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Christof Hammer | Profil | Kontakt
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5. Oktober 2011
Report – die AUDIO-Titel-CD: KEF - Tradition und Innovation Bild vergrößern 937 927 http://img2.magnus.de/50-Jahre-KEF-Volume-3-r937x927-C-139b795a-49836042.jpg © AUDIO
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Report – die AUDIO-Titel-CD

KEF - Tradition und Innovation

Nach dem glanzvollen Start in den Sixties und den glorreichen 70er Jahren blieb die englische Lautsprecherschmiede KEF auch in den 80ern auf Erfolgskurs. AUDIO lässt die Geschichte einer innovativen Com­pany in fünf Folgen Revue passieren. Legendäre Rock-Hits in spannenden Versionen, große Klassik-Aufnahmen mit Star-Dirigenten und Solisten: Folge 3 der KEF-CD-Reihe bringt wieder fast 80 Minuten Musik-Highlights aus den 80er Jahren. Teil 3 der fünfteiligen KEF-Jubiläumszeitreise in AUDIO.

Edinburgh Festival 1980
Bild vergrößern 937 937 http://img4.magnus.de/Edinburgh-Festival-1980-r937x937-C-76f335f8-49843170.jpg Beim Edinburgh Festival 1980 erreichten die Klänge des weit entfernt spielenden Organisten via Funkübertragung und über Modelle der KEF-Reference-Serie die Usher Hall und Dirigent Claudio Abbado. © Archiv
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Beim Edinburgh Festival 1980 erreichten die Klänge des weit entfernt spielenden Organisten via Funkübertragung und über Modelle der KEF-Reference-Serie die Usher Hall und Dirigent Claudio Abbado.

Manche Events sind so eindrucksvoll, dass man sie einfach nicht vergisst. KEF setzte vor gut 30 Jahren solch einen Meilenstein: Nachdem Firmengründer Raymond Cooke 1979 mit dem „Order of the British Empire“ mit Ritterehren bedacht wurde und die Musikkünste unterstützte, sollte die britische Lautsprechermarke beim Edinburgh Festival 1980 HiFi-Geschichte schreiben – mit einem fulminanten Auftritt der Reference-Serie.

Während in der Usher Hall das Te Deum (Hector Berlioz) unter Leitung des Stardirigenten Claudio Abbado erklang, stand die werkprägende Orgel ein paar Kilometer entfernt in der St. Mary’s Cathedral. Der Clou: Die Orgeltöne wurden via BBC-UKW-Funk auf 36 Modelle vom Typ Reference 105/2 übertragen, ­befeuert von Quad-405-Verstärkern. Ein live-haftiges Erlebnis mit Erinnerungswert.

KEF Coda Carlton
Bild vergrößern 937 665 http://img2.magnus.de/KEF-Coda-Carlton-r937x665-C-a5c2bed7-49843166.jpg erfolgsmodelle: Die Coda II und die Carlton II avancierten dank tollem Preis-Leistungs­verhältnis zu Boxen-Bestsellern. © Archiv
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erfolgsmodelle: Die Coda II und die Carlton II avancierten dank tollem Preis-Leistungs­verhältnis zu Boxen-Bestsellern.

Und eines, das die Kompetenz von KEF in Sachen Lautsprecherbau Anfang der 80er Jahre belegte. Eine Fertigkeit, die damals schon weltweit Beachtung fand und einen Teil ihrer Wurzeln in den 60er und 70er Jahren hatte. Damals verwendete Raymond Cooke innovative ­Materialien wie Bestren, das hohen ­Temperaturen wie auch Luftfeuchtigkeits-Schwankungen trotzte. Zum anderen setzte KEF als weltweit erster Lautsprecherhersteller auf neuartige digitale Testmethoden, deren Daten eine präzisere Gestaltung von Frequenzweichen und Treiberchassis zuließen.

