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Ratgeber Netzwerk für alle

Digitaler Ausbau: Anhand von vier verschiedenen, aber ganz typischen ­Anwendungsfällen verrät stereoplay Ihnen in diesem Ratgeber, wie Sie zu einem für Sie maßgeschneiderten Upgrade Ihrer HiFi-Anlage kommen.

Der Computer-Besitzer mit Anlage

Warum den Computer nicht nutzen, um über die ­Anlage Musik zu hören? Die einfachste, klanglich aber noch nicht befriedigende Lösung: per Cinchkabel an den Verstärker. Besseren Klang bringt der stereo­play-Tipp: Nehmen Sie einen externen Wandler.

In stereoplay 9/08 gab‘s für jeden Geldbeutel den passenden Vorschlag. Terratecs DMX 6Fire USB für 250 Euro etwa, der mit seinen 52 CD-Klangpunkten bereits auf dem Niveau von CD-Spielern der Spitzenklasse lag, im Hochbit-Modus klanglich sogar noch zulegte. Oder den Liebling der Tester, den Apogee Rosetta 200 FireWire für 1700 Euro. „Kristallklare Durchzeichnung, in den Höhen samtig und geschmeidig, konturiert im Bass und mit sensationeller Vorne/Hinten-Ortbarkeit" notierten die stereoplayer – eine klare Alter­native zu gängigen Netzwerk­playern.

Wichtig bei allen externen Wandlern: Nutzen Sie zur Einbindung in den PC ausschließlich sogenannte ASIO-Treiber. Diese umgehen alle klangschädlichen Fallen von Windows, die selbst der beste externe Wandler nicht mehr ausbügeln kann. Der Windows Media-Player unterstützt ASIO leider nicht, das kostenlose Foobar2000 ist aber ein guter Ersatz. Leistungs­stärker ist das Mediacenter von JRiver: Es bietet umfangreichste Sortierungs- und Indizierungsmöglichkeiten und bringt nicht nur Ordnung in die Musiksammlung, sondern auch in die Video- und Foto-Archive auf dem Rechner.

Als Computerfan haben Sie wahrscheinlich bereits viele MP3s auf Ihrer Festplatte. Der stereoplay-Tipp: Nehmen Sie künftig das verlustlose .flac-Format, es ist klanglich .mp3 haushoch überlegen.

Der Anlagen-Besitzer mit Computer

Der stereoplay-Vorschlag für ­diesen Typus von HiFi-Fan: ein neuer Vollverstärker oder Receiver mit Netzwerkanschluss. Der Computer wird zum Musik­server ausgebaut, mit Ethernet-Kabel wird die Verbindung zum Receiver hergestellt, und der wird zum Dreh-, Angel- und Wandelpunkt der Anlage.

Grundvoraussetzung für ein solches Upgrade ist die Installation eines Serverprogramms auf Ihrem PC. Damit wird er zum „digitalen Zettelkasten" und verwaltet die auf Festplatte gespeicherte Musik. Als Software  bietet sich der Twonky Media Server an, aber auch mit Windows-Bordmitteln kommen Sie weiter: Die neueste Generation des Windows Media Player bietet ebenfalls Server-Funktionen. Nachteil: Das verlustlose .flac-Format unterstützt er nicht, dafür sind .wma-Dateien mit Kopierschutz  im Gegensatz zu Twonky kein Problem. Letztlich entscheidet aber der Verstärker/Receiver, welche Formate Sie abspielen können, denn er muss sie decodieren können.

AV-Receiver wie die  Yamahas RX V 3800 (12/07, 1600 Euro) und RX V 3900 (11/08, 1700 Euro) oder die Denons AVR 3808 (11/07, 1600 Euro) und AVR 4308 (9/07, 2500 Euro) stehen für die neue Generation der netzwerkfähigen Receiver, die sich sowohl direkt am Gerät über das eingebaute Frontdisplay als auch – noch bequemer – über einen per HDMI angeschlossenen Fernseher bedienen lassen. Ein solches Upgrade bringt Sie klanglich schon in das obere Drittel der Spitzenklasse-Surroundreceiver.

