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Musik-Empfehlungen Mit diesen Diensten entdecken Sie neue Musik

Spotify, Soundcloud und Co. überschwemmen ihre Nutzer mit einer schier unendlichen Musikauswahl. So mancher User fühlt sich da überfordert. Immer mehr Plattformen arbeiten deshalb mit Empfehlungen. Wir haben uns hörenswerte Webservices genauer angesehen, bei denen die Nutzer neue Musik entdecken können.

Musicovery
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© musicovery.com

„Der Katalog ist so riesig, dass es 34 Jahren dauern würde, alle enthaltenen Titel einmal zu hören.“ So beschreibt Spotify sein riesiges Musikangebot. Weil aber nicht jeder einen Großteil seines Lebens mit dem Musikportal verbringen möchte, hat das Unternehmen Ende letzten Jahres angekündigt, neue Follow-Features in sein Angebot zu integrieren. Nutzer können dann anderen Nutzern mit ähnlichem Musikgeschmack folgen und deren Playlists einsehen. Das funktioniert nicht nur bei den eigenen Facebook-Freunden, sondern auch bei Musikern, Journalisten, Medien, Experten und anderen Prominenten.

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Zudem gibt der „Spotify Discover Feed“ Empfehlungen, die auf dem individuellen Nutzungsverhalten basieren. Klingt nach Datenkrake? Ist auch so: Die Musikhistorie wird ausgewertet, ebenso gelesene News und besuchte Konzerte. Die enge Verknüpfung mit Facebook hinterlässt zusätzlich kein gutes Gefühl. Auch Last.fm arbeitet bekanntlich mit der Auswertung des Hörverhaltens und „scrobbelt“ mithilfe eines Plug-ins alle auf dem PC, Smartphone oder bei Spotify gehörten Musikstücke. Nicht jeder Musikliebhaber möchte jedoch so gläsern sein.

Darf’s energiegeladen oder doch eher ruhig sein? Musicovery fragt nach der Stimmung der User.
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© musicovery.com (Screenshot)
Darf’s energiegeladen oder doch eher ruhig sein? Musicovery fragt nach der Stimmung der User.

Musicovery

Werfen wir deshalb einen Blick auf alternative Angebote, die mit Empfehlungen arbeiten, jedoch eine andere Herangehensweise haben. Musicovery fragt zum Beispiel nach der Stimmung seiner User und liefert entsprechende Musik. Die Nutzer können zwischen vier Polen wählen: „dunkel – positiv“ und „energiegeladen – ruhig“. Ist man sehr positiv gelaunt und wünscht sich eher energiegeladene, aber nicht ganz wo wilde Musik, streamt Musicovery Songs wie „C'mon everybody“ von Eddie Cochran, „O Mundo É Assim“ von Velha Guarda Da Portela und „Born Slippy“ von Underworld. Wem Eddie Cochran zu altbacken ist, kann an der Zeitleiste ältere Jahrgänge ausblenden. Auch das Genre lässt sich einstellen, 18 Kategorien gibt es. Das alles geht bereits ohne Anmeldung.

Großer Minuspunkt: Die Lieder lassen sich nur im „Premium“-Modus überspringen. Unangemeldet geht das nur ein paar Mal, dann erscheint ein Anmelde-Popup. Die „Premium“-Variante kostet „ab drei Euro im Monat“. In diesem Modus ist Musicovery werbefrei und streamt in HiFi-Qualität. Außerdem hat der User die Möglichkeit, ausschließlich seine Lieblingssongs anzuhören.

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Doch auch der LoFi-Sound der kostenlosen Variante ist in Ordnung – wenn man einmal von der fürchterlich komprimierten MP3-Qualität der Song-Beispiele auf der Startseite absieht. Auch mit dem kostenlosen Konto können die Nutzer ihre Lieblingslieder markieren und den Stream aufzeichnen. Neue und alte, unbekannte und bekannte Schätze warten in der Playlist, und wenn einen die peruanische Panflöten-Gruppe dann doch einmal erwischt, heißt es tapfer bleiben oder die Seite neu laden. Die restlichen Funktionen der Seite („Dance“, „Künstler-Radio“) können getrost ignoriert werden – zu chaotisch, unprofessionell und unfertig ist der Eindruck.