1981 war das Jahr der erschwinglichen Modelle wie der Carlton II oder der Coda II. Letztere eroberte als klassisch gestylte Zweiwege-Box die Herzen vieler Musikfreunde, auch dank ihres innovativen Tiefmitteltöners mit Papiermembran. Die Carlton II arbeitete mit dem Prinzip der Passiv-Radiatoren, das die Effizienz von Bassreflex-Boxen und die Impuls­treue geschlossener Lautsprecher zu vereinen versucht.

In den 80er Jahren entwickelte KEF einige technische Neuerungen wie das dual gekoppelte Bassreflexsystem, mit dem die Bassleistung deutlich verstärkt werden konnte. Außerdem wurde ein Dämpfungssystem und eine Treiberentkopplung eingeführt, um Klangverfärbungen durch  mechanische Schwingungen der Treiber-Chassis-Einheit zu minimieren. „Conjugate Load Matching“ sollte die elektrische Ladung am Verstärker mindern. Und der „KEF Universal Bass Equalizer“ (KUBE) half dem Bass bei kompakten Gehäusen auf die Sprünge.

KEF Coupled Cavity
Bild vergrößern 864 1296 http://img3.magnus.de/KEF-Coupled-Cavity-r864x1296-C-69885fe9-49843172.jpg KEF nennt die verdeckt ­eingebauten Basstöner, die ähnlich dem Bandpass-Prinzip auf eine ventilierte Kammer arbeiten, schlicht Coupled Cavity. © Archiv
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KEF nennt die verdeckt ­eingebauten Basstöner, die ähnlich dem Bandpass-Prinzip auf eine ventilierte Kammer arbeiten, schlicht Coupled Cavity.

Coupled Cavity“ wiederum stand für ein neues Gehäusekonzept. Dabei brachten die KEF-Ingenieure zwei Tieftöner gegenphasig zwischen zwei Kammern an – eine der Kammern ist geschlossen, die andere hat eine Bassreflexrohr-Öffnung. Dadurch können die Tieftöner so ­arbeiten, als ob sie in einem wesentlich größeren Gehäuse eingebaut wären. Die Vorteile sind ein tieferer Bass, ein höherer Wirkungsgrad und eine präzisere sowie verzerrungsfreiere Wiedergabe. All diese Funktionen wurden schließlich 1984 in das Modell Reference 104/2 integriert, das damit weltweit zum Verkaufsschlager wurde.

KEF KM1
Bild vergrößern 937 808 http://img2.magnus.de/KEF-KM1-r937x807-C-925d5fc7-49843167.jpg In den Studio­monito­ren KM1 verbaute KEF erstmals Mitteltöner aus Polypropylen – das Material ist noch heute tonangebend im Lautsprecherbau. © Archiv
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In den Studio­monito­ren KM1 verbaute KEF erstmals Mitteltöner aus Polypropylen – das Material ist noch heute tonangebend im Lautsprecherbau.

Ebenfalls 1984 traten die Studiomonitore KM1 ihren Eroberungszug an. Sie ­waren für die hohen Ansprüche der BBC konzipiert – das erste Paar gab fortan in den Maida Vale Studios des Senders den Ton an. Die KM1-Modelle wurden kompromisslos auf Linearität getrimmt. Die Mitteltönermembranen bestanden dabei das erste Mal in der Geschichte von KEF aus Polypropylen.

1985 wurde KEF Electronics of America gegründet. Im gleichen Jahr gingen mehrere Car-Audioprodukte an den Start, darunter ein Subwoofer mit gekoppeltem Reflexsystem. Im Jahr 1986 wurde das Reference Model 107 um drei Features ergänzt, indem es ­quasi das Beste aus den ­Modellen 104/2 und 105/2 übernahm. 1987 ­kamen dann wandmontierte Wandler auf den Markt. Die damals spektakulären In-Wall-Lautsprecher basierten auf den Schallwänden K1 und K2 aus den 1960er Jahren.

KEF Uni-Q
Bild vergrößern 937 867 http://img2.magnus.de/KEF-Uni-Q-r937x867-C-9dc1cca2-49843168.jpg Äußerlich recht „normal“ anmutend, verblüffte das Modell 105/3 im Innern mit einem in die Basseinheit verbauten Hochtöner – die Geburt der „Uni-Q-Technik“ und der Einpunkt-Schallquelle. © Archiv
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Äußerlich recht „normal“ anmutend, verblüffte das Modell 105/3 im Innern mit einem in die Basseinheit verbauten Hochtöner – die Geburt der „Uni-Q-Technik“ und der Einpunkt-Schallquelle.

