Ratgeber Multimedia-PC Power-PC für Multimedia-Anwendungen
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Wer einen neuen PC anschafft, wünscht sich dafür größtmögliche Zukunftssicherheit. Sie lässt sich durch zwei Dinge erreichen: eine Top-Performance sowie die Ausstattung mit neuesten Technik-Features und Schnittstellen. Darüber hinaus spielt für den PC-Neukauf der Zeitpunkt eine wichtige Rolle – und der ist gerade günstig. Die rasanten Fortschritte in der PC-Technologie sind inzwischen ausgereift und bezahlbar. Zudem erhält Windows XP demnächst keine Sicherheits-Updates mehr und findet in Windows 7 mit Service Pack 1 einen würdigen sowie auf die neue Hardware abgestimmten Nachfolger. Ein solches System arbeitet stabil und reicht für viele Jahre aus. Daher haben wir einen entsprechenden PC mit sorgfältig selektierten, aber nicht überteuerten Komponenten für Sie aufgebaut und auch auf geringe Geräuschentwicklung geachtet, denn er soll ja im Wohnzimmer stehen.
SSDs für höhere Performance
Die Performance hat sich in mehreren Bereichen verbessert. Das reicht von SSD-Laufwerken über Prozessoren bis hin zu Chipsätzen mit Top-Schnittstellen. An erster Stelle steht zweifellos die SSD (Solid State Disk). Das ist ein Festkörper-Speicher in Flash-Technik, wie er etwa in USB-Sticks oder SD-Karten eingesetzt wird. Solche Speicher bieten Transferraten bis zu 550 Megabyte pro Sekunde (MB/s), im Vergleich dazu kommen Magnet-Festplatten (HDDs) auf maximal 200 MB/s. Darüber hinaus liefert die SSD deutlich mehr Ein/Ausgabe-Operationen pro Sekunde (IOPS) als die HDD – dementsprechend lässt sich jeder PC per SSD erheblich beschleunigen.
Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht
Das gilt auch für bestehende Systeme, allerdings sollte eine Aufrüstung nur in Verbindung mit Windows 7 als Betriebssystem erfolgen. Der Grund: Windows 7 bietet Automatikfunktionen (etwa Trim) für die Pflege von SSDs, ohne dass sich der Benutzer darum zu kümmern braucht.
Neben dem klaren Performance-Vorteil hat die SSD aber auch einen Nachteil: die begrenzte Lebensdauer der Speicherzellen. Dies lässt sich optimieren durch intelligente Organisation der Zellen, bewährt haben sich dafür Controllerchips von Sandforce. Einen solchen Controller enthält die HyperX von Kingston. Weil diese SSD tolle Performance zu günstigem Preis bietet, haben wir sie für den Test-PC ausgewählt.
Neben der Ausstattung mit neuestem Sandforce-Controller hat Kingston der HyperX eine ausgefeilte Technik zur gleichmäßigeren Nutzung der Flashspeicherzellen spendiert – was als Wear Leveling bezeichnet wird, die Gesamtlebensdauer maximiert und den hohen Datendurchsatz längerfristig aufrechterhält. Bei der HyperX beträgt die Differenz zwischen häufig beschriebenen und seltener genutzten Speicherzellen minimale 2 Prozent.
SSD: Freier Speicherplatz erhöht Lebensdauer
Um das zu ermöglichen, muss auf der SSD aber ständig ein größerer Anteil freier Speicherzellen vorhanden sein; diesen zusätzlichen freien Platz nennt man "Overprovisioning". Bei der HyperX beträgt das Overprovisioning etwa 7 Prozent – statt der maximalen Kapazität von 128 GB stehen dem Benutzer also nur 120 GB zur Verfügung. Diese Kapazität gibt der Hersteller für die Platte an.
Kaufberatung: Empfehlenswerte Lautsprecher unter 700 Euro
Um die Lebensdauer und die Performance noch zu steigern, kann das Overprovisioning erhöht werden, was am einfachsten bei der Formatierung der SSD vor der Installation geschieht. So empfiehlt Marco Biermann, Field Application Engineer bei Kingston, ein Overprovisioning von bis zu 20 Prozent. Das bedeutet: Bei einer 120er SSD werden nur etwa 95 GB formatiert.
Der Preis pro 100 GB beträgt für die HyperX ungefähr 125 Euro – gemessen an früheren Kosten und an der ausgereiften Technik dieser SSD ist das günstig. Im Vergleich dazu liegen die Speicherpreise für Harddisks ganz erheblich niedriger: bei etwa fünf (!) Euro pro 100 GB.
Trotzdem ist die SSD für einen schnellen, zukunftssicheren PC ein echter Hit, lässt sich doch die SSD-Performance durch geschickten Einsatz schon recht preisgünstig haben. Der größte Effekt ergibt sich dann, wenn Betriebssystem und Anwendungs-Software auf der SSD liegen, während für die Dauerspeicherung von Multimediadaten eine HDD genügt. Hierfür empfehlen wir die Seagate Barracuda mit 3 TB Speicherkapazität für circa 150 Euro.