Basiert auf 865 Blogs: The Hype Machine.
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© hypem.com (Screenshot)
Basiert auf 865 Blogs: The Hype Machine.

The Hype Machine

Neueres Material, besseren Klang und eine größere Portion Hipness bringt The Hype Machine mit. Die Website basiert auf derzeit 865 ausgesuchten Musikblogs und zieht sich schon seit 2005 ihren Stream aus verlinkten MP3s, darunter auch Soundcloud. Auch hier ist der Musikgenuss eingeschränkt ohne Anmeldung möglich. Doch ein Account lohnt sich: Die Nutzung ist kostenlos und bietet einen echten Mehrwert. So lassen sich verschiedene Filter einstellen (z.B. nur Remixes/keine Remixes, die beliebtesten Songs, Genre) und ganze Alben anhören. Ein besonders nettes Feature ist „Fast Forward“: Innerhalb weniger Minuten lässt es sich hier durch die neusten Lieder blättern.

Ähnlich wie bei Musicovery ist auch hier der Vorteil, dass die Empfehlungen nicht beim Hörverhalten der User hängenbleiben, sondern den Horizont erweitern. Allerdings ist der Horizont von The Hype Machine selbst nicht ganz so ausgeprägt. Auf dem Portal ist vor allem eine Mischung aus Indie und Electro, dazu ein bisschen HipHop und Singer/Songwriter zu hören.

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Natürlich lässt sich auch The Hype Machine mit Facebook, Twitter, Soundcloud und Last.fm verbinden, doch das ist hier absolut kein Muss. Die Website selbst bietet so viel Futter, dass man niemandem folgen muss, um etwas Neues zu entdecken. Manch einem User mag es missfallen, dass relativ prominent neben den Blog-Einträgen Links zu iTunes, eMusic und vor allem Amazon platziert sind. Dass für gute Musik bezahlt werden sollte und Künstler die Unterstützung brauchen, ist klar. Ob das via Amazon oder im Plattenladen um die Ecke geschieht, sei jedem selbst überlassen. The Hype Machine ist in jedem Fall ein sehr interessantes Angebot und eine tolle Fundgrube, in die es hineinzuschnuppern lohnt.

Hier geht es nicht um Moleküle, sondern um Musik: Künstlernetz bei TuneGlue.
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© audiomap.tuneglue.net (Screenshot)
Hier geht es nicht um Moleküle, sondern um Musik: Künstlernetz bei TuneGlue.

TuneGlue

Wer dennoch näher bei seinem Musikgeschmack bleiben will, sollte sich TuneGlue genauer ansehen. Eine minimalistische Homepage fragt einzig und allein nach einem Künstler, den man in ein winziges Fenster am oberen rechten Rand eingibt. Der Musiker oder die Band erscheint dann als schwarzer Punkt auf der leeren Webseite. Klickt man ihn an und wählt „Expand“, entspinnt sich ein kleines Netz ähnlicher Künstler um ihn, deren Bäumchen wiederum ausklappen. Das Ganze lässt sich endlos weitertreiben, bis die ganze Seite wie ein riesiges Spinnennetz aussieht. Die Bäumchen lassen sich verschieben und auseinanderziehen, sodass der Überblick nicht verloren geht.

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Das Schöne daran ist, dass es auch für Kenner etwas Neues zu entdecken gibt. Dadurch, dass sich das Netz beliebig erweitern lässt, erreicht auch der größte Insider irgendwann neue Gefilde. Doch ganz so harmlos ist auch dieser Webservice nicht: TuneGlue zieht sich seine Daten von Amazon und Last.fm und soll von den Künstlern eigentlich direkt auf Amazon verlinken, wenn der Punkt „Releases“ angeklickt wird. Doch das hat im Test nicht funktioniert. Last.fm selbst steckt hinter TuneGlue. Das Internetradio hat die Website schon vor über sechs Jahren gestartet – gemeinsam mit der Plattenfirma EMI. Dennoch ist TuneGlue ein schöner Service für Leute, die vor allem auf der Suche nach Namen sind, um dann bei YouTube, Vimeo und Co. weiterstöbern zu können und dafür weder einen Account anlegen noch Geld ausgeben wollen.

 
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