1988 hielten schließlich neue magne­tische Materialien aus Neodym, Eisen und Bor Einzug in die Produktion. Die von der NASA entwickelten Stoffe wiesen die zehnfache Leistungsfähigkeit von herkömmlichen Lautsprechermagneten auf und läuteten die Ära des revolutionären Uni-Q-Systems von KEF ein. Mit dieser Technik der Einpunktschallquelle konnten die KEF-Ingenieure ­einen Hochtöner so klein gestalten, dass er in die Schwingspule und somit in das akustische Zentrum der Basseinheit integriert werden konnte. Erstmals gab es so eine einzige Klangquelle. Die Konsequenz: Der optimale Hörbereich wuchs deutlich. Ein Meilenstein, durch den sich KEF nach wie vor von der Konkurrenz ­absetzt. Das Klangbild wirkt so natürlich, als ob die Musiker unmittelbar im Raum stünden.

Sozusagen ein direkter Abkömmling dieser neuen, revolutionären Technologie war das 1989er-Modell 105/3, der erste Lautsprecher der Reference-Serie mit Uni-Q. Der Vierwege-Lautsprecher ­beherbergte sechs Treiber und war mit dem besten KEF-Zutaten ausgestattet. 1988 war auch das Jahr, in dem KEF zusammen mit Bang & Olufsen und der Technischen Universität von Dänemark für das Eureka-Projekt kooperierte – unter anderem, um den Einfluss des Hörraums auf die Wiedergabe von Lautsprechern zu untersuchen.

KEF Akustikforschung
Bild vergrößern 937 835 http://img3.magnus.de/KEF-Akustikforschung-r937x835-C-67efb79f-49843160.jpg KEF zählte stets zu den Pionieren der Akustikforschung – das „Eureka“-Projekt etwa untersuchte 1988 den Einfluss des Hörraumes auf die Tonwiedergabe. © Archiv
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KEF zählte stets zu den Pionieren der Akustikforschung – das „Eureka“-Projekt etwa untersuchte 1988 den Einfluss des Hörraumes auf die Tonwiedergabe.

Es wurden akustische Grundlagenforschungen betrieben und psychoakustische Feldversuche fortgeführt, die KEF bereits früher in Angriff genommen hatte. In dieser Zeit bereicherte Dr. Richard Small als Forschungschef die Arbeiten mit seinen bahnbrechenden technischen Erkenntnissen über Lautsprechergestaltung.

Nicht ohne Grund also heimste KEF für seinen Forscher- und Tatendrang in den 80er Jahren alleine für die Reference 104/2 gleich drei Preise ein: den für das „Product Of The Year“, den „Audio Engineering“-Award“ (HiFi Grand Prix) sowie den Titel „Loudspeaker of the ­Year (verliehen von der Federation Of British Audio, FBA). Doch letztendlich ging und geht es bei all den intelligenten Ingenieursleistungen nur um eines: um Wohlklang für die Sinne.

Firmengründer Raymond Cooke lebte dieses Prinzip während seiner jahrzehntelange Arbeit für KEF wie nur wenige andere Persönlichkeiten der Branche und formulierte einst fast schon poetisch: „Von allen Kunstformen ist die Musik die am schwersten definierbare und die ausdruckstärkste, die am schwersten zu greifende und die unmittelbarste, die vergänglichste und die unvergänglichste. Transformiert in einen Tanz der Elektronen um einen Draht, lebt ihre Seele weiter. Wenn die Musik ­wieder ihrem gewünschten Zweck zugeführt wird, zur Unterhaltung Ihrer Ohren und Ihres Geistes, möchte KEF dies auf dem natürlichsten Weg tun, ohne Drama, ohne Übertreibung, ohne Tricks.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Teil der KEF-Historie in AUDIO 11/2011.



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