Die nötige Kapazität der SSD hängt von individuellen Ansprüchen ab, sie sollte wegen der Zukunftssicherheit aber nicht allzu klein ausfallen. Das Minimum sind 100 GB, für Experimente mit mehreren Betriebssystemen können es durchaus 200 GB sein. Für den Videobereich – insbesondere wenn große Dateien im Spiel sind – empfiehlt sich eine Extra-SSD von bis zu 200 GB, um Files zwischenzuspeichern, die gerade in Bearbeitung sind. So werden das Rendering und die Dateioperationen beschleunigt, da den über gesonderte SATA-Schnittstellen angebundenen SSDs die doppelte Bandbreite für den Datenverkehr zur Verfügung steht.
Intel-Mainboard und Prozessor für Top-Speed und -Features
Das Motherboard setzt einen weiteren Meilenstein bezüglich Zukunftssicherheit. Wir haben uns für das DZ77BH-55K von Intel entschieden, erhältlich ab circa 170 Euro. Das Topmodell aus der Z77-Media-Serie ist für alle Anwendungen gerüstet und bietet eine Fülle modernster Schnittstellen.
Kaufberatung: Vier Verstärker im Test
So gibt es viermal SATA 3.0 mit 6 Gigabit pro Sekunde (GBit/s), das entspricht 750 MB/s und reicht für die SSDs aus. Diese sollten an die beiden blauen SATA-Buchsen angedockt werden, die direkt an den Chipsatz PCH angebunden sind. Die HDD kommt an eine der grauen Buchsen des Extra-Marvell-Controllers mit theoretisch ebenfalls 6 GBit/s, optische Laufwerke gehören an die grauen Ports mit 3 GBit/s. Auch USB 3.0 wird vom Chipsatz unterstützt; so bietet sich die volle Nutzung der Bandbreite.
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Auf ein BD-Laufwerk hat stereoplay verzichtet, fürs CD-Brennen sind ältere Plextor-Schätzchen eine gute Wahl. Ohne optische Laufwerke, OS und Software errechnet sich für den Super-PC mit Top-Prozessor und 100-GB-SSD ein Preis von etwa 1000 Euro. Ist das ein schönes Angebot?
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Betriebssystem & Software: Top-Performance
Aktuelle PCs sollten Sie mit Windows 7 64 Bit und geeigneter Software betreiben. Anders als mit XP ist die 64-Bit-Version für Windows 7 ausgereift, hinzu kommt eine erheblich bessere Verfügbarkeit von Hardware-Treibern und Software. Erst mit 64 Bit ist die Nutzung von mehr als 4 GB Hauptspeicher möglich. Das und die doppelte Wortbreite für den Verarbeitungsprozess tragen zum Performance-Gewinn bei. Steinberg führt via kostenloses Update von WaveLab 7 auf 7.2 mit der 64-Bit-Technik Neuerungen ein, die den Mastering-Prozess noch schneller und komfortabler machen.
Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro
MediaEspresso 6 von CyberLink läuft problemlos unter 64 Bit und unterstützt Intel QuickSync Video. In Verbindung mit Intel-Core-Prozessoren, also auch mit den neuesten Ivy-Bridge-Typen, erlaubt das eine ultraschnelle Transkodierung von Video-, Foto- und Musikdateien für die Wiedergabe auf einer Vielzahl von Mediageräten. Während der Umwandlung der Videos verbessert die TrueTheater-Technologie sogar noch die Qualität.
Wie sieht’s aus mit der Kompatibilität von 32-Bit-Programmen unter Windows 7 64 Bit? In vielen Fällen treten keinerlei Probleme auf. Falls doch, bietet das Betriebssystem einige Kompatibilitätsmodi, von Win 98 bis XP, die es sich zu testen lohnt.
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Ältere Hardware kompatibel machen
Durch den Einsatz moderner Technik lassen sich manche lieb gewonnenen Komponenten nicht mehr nutzen. Für einige Probleme gibt es Lösungen.
Die Audiokarte EWX 2496 von Terratec ist sicherlich einigen stereoplay-Lesern noch ein Begriff. Anders als die meisten aktuellen Karten erlaubt es die 2496, die Eingangsempfindlichkeit einzustellen. Einen 64-Bit-Treiber für Windows 7 gibt es zwar nicht, doch hier springt der 64-Bit-Vista-Treiber ein: drwindows.de/
Beim modernen Intel-Board DZ77BH-55K fehlen einige ältere Schnittstellen, die sich aber mit Adaptern erzeugen lassen. Für VGA-Monitore gibt’s den Display-Port-Adapter 41017 von lindy.de (40 Euro), für seriell RS232 die USB-Adapter 61425 und 61364 (10 respektive 18 Euro) von reichelt.de. Wer den CD-Brenner Plextor Premium weiter nutzen will, kann das mit dem SATA-IDE-Konverter 51019 von Lindy tun (7 Euro).