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Ratgeber Multimedia-PC im Selbstbau

Bisherige Vierkern-Prozessoren brauchten viel Strom und viel Kühlung, was zu starker Geräuschentwicklung führte. Durch geschickte Kombination eines Intel-Penryn-Prozessors  mit weiteren ausgewählten Komponenten lässt sich jetzt ein sehr leiser Quad-Core-PC fürs Wohnzimmer realisieren.

Die Fortschritte bei PC-Prozessoren werden heute nicht mehr von höheren Taktfrequenzen, sondern von der Anzahl der Prozessorkerne bestimmt. An Stelle eines sehr schnellen Rechenwerks mit großer Wärmeentwicklung arbeiten mehrere langsamere und so leichter kühlbare Prozessorkerne. Diese teilen sich die Arbeit ­– vor­aus­gesetzt, dass sich Betriebssystem und Software dafür eignen. Das gilt beim Betriebssysten ab Windows XP, während Anwender-Software ständig angepasst wird.

Nachdem sich Zweikern-Prozessoren inzwischen durchgesetzt haben, sind nun Vierkern-Typen angesagt; allerdings steigt deren Leistungsaufnahme mit bisheriger Technologie wieder auf schwer kühlbare Werte. Für Abhilfe sorgt ein weiterer Fortschritt in der Halbleitertechnologie, nämlich die Reduzierung der Leiterbahndicke von 65 auf 45 Nanometer. Ein Nanometer ist ein Tausendstel Mikrometer oder ein Millionstel Millimeter; zum Vergleich misst ein Menschenhaar etwa 50 Mikrometer, also 50 000 Nanometer. In 45-Nano-Technologie bietet Intel Quad-Core-Prozessoren der Penryn-Familie an; beim Q 9450 mit 2,63 Gigahertz liegt die ­Leistungsaufnahme unter Windows mit Vollast nur etwa zehn Prozent über der eines ­vergleichbaren Zweikerners mit 65-Nano-Leitern. Angeboten wird der Q 9450 für 260 Euro.

Die hohe Rechenleistung lässt sich für Musikbearbeitungsprogramme wie Wavelab ausnutzen, besonders aber für Video-Anwendungen im Zusammenhang mit HDTV. Der PC als Schalt- und Speicherzentrale für die multimediale Heimvernetzung kann mit Quad-Core-Prozessoren mühelos die etwa für das bei HDTV übliche Codierungsverfahren H.264 erforderliche Performance bereitstellen.

So ein toller Prozessor verdient einen angemessenen Arbeitsplatz. Für effiziente und geräuscharme Kühlung eignet sich am besten ein Tower-Gehäuse, wo die Luft vorn unten rein und hinten oben durch den Netzteil-Lüfter raus strömt. Weiterhin sollen die Anzahl der Propeller minimal und deren Flügel groß sein, was ­niedrige Drehzahlen erlaubt. Die Gebläse arbeiten im natürlichen Luftstrom, also von unten nach oben, dafür muss das Gehäuse außer an den Luft-Ein/Austrittsöffnungen dicht sein. Zusatzöffnungen sind zu verschließen.

Dieses Konzept erfordert ­genau zwei Gebläse, eines im Netzteil und ein weiteres für den Prozessor. Dazu empfiehlt stereoplay den brandneuen Freezer Xtreme von Arctic Cooling, der ein ausgeklügeltes Heatpipe-System enthält und mit der Geräusch­entwicklung von nur 0,5 Sone extrem leise ist. Die Drehzahlregelung erfolgt über Pulsweiten-Modulation (PWM). Mit gerade mal 26 Euro ist dieser Hightech-Kühler sogar sehr preisgünstig.

Da Motherboard und Prozessor im Tower-Gehäuse senkrecht montiert sind, bläst der Freezer Xtreme die Luft von unten nach oben. Genau darüber saugt das Gebläse des Netzteils die Luft an und bläst sie hinten hinaus. Die­se Aufgabe erfüllt das ­exzellente Eco Silent 550 Watt von  Silentmaxx, erhältlich für 85 Euro.

Das Netzteil arbeitet mit einem 14 Zentimeter großen und dadurch langsam laufenden Gebläse, wodurch sich eine herrlich geringe Geräusch­entwicklung ergibt.

Für das Gehäuse fiel die Wahl auf das ST 11 Pro Midi von Silentmaxx. Die edle Verarbeitung und die Verfügbarkeit in vier schicken Farben ermöglichen die Aufstellung im Wohnzimmer, insbesondere freilich die hervorragend gelungene Geräuschminimierung bis ins letzte Detail. Der Preis dafür beträgt etwa 130 Euro. Für die Kühlung und ­Ruhigstellung von Festplatten empfiehlt stereoplay deren Einbau mittels der ebenfalls von Silentmaxx angebotenen HD-Silencer für 42 Euro. 

Als Motherboard hat stereoplay das DP 35 DP von Intel für etwa 90 Euro vorgesehen. Es ist zwar schon eine Weile am Markt, doch bietet es – im Gegensatz zu vielen Boards der neuesten Generation ­– drei herkömmliche PCI-Steckplätze. Die sind wichtig, da hochwertige Audiokarten und TV-Sat-Karten fast ausschließlich im inzwischen überholten PCI-Format erhältlich sind. Das gilt auch für die sehr empfehlenswerte Audiokarte Juli@ von ESI zum Preis von etwa 130 Euro, getes­tet in stereoplay 7/06.

Außer den PCI-Slots hat das DP 35 DP vier Steckplätze für das moderne PCI-Express, davon einen in Langversion für die Grafikkarte. Des weiteren stehen 12 Anschlüsse für USB, 2 für FireWire, Gigabit-Netzwerk, 6 x SATA (davon 1 x eSATA) sowie ein ATAPI-Steckplatz für zwei Laufwerke zur Verfügung. Daran lässt sich zum Beispiel der hochwertige CD-Brenner PlexWriter Premium 2 von Plextor betreiben. Schließlich enthält das DP 35 DP noch Intel High De­finition Audio mit SPDIF-Ausgang, getestet in stereoplay 4/2007.

Als Hauptspeicher akzeptiert das Board 4 x 2 Gigabyte DDR 2 mit 800 Megahertz. stereoplay hat den Testrechner mit einem 2 x 2-GB-Kit von PNY aufgebaut, das für etwa 45 Euro erhältlich ist. Für Multimedia-Anwendungen reicht diese Speicherbestü­ckung völlig aus.

Durch unsere Wahl von Standardkomponenten können versierte PC-Bastler diesen superleisen Top-Multimedia-Rechner problemlos nachbauen.

 
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