Wenn Sie klanglich noch ­höher hinaus wollen, dann sollten Sie sich die 5500 Euro „schweren" Vollverstärker-Flaggschiffe von Denon (AVC A 1 HD, 6/08) oder Yamaha (DSP Z 11, 4/08) näher ansehen: Absolute Spitzenklasse.

Wichtig ist in allen Fällen, dass Sie sich im Klaren darüber sind, auf welche Dateiformate Sie setzen und ob für Sie Hochbit-Downloads (Auflösung über  48 kHz / 16 Bit) wichtig sind. Jedes Gerät setzt andere Prio­ritäten, mal fehlt .flac-, mal Hochbit-Unterstützung."Meine Anlage: einfach und komplett"

All-in-one-Geräte sind die ­ideale Lösung für diesen HiFi-Enthusiasten. Ein Gerät, eine Fernbedienung, eine möglichst  einfache Benutzerführung – am besten CD in die Lade, und ­Minuten später findet sich die digitale Kost auf der im Gerät integrierten Festplatte wieder.

Player wie der Naim HDX (10/08, 6500 Euro) sind ideal: Auf dem integrierten Display navigieren Sie durch die intuitiv zu bedienenden Menüs. Mit dem HDX haben Sie auch klanglich einen Leckerbissen der Absoluten Spitzenklasse zu Hause, der zusätzlich mit einem hervorragendem Preis/Leis­tungsverhältnis punktet. 

Ähnlichen Komfort, wenn auch nicht in dieser Konsequenz, bieten CD-Recorder mit Festplatte, wie etwa der Reson RH 1 (8/06, 1700 Euro) oder der Hifidelio Pro (5/06, 1100 Euro) – mit dem Vorteil, dasssie sogar eine Aufnahmefunktion bieten, mit der Sie Ihr geliebtes Vinyl digitalisieren können.

Als Luxusvariante lockt der  in stereoplay 8/08 vorgestellte Hush HDR 6, der sich, weil modular aufgebaut, vom Leonberger Entwicklerteam fast beliebig aufrüsten lässt. Ab 12 000 Euro ist er zu haben und lässt an Klang, Formatvielfalt, Bedienungskomfort und Zukunftssicherheit nichts zu wünschen übrig.

"Ich will Netzwerk pur"

Voraussetzung für diese Art, digitale Musik zu genießen, ist auf jeden Fall ein eigener Server. Das kann der Heimcomputer mit Server-Software wie Twonky Media Server oder Squeeze-Center sein, aber auch ein NAS (Network Attached Storage), sozusagen die unauffällige „Festplatten-Jukebox“.  Tipp: der Rip-Server von ­Ripfactory (7/08, ab 750 Euro) hat das Ripping-Laufwerk ­bereits eingebaut und funktioniert darum ohne PC. Als günstige und gute Lösung  – mit einem externen D/A-Wandler klanglich nochmals steigerungsfähig – hat sich bei stereoplay die Logitech Squeezebox Duet (10/08, 400 Euro) hervorgetan. Mit der Fernbedienung können Sie iPod-like die gespeicherten CD-Cover durchstöbern.

In der Absoluten Spitzenklasse finden sich der MP 1250 R von T+A (5/08, 2500 Euro, „klanglich völlig ausgeglichen, kristallklar und lebendig“) und die DS-Linie der schottischen High-End-Schmiede Linn. Vom kleinen Sneaky DS (7/08, 1500 Euro), der bereits teurere CD-Player deutlich distanziert und sogar eigene Endstufen eingebaut hat, bis hin zum atemberaubenden Klimax DS (2/08, 15 000 Euro) mit bislang unerreichter Klangqualität bietet Linn die breiteste Palette an Netzwerkspielern im Markt.

Eine weitere Ausnahmestellung nimmt Sonos ein. Deren Zone-Player-System (Bundles um 1000 Euro, 1/08 & 10/08) zeigt, wie ausgereifte Netzwerktechnik absolut bedienerfreundlich ausgelegt werden kann. Bestechend der Controller, intelligent gelöst die bis auf 32 Player ausbaubare Infrastruktur. Ob drahtlos oder LAN-Kabel-gebunden, ob Hörbuch oder .flac, ob mit integrierter Endstufe oder Digitalausgang für den Anschluss an die HiFi-Anlage, ob Web­radio oder Napster-Service – es gibt kaum etwas, das Sonos nicht integriert hätte.

 
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