sich mit Elektronik-Hersteller Lyngdorf und Konzert-Flügel-Bauer Steinway & Sons zwei Firmen zusammengetan haben und eine Anlage im sechsstelligen Bereich an den Mann bringen wollen. Die Chance hinzuhören haben wir uns nicht nehmen lassen.

Steinway Lyngdorf
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Steinway Lyngdorf AS - Firmenhintergrund

Bereits Ende der 90er Jahre sorgte Peter Lyngdorf in Zusammenarbeit mit Firma Tact für Furore. So bescherte uns der fleißige Däne mit dem „Millennium“ den ersten Digitalverstärker, der sich vor Transistor- oder Röhren-Modellen nicht verstecken brauchte und lange Jahre die stereoplay Bestenliste anführte. Die Kooperation mit Tact ging irgendwann zu Ende, woraufhin die Dänen-Verstärker unter dem Label „Lyngdorf “ weiter verkauft wurden.

Die Begeisterung von Peter Lyngdorf für Digital-Endstufen blieb weiterhin ungebrochen und der Millennium-Amp bekam Evolutionsstufen – die letzte mündete in der MK IV Version. Dennoch verfolgte Lyngdorf auch andere Ziele. So kam es, dass 2006 mit dem Room-Perfect eines der besten und bedeutendsten Raum-Korrektursysteme das Licht der Welt erblickte.

Peter Lyngdorf und sein Referenz-Verstärker Millennium © Archiv
Peter Lyngdorf und sein Referenz-Verstärker Millennium

Auch fand Lyngdorf in McIntosh , einen Partner, der auch nur das Beste wollte und auf die lyngdorfsche Room-Perfect-Platine setzt. So wird die Erfolgsgeschichte von Lyngdorf im Elektronik-Bereich, erfolgreich weiter geführt.

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Eine andere Partnerschaft ging der Peter Lyngdorf 2006 mit Traditionsunternehmen Steinway & Sons ein. Eine der bekanntesten und renommiertesten Konzert-Flügel-Hersteller der Welt, wollte nicht mehr nur in den Musik-Sälen für perfekte Pianoklänge sorgen, sondern auch die Faszination der Live-Musik auf die Wiedergabe an der heimischen Anlage übertragen.

So fing eine ungewöhnliche Kooperation an, aus der eine Reihe Super-Lautsprecher entstand, die es so kein zweites Mal gibt. Das größte Modell der Kooperation hört auf den Name „Model-D“.

Steinway Lyngdorf Model-D

Ein Gehäuse im klassischen Sinne die "Model-D" nicht, nur eine aus dem Vollen gefräste, mit Verbundstoff verkleidete und in Pianolack gehaltene breite Schallwand, die flexibel gelagert auf einem Sockel Platz nimmt. In sie eingelassen sind je vier 12-Zoll-Bässe, zwei Mitteltöner und ein speziell für Steinway-Lyngdorf entwickelter AMT-Hochtöner (Air-Motion-Transformer bei dem die gelbliche, mehrfach gefaltete Membran gleichzeitig als Schwingspule dient), der für Frequenzen jenseits von 2000 Hz zuständig ist.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Dahinter auf dem tiefen Sockel sitzt ein unauffälliges, perfekt verarbeitetes Gehäuse welches die erforderliche Elektronik samt Endstufen (baugleich mit dem Lyngdorf Millennium) beinhaltet. Hinter einer Gummi-Bespannung sind die Körbe der Chassis der Tief- und Mitteltöner als auch der AMT-Hochtöner zu sehen, die in beide Richtungen ungehindert schwingen können.

Steinway Lyngdorf Model-D
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Steinway Lyngdorf Model-D

Mit ihren über zwei Metern Höhe ist die Model-D nicht klein - fügt sich dennoch recht ansprechend in das edle Hörraum-Ambiente ein.

Die Dipol-Bauweise und der Verzicht auf großvolumige Kammern eliminiert die üblicher Probleme üblicher Gehäuse: mitschwingende Wände, ebenso wie Gehäuseresonanzen, existieren nicht.

Die Nachteile eines Dipols, wie etwa das durch gegenphasige Schallabstrahlung Auslöschen des Musiksignals, waren jedoch für die Mannschaft um Peter Lyngdorf weniger ein Problem als eine Herausforderung, die sie meisterlich erledigten.

Wie die „Klang-Skulpturen“ selbst ist auch die Vermarktungsstrategie ausgesprochen exklusiv. So gibt es in Europa nur ein Dutzend und in Deutschland immerhin vier Händler für die Steinway Lyngdorf Abkömmlinge. stereoplay hatte das Vergnügen eine dieser Traumanlagen in München bei „home entertainment conceptstore “ von Martin Ludwig zu hören und zu sehen.

Die Faszination um Steinway & Sons spiegelt sich bereits im Firmenlogo
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Die Faszination um Steinway & Sons spiegelt sich bereits im Firmenlogo

Die Säulen, die mit ihren über zwei Metern Höhe und offenen Schallwand dennoch zierlich wirken, fügten sich in das edle Ambiente nahtlos ein. So erklangen auch die ersten Takte Musik über sie nicht besonders anspringend – der erste Eindruck war eher unauffällig. Nach einigen Minuten des Lauschens wird aber die Leichtigkeit und die unaufgeregte Spielweise, die den Hörraum für sich vereinnahmten deutlich. Die Anlage spielte so locker und lässig, dass man fasziniert in der Musik versank.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Vor allem akustisch eingespielte Aufnahmen, ob ein Gitarrenkonzert von Friedemann oder Beethovens Klavierkonzert vermittelten sie geradezu unheimlich natürlich, real und livehaftig. Hier war keine Effekthascherei zu vernehmen, sondern die Information welche auf der Silberscheibe gebrannt wurde. Dabei war es nicht wichtig ob die Musik laut oder leise war, die Schnelligkeit und die Bandbreite schienen immer gleichbleibend und in vollem Umfang vorhanden zu sein.

Die Model-D kostet ab 131000 Euro als Aktiv-Variante. Es gibt sie aber auch als Komplettanlage mit passendem CD-Vorverstärker inklusive eingebauter Raum-Korrektur ab 160000 Euro zu erwerben. Somit wird auch Model-D, wie auch die Flügel von Steinway & Sons, ein Traum für die meisten Musikliebhaber bleiben.

Wer sich jedoch für die offene und unheimlich räumliche Klangwiedergabe begeistert, der kann seit Juni die Model-S die aus zwei Satelliten und zwei Subwoofern samt entsprechenden Endstufen und Elektronik besteht und ein wenig von den großen D’s in sich trägt für knapp 15000 Euro sein Eigen nennen.

 
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