Sound Ratgeber Subwoofer-Aufstellung
So ein Subwoofer ist praktisch: Man kann kleine Boxen kaufen und stellt einfach den Basswürfel dort hin, wo er wenig auffällt; schließlich lässt sich Bass sowieso nicht orten. So weit zu den Gerüchten. In der Tat kann man tiefe Töne schwer orten, aber ein Subwoofer muss zum Timing der Hauptlautsprecher passen, und er gibt auch nicht nur Bass ab.
Ein mit üblichen 12 Dezibel pro Oktave bei 80 Hertz gefilterter Tiefton-Emitter spielt bei sehr wohl ortbaren 320 Hz nur 24 dB leiser als in seinem eigentlichen Arbeitsbereich. Dennoch muss er nicht direkt bei den Hauptlautsprechern geparkt werden, aber die grobe Richtung muss für gutes Timing und ein entsprechend schlüssiges Klangbild stimmen.
Was macht ein braver Fachjournalist in solch einem Fall? Überprüfen! In der Praxis! Zusammen mit Farshid Shahlawandian, Chef des Raumakustik-Spezialisten RTFS, unternahm stereoplay lange Versuche in den dafür bestens geeigneten Laborräumen von RFTS. Als Subwoofer kamen bis zu vier identische Heco Phalanx 12 A zum Einsatz. Der leere, aus Beton gegossene Raum von 3,69 x 5,43 x 2,46 Meter besitzt ausgeprägte Grundmoden bei 46,6 und 31,7 und 69,9 Hz. Wichtig zu wissen: Die Raummoden hängen nur vom Zimmer selbst ab, die Aufstellung eines Lautsprechers kann sie nicht verändern, nur stärker oder schwächer anregen.
Am deutlichsten machen sich die Frequenzen der Grundmoden und der beiden ersten Harmonischen bemerkbar – das ergibt bei drei Raumdimensionen immerhin neun potentielle Dröhnfrequenzen oder Basslöcher. Alle Raummoden besitzen ihr Druckmaximum – also den Wellenberg – an den Grenzflächen. Da in den Ecken jeweils drei Grenzflächen zusammentreffen, regt man aus einer Ecke heraus die Raumresonanzen am stärksten an. Das kann gewollt sein, um etwa aus einem sehr klein dimensionierten Subwoofer maximalen Schalldruck zu kitzeln oder mit einem sehr tief angekoppelten Basswürfel, wie REL es propagiert, nur noch etwas Subharmonische zu einer vollwertigen Mehrwegebox zu addieren.
Zurück zum Versuch. Die Messungen entstanden nahe der schmalen Rückwand in typischer Hörposition für solch einen Raum. Zunächst positionierten die Tester einen einzelnen Subwoofer in allen typischen und den Faustformeln folgenden Positionen: Ecke, 3/16 der jeweiligen Wandlänge an der schmalen und an der langen Wand entlang verschoben, das Gleiche mit 1/4 und 1/2, dann von beiden Wänden in den entsprechenden Teilern abgerückt. Danach folgte die gleiche Anordnung an der Hörachse gespiegelt mit zwei Subwoofern. Diese müssen dazu identisch sein, gleichen Pegel und gleiche Phasenlage desselben monauralen Signals wiedergeben. Zuletzt kamen dann vier Tieftonbläser zum Einsatz, mit JBL-Regel, also genau auf der Wandhälfte an jeder Wand einer, und zuletzt eine Messung mit je einem Woofer in jeder Bodenecke.
Wie kommen diese Teiler zustande? Bei der 1/2-Dimension besitzt die Grundmode ihr Druckminimum, die Schallschnelle demnach ein Maximum. An diesem Punkt regt der Subwoofer die Grundmode nur gering an. Bei 1/4 gilt das Gleiche für deren erste Harmonische. Bei 3/16 kommt der beste Kompromiss für die ersten drei Resonanzfrequenzen heraus.
© Wer schnell die Raummoden seines Musikzimmers ausrechnen und anschaulich dargestellt haben möchte, der kann dazu den Raummodenrechner unter www.hunecke.de nutzen.
Als beste Aufstellung mit zwei Basswürfeln stellte sich die Mitte der Seitenwände heraus, 3/16 der Raumbreite eingerückt. Das klingt erst einmal, als stünden die Woofer bereits halb im Raum. Im Testraum entsprechen die 3/16 der Raumbreite nur 70 cm. Nimmt man einen Subwoofer mit Chassis und gegebenfalls auch Reflexöffnung vorne, kann der Würfel mit minimalem Abstand mit der Rückseite direkt an der Wand parken, denn die Membran ist dann fast schon da, wo sie sein soll.
Diese Aufstellung reduziert die y-Grundmode um stattliche 15 dB – das Wummern lässt nach. Dafür klettert die erste Harmonische der Quermode (x) um 8 dB. Die Lösung: eine tiefe und steilflankige Trennfrequenz.
Fazit:
Es ist nicht so einfach, für sich den besten Kompromiss zu finden. Fakt: Wer ein größeres Hörareal gleichförmig wie im Kino beschallen möchte, der kommt um wenigstens ein Woofer-Duo nicht herum, das dann seitlich in der Mitte steht. Für einen Einzelhörplatz lässt sich mit einem Einzelwoofer leicht aus der Ecke gerückt ein gutes Ergebnis erzielen. Die Teiler 3/16, 1/4 und 1/2 der Wand-länge sind beim Wooferrücken gute Ausgangswerte, um gezielt bestimmten Dröhnfrequenzen aus dem Weg zu gehen.
weiterlesen auf Seite 2